BFW sieht Wohnungsbau am Scheidepunkt
BERLIN (Dow Jones)--Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen sieht den Wohnungsbau in Deutschland überdurchschnittlich stark durch die krisenbedingten Rahmenbedingungen betroffen und unterstützt deshalb Vorschläge zur Entlastung der Branche. "Die Realität hat uns eingeholt und jeden Monat gibt es neue Hiobsbotschaften. Projektentwicklungen stoppen, Aufträge im Baugewerbe und bei den Herstellern von Baumaterialien brechen dramatisch ein", sagte BFW-Präsident Dirk Salewski. Es würden viel weniger Wohnungen errichtet als notwendig. "Wenn die Ampel-Koalition nicht unmittelbar konsequent handelt und ein zielgruppenspezifisches Bündel an Maßnahmen verabschiedet, dann stürzt der Wohnungsbau ins Leere", warnte Salewski.
Vor diesem Hintergrund begrüße der Verband einerseits die Initiative von Bauministerin Klara Geywitz (SPD), im Wachstumschancengesetz eine degressive Abschreibung für den Wohnungsbau zu verankern, als einen ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung. "Der Vorstoß der Ministerin ist richtig, die degressive Afa muss nun kommen", forderte Salewski. Es sei höchste Zeit, auch durch steuerliche Maßnahmen entgegenzuwirken. "Jetzt muss sich auch der Finanzminister einen Ruck geben", verlangte der BFW-Präsident.
Allerdings sei die degressive Afa nur ein Baustein in einem notwendigen ganzen Bündel von Maßnahmen. Gerade für Selbstnutzer, die unter der aktuellen Zinslast ächzten, müsse es eine gleichwertige Entlastungsregelung geben. Daher sollte die degressive AfA ergänzt werden durch einen Schuldzinsenabzug für Selbstnutzer und eine Investitionszulage für Unternehmen, für die eine degressive AfA keinerlei Anreizwirkung entfalten könne. "Es geht um nichts weniger als darum, dass die Wohnraumversorgung breiter Bevölkerungsschichten zukünftig sichergestellt wird", betonte Salewski.
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August 14, 2023 03:33 ET (07:33 GMT)