IAEA-Chef zu Atomgesprächen in Teheran eingetroffen


TEHERAN/WIEN (dpa-AFX) - Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, ist am Freitagabend zu Atomgesprächen in der iranischen Hauptstadt Teheran eingetroffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna wird Grossi am Samstag Irans Atomchef Mohammed Eslami treffen. Bei den Verhandlungen geht es um den erneuten Zugang der UN-Behörde zu den Atomanlagen sowie den IAEA-Kameras im Iran.

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Hintergrund der Reise ist auch die iranische Forderung, auf die IAEA-Untersuchung von vergangenen, geheimen Atomaktivitäten im Iran zu verzichten. Die IAEA soll nach dem Willen Teherans die Überprüfung westlicher und israelischer Geheimdienstberichte über angebliche Atomwaffenanlagen einstellen und sich lediglich auf technische Inspektionen konzentrieren. Dieses Thema ist laut Diplomaten in Wien einer der letzten Knackpunkte bei den laufenden Verhandlungen zur Wiederherstellung des Wiener Atomabkommens.

Die USA waren 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Atomdeal ausgestiegen, der die Entwicklung von iranischen Atomwaffen verhindern sollte. Außerdem erneuerte Trump die mit der Vereinbarung aufgehobenen Sanktionen, die seitdem zu einer akuten Wirtschaftskrise im Iran führten. Teheran reagierte seinerseits mit dem schrittweisen Bruch der im Atomdeal vereinbarten Beschränkungen, unter anderem Herstellung von fast waffenfähigem Uran.

Seit Monaten vermitteln in Wien die verbliebenen Vertragspartner - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland -, um den Atompakt zu retten. Dafür müssten die USA die Sanktionen gegen Teheran aufheben und der Iran im Gegenzug die Auflagen wieder einhalten. Die iranische Führung wäre nach eigenen Angaben nur dann dazu bereit, wenn das Wiener Abkommen vertragsgerecht umgesetzt und die US-Sanktionen voll und ganz aufgehoben sind./al/fmb/DP/he

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