IfW: Welthandel stagniert
BERLIN (Dow Jones)--Der Welthandel tritt im Mai auf der Stelle. Die Entwicklung großer Volkswirtschaften ist von nur moderaten Veränderungen bei Importen und Exporten geprägt (Vergleich zum Vormonat, preis- und saisonbereinigt). Dies zeigt das jüngste Datenupdate des Kiel Trade Indicator, wie das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) mitteilte. Demnach dürfte der Welthandel preis- und saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent sinken. Weltweit steige allerdings die Menge verschiffter Container.
Für Deutschland zeigt der Kiel Trade Indicator ein Plus bei den Exporten von 1,5 Prozent und einen Rückgang bei den Importen um 0,7 Prozent. Die EU-Werte deuteten für die Exporte auf eine rote Null von minus 0,2 Prozent und für die Importe auf einen Zuwachs um 1,3 Prozent hin. Im Handel der USA sei im Vormonatsvergleich ein Rückgang der Exporte um 1,8 Prozent und ein kleines Plus von 0,5 Prozent bei den Importen zu verzeichnen. Die Zahlen für China liegen sowohl bei Exporten mit plus 1,6 Prozent als auch Importen mit plus 0,9 Prozent im positiven Bereich.
"Sowohl der weltweite Handel insgesamt als auch der Handel großer Volkswirtschaften entwickelt sich im Mai mehr oder weniger seitwärts. Die große Erholung nach dem globalen Dämpfer im vergangenen Winterhalbjahr lässt also nach wie vor auf sich warten", sagte der Leiter des Kiel Trade Indicator, Vincent Stamer. "Um die großen Preisschwankungen bereinigt laufen die deutschen Exporte nun schon seit zweieinhalb Jahren seitwärts."
Für den deutschen Export werde zunehmend der Handel mit China zur Belastung. Der Exportwert deutscher Waren nach China ist laut IfW im Zeitraum von Januar bis April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent gefallen, trotz jüngst starker Handelszahlen. Laut chinesischer Statistikbehörde hätten sich Exporte anderer Nationen dorthin teilweise noch deutlich gravierender reduziert. "Die Handelsstatistiken zeigen, dass China zunehmend Importe aus Industriestaaten durch eigene Produktion ersetzt. Das ist ein negativer Impuls für den Welthandel", sagte Stamer.
Einen Lichtblick für den globalen Warenaustausch bilde die leichte positive Tendenz des globalen Containerhandels seit Beginn des Jahres sowie die einhergehende Auflösung der Schiffsstaus. Der Trend im weltweiten Containerhandel zeige seit gut sechs Monaten nach oben, und die Menge an verschifften Containern steige. Mit 13,9 Millionen Standardcontainern sei im Mai allerdings immer noch über 1 Prozent weniger verschifft worden als vor einem Jahr.
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June 06, 2023 04:01 ET (08:01 GMT)