Börse nach Wahlen

Platz 12: Rücktritt von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi, 12. November 2011
Der umstrittene italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi war sowohl von 1994 bis 1996 sowie von 2001 bis 2006 und zuletzt von 2008 bis 2011 an der Spitze des südeuropäischen Landes. Sein endgültiger Rücktritt vom höchsten Staatsamt am 12. November 2011, der sich zuvor über mehrere Wochen hingezogen hatte, wird an den Märkten mit Begeisterung aufgenommen. Die Tatsache, dass Mario Monti am Tag darauf mit der Bildung einer Übergangsregierung beauftragt wird und zeitgleich ein massives Sparpaket verabschiedet wird, stützt die Märkte zusätzlich.

Platz 11: Spanische Parlamentswahlen, 20. November 2011
Die vorgezogenen Neuwahlen waren Folge der großen Unzufriedenheit unter den Menschen aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit (2010: über 20%; bei Jugendlichen unter 25 Jahren sogar 42%) - ausgelöst durch die Wirtschaft- und Finanzkrise sowie unpopuläre Maßnahmen, wie z.B. Erhöhung des Renteneinstiegsalters. Gewinner der Wahl ist die konservative PP-Partei. Der Konservative Mariano Rajoy übernimmt Spaniens Spitzenamt von José Luis Rodríguez Zapatero. Am Tag nach der Wahl gibt der spanische Leitindex IBEX 35 um 2,5 Prozent nach.

Platz 10: Präsidentschaftswahlen in Finnland, 05. Februar 2012
Verhältnismäßig unaufgeregt reagieren die Märkte auf die Präsidentschaftswahlen in Finnland - der finnische Leitindex verliert am Tag danach rund 0,3 Prozent. Nachdem im ersten Wahlgang am 22. Januar 2012 kein eindeutiger Sieger ermittelt werden konnte, kam es in Finnland im Februar zu einer Stichwahl zwischen Sauli Niinistö (37% im 1. Wahlgang) und Pekka Haavisto (18,8%). Gewinner der Wahl ist Niinistö, der das nordeuropäische Land nun als Präsident bis 2016 führen wird. Er löst Tarja Halonen ab, die aufgrund ihrer zwei bereits geleisteten Amtszeiten nicht mehr antreten durfte.

Platz 9: Wahl des deutschen Bundespräsidenten, 18. März 2012
Ohne Auswirkungen am Finanzmarkt war die Wahl von Joachim Gauck zum elften deutschen Bundespräsidenten. Er trat im März die Nachfolge von Christian Wulff an, der am 17. Februar 2012 von seinem Amt zurück trat.

Platz 8: Präsidentschaftswahl in Frankreich, 06. Mai 2012
In der zehnten Wahl des Staatspräsidenten war eine Stichwahl zwischen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy und dem Sozialisten François Hollande notwendig, die Hollande mit 52% der Stimmen für sich entschied. Die Wahl wird an den Finanzmärkten mit Kursabschlägen quittiert – der französische Leitindex CAC40 gibt am Tag nach der Wahl rund 1,6 Prozent nach. Auch an den übrigen europäischen Börsen zeigt man sich besorgt angesichts der Unsicherheit über den Kurs von Europas zweitgrößter Volkswirtschaft.

Platz 7: Parlamentswahlen in Griechenland, 06. Mai 2012
Nachdem die Regierung Papandreou den Rücktritt eingereicht hatte, wurden vorgezogene Neuwahlen notwendig. Hintergrund waren Folgen der griechischen Finanzkrise, die die Regierungspartei PASOK zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen hatte, was zu einem massiven Popularitätseinbruch führte. Bei der Wahl zogen erstmals die neonazistische Partei Chrysi Avgi, die rechtspopulistische Anexartiti Ellines und die linke Dimokratiki Aristera ins Parlament ein. Da sich die gewählten Parteien nicht auf einen gemeinsamen Kurs einigen konnten, blieb die Regierungsbildung unmöglich – die Märkte reagierten mit massiven Abschlägen. Allein in Griechenlang sackte der Leitindex um sieben Prozent ab.

