Diese DAX-CEOs reden Kauderwelsch

Platz 29: Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Norbert Reithofer
Klartext oder Kauderwelsch?
Wie verständlich waren die Reden der CEOs der DAX-30-Unternehmen auf den Hauptversammlungen 2014? Diese Frage hat sich die Universiät Hohenheim gestellt. Mit einer speziellen Software hat sie daher den Hohenheimer Verständlichkeits-Index errechnet. Er reicht von 0 (formal unverständlich) bis 20 Punkte (formal sehr verständlich).
Mit Hilfe der Manuskripte kann die Software zahlreiche Wort- bzw. Satzmerkmale ermitteln. Unter anderem wurde die durchschnittliche Satzlänge, der Anteil der Schachtelsätze, der Anteil der Passiv-Sätze und der Anteil an Fremdwörter erfasst. Daraus wurde ein Ranking zur Verständlichkeit der CEO-Reden erstellt, dass hier wiedergegeben wird. Begonnen wird bei dem CEO mit der verständlichsten Rede. Anzumerken ist, dass beim Hohenheimer Verständlichkeits-Index aus unbekannten Gründen nur die Reden von 29 der 30 DAX-CEOs erfasst wurden. HeidelbergCement-Vorstandsvorsitzender Dr. Bernd Scheifele wurde nicht gelistet.
Norbert Reithofer verfasste die verständlichste Rede aller CEOs. Reithofer ist Vorsitzender des Vorstands der BMW AG. Der ermittelte Verständlichkeitswert beläuft sich für seine Rede auf 18,4 Punkte. Auch die Sätze von Reithofer sind im Vergleich mit 8,2 Wörtern sehr kurz. Insbesondere auch der Anteil an Passiv-Sätzen ist erstaunlich gering (1,4 %). Bei der Verwendung des Grundwortschatzes liegt er im Mittel (58,2 %), ebenso bei dem Gebrauch von Fremdwörter (7,9 %).
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: BMW

Platz 28: Dr. Ulf M. Schneider
Dr. Ulf M. Schneider belegt Rang 28. Er ist seit dem 28. Mai 2003 Vorstandsvorsitzender von Fresenius. Schneider kann im Verständlichkeits-Ranking 17,7 von 20 möglichen Punkten erzielen. Die Länge seiner Sätze liegt durchschnittlich bei 9,6 Wörtern. Der Fremdwortanteil beläuft sich auf 6,8 %, somit 1,2 Prozentpunkte unter dem Durchschnittswert 2014.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim)

Platz 27: Peter Terium
Peter Terium ist seit 1. Juli 2012 Vorstandsvorsitzender der RWE AG. Seine Sätze sind durchschnittlich 9,4 Wörter lang. Er verwendet wenige Schachtelsätze (9,2 %), kaum Passiv-Sätze (2,2 %), viele Wörter aus dem Grundwortschatz (61,5 %) und kaum Fremdwörter (6,2 %). Alles in allem sind seine Reden formal recht verständlich, was ihm im Verständlichkeits-Index 17,3 von 20 möglichen Punkten einbringt.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: EssentNieuws

Platz 26: Dr. Frank Appel
Dr. Frank Appel ist seit Februar 2008 CEO der Deutschen Post AG. Er kann im Verständlichkeits-Index ebenfalls 17,3 Punkte erreichen. Seine Sätze sind durchschnittlich 10,2 Wörter lang. Er verwendet jedoch überdurchschnittlich viele Fremdwörter (8,2 %). Der Anteil der verwendeten Passiv-Sätze liegt bei 4,8 %, dies entspricht genau dem Durchschnittswert 2014 in diesem Bereich.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim)

Platz 25: Timotheus Höttges
Timotheus Höttges ist seit Januar 2014 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG. In diesem Raking belegt er Platz 25 mit 16,9 von 20 Punkten. Seine durchschnittliche Satzlänge beläuft sich auf 10,4 Wörter pro Satz, wobei der Fremdwortanteil bei 7,8 % liegt. Die verwendeten Wörter stammen in 60 % der Fälle aus dem Grundwortschatz.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Deutsche Telekom AG

