Charttechnik: DAX - Wirkt der Fibonacci-Faktor?


von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag

Diagnose: Das Unterstützungsbündel, bestehend aus unterer Abwärtstrendlinie (rot) und dem 38,2 Prozent Fibonacci-Retracement (bei 4570 Punkten), leistete gestern ganze Arbeit, indem es einen weiteren Kursrutsch verhinderte. Im heutigen Tagesverlauf konnte sich der DAX dann auch wieder gen Norden absetzen. Doch leider machte die 200-Tage-Linie, die einen massiven Widerstand darstellt, einen weiteren Versuch zur Oberseite zunichte.

Mit dem Fall unter die Durchschnittslinie wurde am Montag auch der horizontale Support bei zirka 4670/50 Stellen unterschritten. Ein schlechtes Zeichen: Denn damit ist auch die nicht ganz bilderbuchmäßige Kopf-Schulter-Formation vollendet. Formaltechnisch liegt ihr Kursziel bei 4150 Punkten.

Dax: 6-Monats-Chart.

Prognose: Auch weiterhin halte ich an meiner Prognose fest: Mit dem Unterschreiten des Bereichs bei etwa 4670/50 Punkten, den Tagestiefständen vom 14. und 18. Mai und der 200-Tage-Linie, wurde weiteres Rückschlagpotential initiiert. Dieses setzt sich zum einen aus der jüngst gebildeten Bärenflagge mit Kursziel 4400 Punkten zusammen, zum anderen aus der aktivierten Kopf-Schulter-Formation mit Rückschlagpotential bis in die Region bei etwa 4150 Stellen. Bei Erreichung des letztgenannten Kursziels wäre das Gap vom 1. auf den 2. April dieses Jahres geschlossen. Doch soweit muss es nicht zwangsläufig kommen, denn auf dem Weg nach unten warten außer dem 38,2 Prozent- Fibonacci-Retracement weitere tragfähige Unterstützungen bei zirka 4400 und 4200 Zählern, den 50,0 und 61,8 Prozent-Fibonacci-Retracements der seit März laufenden Aufwärtsbewegung.

Bleibt das 38,2 Prozent Fibonacci-Retracement (bei 4570 Punkten) auf Tagesschlusskursbasis unberührt und gelingt ein schneller Rebreak über das Niveau bei 4670/80 Zählern, wäre die Kopf-Schulter-Formation vorläufig vom Tisch. Fällt hingegen das oben genannte Retracement, so geht die Reise weiter mit Kursziel 4400 Punkten.

Fibonacci Retracements: Kommt es nach einer Bewegung eines Wertpapiers / Index zu einer Gegenbewegung, ist oft zu beobachten, dass es bei dieser Gegenbewegung Widerstandslinien beziehungsweise Unterstützungen gibt, an denen das Basisobjekt auffällig oft verharrt. Unter Berücksichtigung der Fibonacci-Verhältnisse 38,2 / 50,0 und 61,8 Prozent kommt der Kurs diesen Widerstands- oder Unterstützungslinien (Retracement-Lines) häufig sehr nahe.

Analyse-Datum: Donnerstag, 9. Juli 2009

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