KONJUNKTUR IM BLICK/Datenkompression am Donnerstag


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Von Hans Bentzien

DOW JONES--Die Götter der Konjunkturberichterstattung haben beschlossen, die wichtigsten Daten des Monats in eine Woche zu pressen - und zwar in die nächste - und zwei Drittel davon in den Donnerstag. Gut hat es, wer da schon im Urlaub ist. Wenn nicht, kann er immerhin sagen: Ich habe alles gesehen, was es zu sehen gibt. Und anschließend in den Urlaub gehen. Kurz zusammengefasst bietet Woche den Ifo-Index, BIP- und Inflationsdaten aus den USA und Europa sowie Zinsentscheidungen der Fed, der Bank of Japan und der Bank of England. Los gehts:

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US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank dürfte das Niveau des Leitzinses nicht verändern. Analysten rechnen damit, dass der Fed-Funds-Zielsatz bei 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben wird. Die Fed macht ihre Leitzinsentscheidung am Mittwoch (20.00 Uhr) bekannt. Um 20.30 Uhr beginnt die Pressekonferenz mit Fed-Chairman Kevin Warsh. Der Inflationsdruck in den USA hat im Juni deutlicher als erwartet abgenommen. Die Verbraucherpreise stiegen nur noch mit einer Jahresrate von 3,5 (Mai: 4,2) Prozent und die Kernverbraucherpreise um 2,6 (2,9) Prozent.

Diese Tendenz wurde von den Erzeugerpreisen bestätigt, so dass für die in dieser Woche anstehende Veröffentlichung des Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE)-Deflator ebenfalls ein Rückgang zu erwarten ist. Die Inflation ist also noch zu hoch, aber sie bewegt aus Sicht der Fed in die richtige Richtung. Auf der anderen Seite des Doppelmandats, dem Arbeitsmarkt, sieht es ebenfalls nach einer Abkühlung aus. Fed-Funds-Futures preisen eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis Dezember zu 90 Prozent ein. Einen Tag später (Donnerstag, 13.00 Uhr) ist die Bank of England dran.

Bank of England lässt Leitzins unverändert

Die Bank of England dürfte ihren Leitzins unverändert lassen. Die britische Zentralbank steht wie viele andere vor dem Dilemma, die Inflation unter Kontrolle zu halten und dabei der von hohen Energiepreisen und Risiken geschwächten Wirtschaft möglichst wenig Schaden zuzufügen. Die zuletzt veröffentlichten Daten sprechen zwar nicht für einen robusten Arbeitsmarkt, aber für einen der sich zumindest nicht weiter abschwächt. Die Inflationsrate sank im Juli auf 2,6 (Juni: 2,8) Prozent. Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat den als relativ "marktfreundlich" eingeschätzten John Healey zum Schatzkanzler ernannt. Berichten zufolge will Burnham die Mehrwertsteuer auf Energierechnungen senken, was die Inflation für ein Jahr um etwa 0,1 Prozentpunkte senken dürfte.

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Bank of Japan lässt Zinsniveau stabil

Die Bank of Japan (BoJ) wird bei ihrer anstehenden Sitzung den Leitzins voraussichtlich unverändert bei 1,00 Prozent belassen. Die nächste Anhebung um 25 Basispunkte wird für Dezember erwartet, wobei der anhaltende Inflationsdruck und der schwache Yen auch einen früheren Schritt im Oktober auslösen könnten. Da die Zinspause am Markt weitgehend eingepreist ist, richten sich die Blicke vor allem auf den neuen Quartalsbericht sowie auf die Pressekonferenz von BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda. Marktbeobachter achten dabei besonders auf Revisionen zum Wachstum und zur Inflation im Kontext von Stagflationsrisiken. Obwohl Ueda eine Bereitschaft zu weiteren Zinsanhebungen signalisieren dürfte, erwarten Analysten kaum eine nachhaltige Erholung des Yen, da der Markt dieses Erhöhungstempo bereits eingepreist hat. Die geldpolitischen Entscheidungen werden am frühen Freitagmorgen kommuniziert.

US-Wirtschaft wächst im 2. Quartal um 2,3 Prozent

Das Wirtschaftswachstum in den USA dürfte sich im zweiten Quartal leicht verstärkt haben. Analysten rechnen laut Factset-Konsens damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,3 (erstes Quartal: 2,1) Prozent gestiegen ist, wobei für den BIP-Deflator 3,8 (3,6) Prozent erwartet werden. Die Daten werden am Donnerstag (14.30 Uhr) veröffentlicht, zusammen mit denen zur PCE-Teuerung.