Platz 24: Dr. Elmar Degenhart
Der 24. Rang geht an Dr. Elmar Degenhart, CEO der Continental AG. Im Verständlichkeits-Index erzielt er 16,7 von 20 möglichen Punkten. Die durchschnittliche Satzlänge von Degenhart liegt gerade mal bei 10,3 Wörter. Wörter aus dem Grundwortschatz verwendet er in 59,3 % der Fälle. Sein Anteil an verwendeten Fremdwörter liegt allerdings bei 9,6 % und damit 1,6 Prozentpunkte über dem Durchschnittswert 2014.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Continental AG

Platz 23: Martin Blessing
Martin Blessing bekleidet seit 2009 den Posten des CEO der Commerzbank. In diesem Ranking belegt er Rang 23 mit einem Verständlichkeitswert von 16,5 Punkte. Der Anteil der Passiv-Sätze ist recht gering (2%), dafür verwendet er allerdings überdurchschnittlich viele Fremdwörter (8,1 %).
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Commerzbank AG

Platz 22: Dr. rer. pol. Kurt Bock
Dr. rer. pol. Kurt Bock ist seit 2011 Vorsitzender des Vorstands der BASF SE und erzielt im Verständlichkeitsindex 15,9 Punkte. Seine Sätze umfassen im Schnitt 12,3 Wörter. Insbesondere auch der Anteil der Passiv-Sätze, welcher bei 2,8 % liegt, ist bei seiner Rede recht gering. Der Durchschnittswert 2014 beläuft sich hier auf 4,8 %. Bock verwendet im Vergleich zu seinen Kollegen auch sehr wenige Fremdwörter. Der Anteil liegt gerade mal bei 6,1 %.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: BASF

Platz 21: Dr. Dieter Zetsche
Platz 21 für den Daimler-CEO Dr. Dieter Zetsche. Zetsche kann im Verständlichkeits-Index der Universität Hohenheim 14,2 von 20 möglichen Punkten erzielen. Insbesondere der Anteil an Passiv-Sätzen ist in seinen Reden recht gering (2,3 %). Der Anteil an Fremdwörter liegt bei 8,3 %. In 59,0 % der Fälle verwendet Zetsche Wörter aus dem Grundwortschatz. Die Sätze in seinen Reden sind durchschnittlich 12,5 Wörter lang.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Daimler AG

Platz 20: Herbert Hainer
Seit 1997 ist Herbert Hainer Mitglied des Vorstands und seit März 2001 Vorstandsvorsitzender der adidas AG. Im Verständlichkeits-Check der Universität Hohenheim konnte er 13,3 von 20 möglichen Punkten einfahren. Seine Sätze sind durchschnittlich 13,6 Wörter lang, er verwendet in 58,0 % der Fälle Wörter aus dem Grundwortschatz und der Anteil an Passiv-Sätze beläuft sich bei seinen Reden auf 6,0 %. Allerdings verwendete er in seiner Hauptversammlungsrede 2014 auch Wortungetüme wie "Gewinnverwendungsvorschlag".
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: adidas AG

Platz 19: Kasper Rorsted
Seit April 2008 bekleidet Kasper Rorsted das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Henkel AG. Der Anteil der verwendeten Passiv-Sätze liegt bei ihm bei nur 3,1 %, auch mit 11,5 Wörter pro Satz liegt er unter dem Durchschnittswert. Im Verständlichkeits-Index erzielt er trotzdem nur 13,1 von 20 möglichen Punkten, da er komplexe Fremdwörter wie beispielsweise "Shared-Service-Organisation" verwendet.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Henkel AG

Platz 18: Dr. Reinhard Ploss
Dr. Reinhard Ploss ist seit dem 1. Oktober 2012 Vorstandsvorsitzender von Infineon. In diesem Raking belegt er Platz 18 mit 13,1 von 20 Punkten. Seine durchschnittliche Satzlänge beläuft sich auf 11,5 Wörter pro Satz, wobei der Fremdwortanteil bei 7,8 % liegt. Die verwendeten Wörter stammen in 57,2 % der Fälle aus dem Grundwortschatz.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: infineon

Platz 17: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Winterkorn
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Winterkorn übernahm am 1. Januar 2007 den Vorstandsvorsitz der Volkswagen AG. Winterkorn erhielt 13,0 von 20 möglichen Punkten für die formale Verständlichkeit seiner Reden. Seine durchschnittliche Satzlänge beläuft sich auf 12,8 Wörter pro Satz. Der Anteil an Passiv-Sätze liegt in seinen Reden nur bei 2,3 % und somit klar unter dem Durchschnittswert 2014 von 4,8 %.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: VW AG

