Devisen: Euro behauptet sich über 1,07 US-Dollar


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Donnerstag wieder zugelegt und seine Vortagesverluste nahezu wettgemacht. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0731 US-Dollar. Am Mittwoch war der Euro zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit etwas mehr als zwei Monaten abgesackt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0697 (Mittwoch: 1,0683) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9348 (0,9361) Euro.

Positive Impulse lieferten zum einen aktuelle Preisdaten aus der Eurozone. In der Region gab die Inflation im Mai zwar deutlich auf 6,1 Prozent nach. Dennoch erwarten Ökonomen wohl erst einmal weitere Zinserhöhungen, da die Teuerung immer noch ungewöhnlich hoch ist. Vor allem im Dienstleistungsbereich sei noch Preisdruck in der Pipeline, schrieb Johannes Mayr, Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz.

Werbung
Werbung
Werbung

Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte die Entschlossenheit der Euro-Währungshüter zu weiteren Zinserhöhungen. "Heute ist die Inflation zu hoch und dürfte es noch zu lange bleiben", sagte Lagarde beim Deutschen Sparkassentag in Hannover. "Wir sind entschlossen, sie zeitnah auf unser mittelfristiges Ziel von zwei Prozent zurückzuführen." Die EZB-Präsidentin betonte: "Sie sollten daran keinen Zweifel haben."

Am Nachmittag erhielt der Euro zusätzlichen Schub durch Konjunkturdaten aus den USA. Dort zogen die Lohnstückkosten in den Monaten Januar bis März weniger stark an als erwartet und auch nicht so deutlich wie zunächst ermittelt.

Der Lohnauftrieb dürfte von der US-Notenbank Fed genau betrachtet werden, da er für die Inflation von Bedeutung ist. Zuletzt haben sich zwar die Anzeichen verdichtet, dass die Fed auf weitere Zinsanhebungen zunächst verzichten könnte. Diese Aussicht hat den Dollar belastet und den Euro entsprechend gestützt. Notenbanker betonten jedoch jüngst, dass eine denkbare Zinspause nicht gleichbedeutend sei mit einem Ende des Straffungskurses.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85823 (0,86405) britische Pfund, 149,25 (149,13) japanische Yen und 0,9732 (0,9724) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1975 Dollar gehandelt. Das waren 12 Dollar mehr als am Vortag./la/jsl/stw

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.