US-PCE-Teuerung lässt im Juni leicht nach

Der Inflationsdruck in den USA dürfte im Juni etwas nachgelassen haben. Analysten rechnen laut Factset-Konsens damit, dass der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Deflator) auf dem Niveau des Vormonats stagniert hat und um 3,8 (Mai: 4,1) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lag. Für den Kern-PCE-Deflator, die - zumindest bisher - von der Notenbank präferierte Inflationsmessgröße, werden Raten von 0,2 und 3,4 (3,4) Prozent prognostiziert. Nun nach Europa.

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Euroraum-BIP steigt im 2. Quartal um 0,2 Prozent

Die Wirtschaft des Euroraums dürfte im zweiten Quartal leicht gewachsen sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BPI) gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent gestiegen ist, nachdem Eurostat Anfang Juni für das erste Quartal in dritter Veröffentlichung etwas überraschend einen BIP-Rückgang von 0,2 Prozent gemeldet hatte, diesen inzwischen aber wieder auf plus 0,0 Prozent revidiert hat. Bis dahin hatte für den Jahresanfang ein Zuwachs von 0,1 Prozent zu Buche gestanden, und auch in den Quartalen davor war die Wirtschaft des Euroraums nicht geschrumpft. Eurostat veröffentlicht die Daten am Donnerstag (11.00 Uhr). Beeinflusst werden die Erwartungen wahrscheinlich noch von den BIP-Daten aus Spanien (Mittwoch, 9.00 Uhr) sowie den ebenfalls am Donnerstag anstehenden Zahlen aus Frankreich (7.30 Uhr) und Deutschland (10.00 Uhr) beeinflusst.

Deutsche Wirtschaft wächst im 2. Quartal leicht

Die deutsche Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal leicht gewachsen sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent gestiegen ist, nachdem es im ersten Jahresviertel um 0,3 Prozent zugelegt hatte. Angesichts hoher Energiepreise dürften zwischen April und Juni kaum Impulse vom privaten Konsum gekommen sein und auch vom Außenhandel ist nach den bisher vorliegenden Daten kein Wachstumsbeitrag zu erwarten. Gestützt wurde das Wachstum vermutlich vom Bau.

Euroraum-Inflation stagniert im Juli - Kerninflation auch

Die Inflationsentwicklung im Euroraum dürfte im Juli stagniert haben. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten erwarten eine unveränderte Gesamtinflationsrate auf 2,8 Prozent und eine ebenfalls konstante Kerninflationsrate von 2,4 Prozent. Eine solche Entwicklung würde sicher die Erwartung stützen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im September ihren Leitzins anhebt.

Deutsche HVPI-Teuerung steigt im Juli wieder

Der Inflationsdruck in Deutschland dürfte im Juli zugenommen haben. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte rechnen damit, dass der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent gestiegen ist und um 2,8 (Juni: 2,4) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lag. Der deutsche HVPI ist die wichtigste einzelne Input-Größe für die Euroraum-Verbraucherpreise. Für den nationalen Verbraucherpreisindex werden Raten von 0,7 und 2,7 (2,3) Prozent prognostiziert. Um 10.00 Uhr kommen Preisdaten aus sechs Bundesländern. Gleich zu Wochenbeginn (Montag, 10.00 Uhr) wird der Ifo-Index für Juli veröffentlicht.

Ifo-Geschäftsklimaindex steigt im Juli marginal

Das Geschäftsklima in Deutschland dürfte sich im Juli marginal aufgehellt haben. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der Ifo-Index auf 85,7 (Juni: 85,6) Punkte gestiegen ist. Es wäre der dritte Anstieg in Folge nach drei Rückgängen im Zuge des Krieges am Golf. Aktuell ist die Entwicklung von Stimmungsindizes nicht ohne weiteres einzuordnen, da die Schwankungen des Kriegsgeschehens im Nahen Osten die Stimmung der Akteure in schwer kalkulierbarer Weise beeinflussen. So dürften die Antworten auf die Ifo-Umfrage für Juli anfänglich vom inzwischen aufgekündigten Waffenstillstand beeinflusst gewesen sein.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/kla

(END) Dow Jones Newswires

July 24, 2026 10:05 ET (14:05 GMT)

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