Platz 16: Christoph Franz
Christoph Franz war bis zum 30. April 2014 Vorstandsvorsitzender der Deutsche Lufthansa AG. Aktuell ist er Verwaltungsratspräsident des Schweizer Pharmakonzerns Roche. Im Ranking der unverständlichsten Reden belegt er Rang 16 mit 11,9 von 20 möglichen Punkten. Sein Anteil an verwendeten Fremdwörter liegt bei 7,9 %. Auch bei der Verwendung von Wörter aus dem Grundwortschatz (58,7 %) bleibt er im Mittelfeld. Der Anteil der Passiv-Sätze beläuft sich auf 7,1 %, wobei der allgemeine Durchschnitt 2014 hier bei 4,8 % liegt. Franz liebt jedoch Schachtelsätze, wie das folgende Beispiel zeigt: "Liebe Aktionäre, die Trendwende im operativen Ergebnis, unsere Zuversicht für die kommenden Jahre und unsere langjährige Philosophie, Sie unmittelbar am Unternehmenserfolg zu beteiligen, sind die ausschlaggebenden Gründe dafür, dass wir - Vorstand und Aufsichtsrat - der Hauptversammlung für das Jahr 2013 eine Dividende in Höhe von 45 Eurocent vorschlagen." Auch bei der Länge ist dieser Satz mit 47 Wörtern ein extremer Ausreißer nach oben.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Lufthansa

Platz 15: Joe Kaeser
Joe Kaeser ist seit August letzten Jahres CEO der Siemens AG. Er erhält im Verständlichkeits-Index 11,7 von 20 möglichen Punkten und belegt somit Platz 15. Seine durchschnittliche Satzlänge liegt bei 13,9 Wörter. Der Anteil der Wörter die aus dem Grundwortschatz stammen beläuft sich auf 61,2 %, er verwendet aber auch kreative Wortschöpfungen wie "Deregistrierung".
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Siemens

Platz 14: Rice Powell
Rice Powell wurde zum 1. Januar 2013 zum CEO der Fresenius Medical Care berufen. Im Verständlichkeits-Index der Universität Hohenheim konnte Powell 11,4 von maximal 20 Punkten abräumen. Seine Sätze sind durchschnittlich 12,7 Wörter lang und beinhalten knapp 7,8 % Fremdwörter. In 56,2 % der Fälle nutzt er Wörter aus dem Grundwortschatz.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Fresenius Medical Care

Platz 13: Karl-Ludwig Kley
Seit April 2007 ist Karl-Ludwig Kley der CEO von Merck. Kley erhält für seine Reden in Hinblick auf die Verständlichkeit 11,1 von 20 möglichen Punkten. Seine Sätze sind durchschnittlich 11,3 Wörter lang und der Anteil der Fremdwörter beläuft sich auf 9,8 %. In 56,2 % der Fälle nutzt er Wörter aus dem Grundwortschatz.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Merck

Platz 12: Jürgen Fitschen
Jürgen Fitschen ist Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank. Diese Position führt er gemeinsam mit seinem Kollegen Anshu Jain aus. Fitschen bekommt im Verständlichkeits-Check 2014 10,6 von 20 maximal erreichbaren Punkten. Der Anteil der verwendeten Passiv-Sätze liegt in seinen Reden bei 3,9 %, knapp unter dem Durschschnittswert 2014 von 4,8 %. Aber auch er nutzt lange und schwer verständliche Wörter wie beispielsweise "Vergütungszusammensetzung" anstatt einfacherer Formulierungen wie "die Vergütung setzt sich zusammen".
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Deutsche Bank AG

Platz 11: Dr. Nikolaus von Bomhard
Dr. Nikolaus von Bomhard ist seit dem 1. Januar 2004 Vorsitzender des Vorstands der Münchner Rück AG. Auch seine Reden sind formal sehr unverständlich. Im Verständlichkeits-Index bekommt er deshalb gerade mal 10,4 von 20 möglichen Punkten. Allerdings ist im Vergleich zu 2013 ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Die Länge seiner Sätze beläuft sich durchschnittlich auf 14,0 Wörter pro Satz. Der Anteil der Wörter die aus dem Grundwortschatz stammen liegt bei 56,8 %, knapp zwei Prozent unter dem allgemeinen Durchschnitt.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Munich RE

