Wie richtet man einen Bitcoin-Sparplan ein?

Ein Bitcoin-Sparplan wird am besten eingerichtet, indem Anleger einen BaFin-regulierten Anbieter mit MiCA-Zulassung wählen, eine feste Sparrate sowie ein Ausführungsintervall festlegen und die gekauften Bitcoin regelmäßig auf eine eigene Wallet übertragen. Wer echte Bitcoin statt eines Krypto-ETP kauft, sichert sich zusätzlich die Möglichkeit auf steuerfreie Gewinne nach einem Jahr Haltedauer.

Von Roland Kuse · Veröffentlicht am 1. Juli 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bitcoin-Sparplan kauft automatisch in festen Intervallen Bitcoin für einen festen Betrag und nutzt den Cost-Average-Effekt zur Glättung des Einstiegspreises.
  • BaFin-regulierte Anbieter mit MiCA-Lizenz verwahren die gekauften Bitcoin zunächst selbst in sogenannten Omnibus-Wallets.
  • Nach einem Jahr Haltedauer sind Gewinne aus echten Bitcoin nach § 23 EStG steuerfrei, während Krypto-ETPs unabhängig von der Haltedauer der Abgeltungsteuer unterliegen.
  • Für die dauerhafte Verwahrung größerer Beträge empfiehlt sich der Transfer der Bitcoin auf eine eigene Hardware-Wallet.

So richtest du einen Bitcoin-Sparplan in vier Schritten ein

Ein Bitcoin-Sparplan entsteht in vier Schritten: Anbieterwahl, Kontoeröffnung mit Identifizierung, Festlegung von Sparrate und Intervall sowie die Aktivierung der automatischen Ausführung. Die Einrichtung dauert bei den meisten Krypto-Börsen und Neobrokern wenige Minuten und erfordert lediglich ein Verrechnungskonto per SEPA-Lastschrift oder Überweisung.

  • Anbieter mit BaFin-Lizenz oder MiCA-Zulassung auswählen und Konto per Video-Ident oder Online-Ident eröffnen.
  • Verrechnungskonto per SEPA-Überweisung oder Lastschrift verbinden, um die Sparraten automatisch abzubuchen.
  • Sparrate, Ausführungsintervall und die gewünschte Kryptowährung im Sparplan-Menü der App festlegen.
  • Automatischen Transfer der gekauften Bitcoin auf eine eigene Wallet einrichten, sofern der Anbieter diese Funktion unterstützt.

Echte Bitcoin oder Krypto-ETP: Diese Unterschiede zählen bei der Anbieterwahl

Krypto-Börsen und die meisten Neobroker verkaufen im Sparplan echte Bitcoin, einzelne Anbieter setzen dagegen ausschließlich auf Krypto-ETPs, also börsengehandelte Wertpapiere, die den Bitcoin-Kurs nachbilden. Echte Bitcoin lassen sich auf eine eigene Wallet übertragen und nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei verkaufen, Krypto-ETPs unterliegen dagegen der Abgeltungsteuer.

  • Eigentum: echte Bitcoin auf der Blockchain / Krypto-ETP als Wertpapier im Depot
  • Steuerliche Behandlung: nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei (§ 23 EStG) / Abgeltungsteuer von 25 % zzgl. Soli unabhängig von der Haltedauer
  • Eigenverwahrung möglich: ja, Transfer auf eigene Wallet / nein, Verwahrung im Wertpapierdepot
  • Kostenstruktur: Ordergebühr und Spread je Kauf / Produktkosten des ETP zzgl. Depotgebühren

Sparintervall und Sparrate richtig wählen

Die Mindestsparrate liegt bei den meisten Anbietern zwischen 1 und 25 Euro pro Ausführung, die konkrete Höhe richtet sich nach der individuellen Risikotragfähigkeit. Das Ausführungsintervall beeinflusst die Rendite kaum: Backtests zeigen einen Unterschied zwischen täglicher, wöchentlicher und monatlicher Ausführung von unter 0,5 Prozent pro Jahr.

Eine monatliche Ausführung reduziert zusätzlich die Anzahl der Anschaffungszeitpunkte für die FIFO-Berechnung in der Steuererklärung. Wer wöchentlich kauft, sammelt nach einem Jahr 52 Einzelpositionen statt 12 bei monatlicher Ausführung, wodurch die jährliche Dokumentation der Haltefristen übersichtlicher bleibt.

Wichtige Hinweise: Steuern, Verwahrung und Risiken

Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin sind steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als ein Jahr liegt und der Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr die Freigrenze von 1.000 Euro erreicht. Das Bundesfinanzministerium kündigte im April 2026 eine mögliche Änderung dieser Haltefrist an; eine endgültige Gesetzesänderung lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.

Gut zu wissen: Solange die Bitcoin beim Anbieter verwahrt werden, besteht ein Ausfallrisiko, falls die Plattform insolvent wird. Eine eigene Hardware-Wallet schließt dieses Risiko weitgehend aus, erfordert aber eine sichere Aufbewahrung des Wiederherstellungscodes.

Ab welchem Betrag kann ich einen Bitcoin-Sparplan starten?

Die meisten Anbieter erlauben eine Sparrate ab 1 bis 10 Euro pro Ausführung, einige setzen eine Mindestsumme von 25 Euro voraus. Die genaue Untergrenze unterscheidet sich je Anbieter und Ausführungsintervall.

Wie oft sollte ich meinen Bitcoin-Sparplan ausführen lassen?

Eine monatliche Ausführung eignet sich für die meisten Anleger, da der Renditeunterschied zu häufigeren Intervallen minimal ausfällt und die steuerliche Dokumentation der Haltefristen übersichtlicher bleibt. Wöchentliche Ausführung kann sich ab höheren Sparraten lohnen.

Muss ich meine Bitcoin selbst verwahren?

Eine Pflicht zur Eigenverwahrung besteht nicht, viele Anleger belassen ihre Bitcoin zunächst beim Anbieter. Bei größeren Summen empfiehlt sich der Transfer auf eine eigene Hardware-Wallet, um das Ausfallrisiko der Plattform auszuschließen.

Wird der Kauf von Bitcoin im Sparplan sofort besteuert?

Der Kauf selbst löst keine Steuerpflicht aus. Steuern fallen erst beim Verkauf mit Gewinn an, und zwar nur dann, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als ein Jahr liegt und die Freigrenze von 1.000 Euro überschritten wird.

Quellen

  1. Bundesministerium der Finanzen: BMF-Schreiben zur ertragsteuerrechtlichen Behandlung virtueller Währungen, bundesfinanzministerium.de (Stand: 2026).
  2. Gesetze im Internet: § 23 EStG, Private Veräußerungsgeschäfte, gesetze-im-internet.de (Stand: 2026).
  3. Finanztip: Steuern auf Bitcoin & Co. (Stand: 27. Januar 2026).
  4. Handelsblatt: Bitcoin Sparplan einrichten - Anbieter, Gebühren und Methoden (Stand: April 2026).
  5. BaFin: Informationen zu Kryptowerten und Verwahrlizenzen, bafin.de (Stand: 2026).
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