Platz 6: Schicksalswahl in Griechenland, 17. Juni 2012
In Griechenland finden abermals Neuwahlen statt, da die Regierungsbildung gescheitert ist. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen setzten sich die Eurobefürworter, die konservative Neo Dimokratia, die gemeinsam mit der sozialistischen Pasok-Partei auf 162 von 300 Parlamentsmandaten kommt, gegen das eurokritische radikale Linksbündnis Syriza durch. Damit dürfte die Aufkündigung des von der EU verordneten Sparprogramms und damit auch ein quasi-Euroaustritt der Griechen vom Tisch sein. Die Athener Börse legt kräftig zu.
Platz 5: Präsidentschaftswahl in den USA, 06. November 2012
Am 6. November 2012 fielen gleich mehrere Wahlen auf einen Tag. In den USA wurde über den neuen Präsidenten, das Repräsentantenhaus und den Senat abgestimmt. Auch wurden in mehreren Staaten die Gouverneurswahlen durchgeführt. Ergebnis der Wahlen war: Barack Obama bleibt vorerst der mächtigste Mann der Welt. Am Tag der Wahlen schaffte es der Dow Jones auf 13.290,75 Punkte, sackte während der nachfolgenden Tage aber wieder ab. Am 16. November 2012 stoppte er die Abwärtsbewegung bei 12.471,49 Punkten und konnte nach diesem Tief wieder steigen.
Quelle: Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Platz 4: Präsidentschaftswahl in Zypern, 17. Februar 2013
Am 17. Februar 2013 sollte in Zypern ein neuer Präsident gewählt werden. Da jedoch kein Kandidat die Stimmen-Mehrheit erzielte, musste am 24. Februar eine Stichwahl entscheiden. Gewonnen hat Nikos Anastasiadis mit 57,5 Prozent der Stimmen. Der General Index der Börse Zypern stieg nach den Wahlen leicht auf 114,37 Punkte an, verlor in der Folge jedoch bis zu einem Tief von 92,59 Punkten am 7. März 2013.

Platz 3: Parlamentswahlen in Italien, 24. und 25. Februar 2013
Im Februar 2013 wurde in Italien ein neues Parlament gewählt. Die Wahlen wurden vorgezogen, da der Ministerpräsident Mario Monti zurückgetreten war. Unklare Mehrheitsverhältnisse im italienischen Senat führten nach der Wahl zunächst zu einer Pattsituation. ERst am 24. April wurde der Vize-Chef der Demokratischen Partei, Enrico Letta, mit der Regierungsbildung beauftragt. Der italienische Leitindex FTSE MIB stieg vor den Wahlen noch leicht an, am 26. Februar 2013 verlor er jedoch satte 4,89 Prozent.
Quelle: Bild: Katharina Wieland Müller / pixelio.de
Platz 2: Konklave, 12. und 13. März 2013
Nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. wurde die Wahl des neuen Papstes auf den 12. März 2013 angesetzt. In nur fünf Wahlgängen schaffte es Kardinal Jorge Mario Bergoglio, nun Papst Franziskus, auf den heiligen Stuhl. Der italienische Leitindex zeigte sich am Tag nach der Wahl mit einem Gewinn von 2,45 Prozent freundlich. Der DAX stand am 13. März 2013 recht unbeeindruckt bei einem Plus von 0,06 Prozent.
Quelle: Bildquelle: thopix / pixelio.de

Platz 1: Bundestagswahl in Deutschland, 22. September 2013
Am 22. September fanden die deutschen Bundestagswahlen statt, aus der die Union um Angela Merkel als klarer Sieger hervor ging: Sie erreichte bei der Wahl rund 41,5 Prozent der Stimmen. Der bisherige Koalitionspartner FDP wird allerdings nicht mehr im Bundestag vertreten sein. Die Liberalen scheiterten mit 4,8 Prozent an der 5-Prozent-Hürde. Der DAX nahm das Wahlergenis recht gelassen und notiert am Tag nach der Wahl unverändert.
Quelle: Bildquelle: istock / tobias machhaus
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