Platz 10: Dr. Johannes Teyssen
Seit Mai 2010 ist Dr. Johannes Teyssen Vorstandsvorsitzender der E.ON SE und belegt in diesem Ranking Platz zehn. Beim Verständlichkeits-Index der Universität Hohenheim erhält Teyssen 2014 10,2 von 20 möglichen Punkten. Durchschnittlich 14,6 Wörter kommen bei ihm in einem Satz vor. Den vorletzten Platz belegt Teyssen in der Verwendung von Passiv-Sätzen. 7,7 % seiner gebildeten Sätze stellen Passiv-Sätze dar und erhöhen somit die Unverständlichkeit seiner Reden. Als Beispiel für solch einen Passivsatz sei Folgender angeführt: "Im vergangenen und im laufenden Jahr wurden sieben neue Wasserkraftanlagen mit insgesamt 720 Megawatt in Betrieb genommen sowie der größte Windpark der Türkei."
Verständlicher wäre: "Im vergangenen und im laufenden Jahr haben wir sieben neue Wasserkraftanlagen mit insgesamt 720 Megawatt in Betrieb genommen - sowie den größten Windpark der Türkei."
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: E.ON AG

Platz 9: Matthias Zachert
Matthias Zachert übernahm am 1. April 2014 den Vorsitz des Vorstands der Lanxess AG. In diesem Ranking schafft er es unter die Top 10. Der Index-Wert für formale Verständlichkeit liegt bei seinen Reden bei 10,0 von 20 möglichen Punkten. Seine durchschnittliche Satzlänge liegt bei 14,0 Wörter pro Satz. 59,2 % seiner gewählten Wörter stammen aus dem Grundwortschatz, er benutzt jedoch auch Komposita wie "Effizienzsteigerungsprogramm".
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Lanxess AG

Platz 8: Bill McDermott
Platz acht für SAP-Chef Bill McDermott (links im Bild). McDermott bekommt vom Team der Universität Hohenheim 9,7 von 20 möglichen Punkten für die formale Verständlichkeit seiner Reden. Mit durchschnittlich 15,9 Wörter spickt er seine Sätze. Er spart im Vergleich zu seinen Kollegen jedoch mit Fremdwörter. Nur in 6,1 % der Fälle nutzt er für seine Erklärungen ein Fremdwort. Der Durchschnittswert 2014 liegt hier bei 8,0 %. Allerdings haben es die verwendeten Fremdwörter wie "On-Premise-Geschäftsmodell" oder auch "Corporate-Governance-Struktur" in sich.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: SAP AG

Platz 7: Dr. Reto Francioni
Dr. Reto Francioni ist seit 2005 Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG. In diesem Ranking belegt Francioni Platz sieben mit 9,6 von 20 möglichen Punkten. Durchschnittlich verwendet er 13,6 Wörter in einem Satz. In 56,4 % der Fälle nutzt er Wörter aus dem Grundwortschatz. Knapp über dem Durchschnittswert von 8,0 % liegt der Fremdwortanteil seiner Reden (8,1 %).
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Deutsche Börse AG

Platz 6: Dr.-Ing. Heinrich Hiesinger
Dr.-Ing. Heinrich Hiesinger ist seit 2011 CEO der ThyssenKrupp AG. Auch bei ihm ist hinsichtlich der Verständlichkeit seiner Reden ein Abwärtstrend zu verzeichnen. In diesem Jahr bekommt Hiesinger 8,8 von 20 möglichen Punkten. Seine durchschnittliche Satzlänge liegt bei 15,5 Wörter pro Satz. Bei der Verwendung von Fremdwörter liegt sein Anteil unter dem allgemeinen Durchschnitt von 8,0 % und beläuft sich auf 7,2 %.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: ThyssenKrupp AG

Platz 5: Dr. Marijn Dekkers
Dr. Marijn Dekkers ist seit Oktober 2010 Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. Im Vergleich zum Verständlichkeits-Index 2013 haben seine Reden an formaler Verständlichkeit verloren. 2014 erhält er von der Universität Hohenheim nur 8,7 von 20 möglichen Punkten. Auch seine gebildeten Sätze sind nicht gerade kurz: durchschnittlich 14,4 Wörter pro Satz. Innerhalb der untersuchten Sätze liegt der Fremdwortanteil bei 9,3 % und der Anteil der Wörter aus dem Grundwortschatz bei 56,1 %.
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Bayer

Platz 4: Norbert Steiner
Norbert Steiner ist seit Juli 2007 Vorstandsvorsitzender der K+S AG. In diesem Ranking der unverständlichsten CEO-Reden belegt er Platz vier. Er erhielt 8,1 von 20 möglichen Punkten für die formale Verständlichkeit. Seine durchschnittliche Satzlänge beläuft sich auf 15,7 Wörter pro Satz. Einer der längsten von ihm verwendeten Sätze ist Folgender: "In den neun zwischen der K+S Aktiengesellschaft und ihren jeweils 100-prozentigen Tochtergesellschaften geschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen soll klargestellt werden, dass der in den Verträgen bereits bislang enthaltene Verweis auf die gesetzliche Regelung zur Verlustübernahme gemäß Paragraph 302 Aktiengesetz sich stets auf die jeweils gültige Fassung dieser Vorschrift in ihrer Gesamtheit bezieht."
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim)

Platz 3: Stefan F. Heidenreich
Platz drei für Stefan F. Heidenreich, Vorsitzender des Vorstandes der Beiersdorf AG. Der Index-Wert für formale Verständlichkeit liegt bei seinen Reden bei 8,0 von 20 möglichen Punkten. Seine durchschnittliche Satzlänge liegt bei 15,1 Wörter pro Satz. Nur 53,3 % seiner gewählten Wörter stammen aus dem Grundwortschatz. Dies zeigt warum seine Reden überaus unverständlich sein müssen. Auch der Fremdwortanteil liegt mit 10,2 % klar über dem allgemeinen Durchschnitt von 8,0 %. Er verwendet Wortungetüme wie "Ergebnisabführungsverträge" und zahlreiche Passivsätze. Hier ein Beispiel: "Dabei konnte in Westeuropa erstmals seit 2008 wieder ein Umsatzplus erzielt werden." (Heidenreich, S. F.) Verständlicher wäre: "Erstmals seit 2008 haben wir in Westeuropa ein Umsatzplus erzielt."
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Beiersdorf

Platz 2: Michael Diekmann
Michael Diekmann ist seit April 2003 Vorstandsvorsitzender der Allianz SE. Laut des Hohenheimer Verständlichkeits-Index landet seine Rede auf Platz zwei der formal unverständlichsten. Er erhält von 20 möglichen Punkten gerade mal 7,7. Der Anteil der Wörter die aus dem Grundwortschatz stammen beläuft sich auf 57,1 %. 8,8 % der verwendeten Wörter sind Fremdwörter. Das Wort "Underwirter" als Wortkompositum wurde von ihm erschaffen.
Auch Diekmann liebt lange Sätze. Seine durchschnittliche Satzlänge liegt bei 17,2 Wörter und ist somit weit über den allgemeinen Durchschnittswert von 13,0 Wörter. Hier als Beispiel ein Satz mit 44 Wörter: "Auch wenn sich diese Investitionen laut Internationaler Energie Agentur bereits innerhalb von zehn Jahren durch eingesparte Brennstoffkosten amortisieren lassen, stellt sich die Frage, wer das Geld für die dringend notwendigen Investitionen für die Energiewende, aber auch für Brücken und Straßen bereitstellen kann bzw. soll?" (Diekmann, M.)
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim), Bild: Allianz

Platz 1: Wolfgang Reitzle
Gemessen am Hohenheimer Verständlichkeitsindex hat Linde-Chef Wolfgang Reitzle mit einem Wert von 6,7 die formal unverständlichste Rede auf den Hauptversammlungen 2014 gehalten. Durchschnittlich 16,6 Wörter bilden seine Sätze. In der Verwendung des Grundwortschatzes liegt er mit einem Anteil von 53,7 % im hinteren Viertel. Auch an Fremdwörter spart Reitzle nicht (10,1 %). Als Beispiel für einen seiner langen Sätze, soll Folgender angeführt werden: "Zusammen mit Siemens, den Stadtwerken Mainz und unterstützt durch das Bundeswirtschaftsministerium errichten wir eine Wasserstoff-Anlage, die bis zu 6 Megawatt elektrische Leistung aufnehmen kann - also etwa die Strommenge, die drei Windkraftanlagen pro Jahr erzeugen - und bis zu 200 Tonnen Wasserstoff jährlich produzieren wird."
Quelle: Brettschneider, Prof. Dr. F. (Universität Hohenheim)
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