Bitcoin, Ethereum & Co. rutschen ab: Binance von Milliarden-Hack erschüttert
Die größte Digitalwährungsbörse Binance ist Ziel eines Hackerangriffs mit milliardenschweren Folgen geworden.
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Nach Angaben von Binance sind insgesamt Werte in Höhe von schätzungsweise 6,3 Milliarden Dollar (ca. 5,63 Milliarden Euro) betroffen. Alle Ein- und Auszahlungen wurden temporär ausgesetzt.
Zugleich versicherte die Kryptowährungsbörse auf der Online-Plattform X, dass die Bestände der Nutzer "sicher" seien und man alle Verluste ausgleichen werde. Mit Partnern habe man bisher betroffene Einheiten von Digitalwährungen im Wert von rund drei Milliarden Dollar eingefroren, hieß es weiter.
Experten: Größter Krypto-Hack
Die Analysefirma TRM Labs schrieb die Attacke nordkoreanischen Hackern der Gruppe TraderTraitor zu. Nach Erkenntnissen von TRM bewegten die Angreifer einen Großteil des Betrages von 6,36 Milliarden Dollar binnen 20 Minuten. Es sei der Angriff auf eine Digitalwährungsbörse mit dem größten Ausmaß gewesen. Bei der bisher schwerwiegendsten Attacke waren demnach Anfang 2025 rund 1,5 Milliarden Dollar in Digitalwährungen auf der Börse Bybit erbeutet worden. Auch dieser Angriff wurde der nordkoreanischen Hackergruppe zugeschrieben.
TRM zufolge versuchten die Angreifer, dem Einfrieren gestohlener Digitalwährungs-Einheiten durch Transaktionen mit den Kryptoeinheiten zuvorzukommen. Sie hielten aktuell Kryptowährungen im Wert von rund 2,4 Milliarden Dollar, an die deren Herausgeber nicht herankämen.
Entwicklungs-Rechner sichern wie Kronjuwelen
Thomas Boele, Experte bei dem Cybersecurity-Unternehmen Check Point, sagte, erste Erkenntnisse deuteten auf einen erstaunlich gewöhnlichen Einstieg hin: den kompromittierten Laptop eines Entwicklungs-Ingenieurs. "Die Schwachstelle war nicht die Blockchain, sondern der Rechner eines Mitarbeiters mit weitreichenden Zugriffsrechten. Unternehmen müssen diese Geräte wie Kronjuwelen schützen." Dazu gehörten eine strikte Trennung zwischen Entwicklungszugängen und der Freigabe von Transaktionen, eine Richtlinienprüfung vor jeder kritischen Aktion und harte Limits dafür, wie viel Geld wie schnell fließen darf.
Boele verwies auf Angaben von Analysten, wonach ein Großteil des Geldes innerhalb von rund 20 Minuten abgeflossen sei. "Die Verteidigung muss genauso schnell sein. Was nicht sofort eingefroren wird, ist kaum zurückzuholen."
Bitcoin, Ethereum und Co. Unter Druck
Die Nachricht hinterlässt am Freitag deutliche Spuren an den Kryptomärkten. Der Bitcoin fällt erneut unter die Marke von 80.000 US-Dollar und verliert zuletzt 3,18 Prozent auf 77.543 US-Dollar. Auch bei den Altcoins dominieren die Verluste: Ethereum gibt 3,42 Prozent auf 2.242 US-Dollar nach, XRP verliert 3,12 Prozent auf 1,24 US-Dollar. Der Kurs von Solana sinkt um 3,67 Prozent auf 96,76 US-Dollar.
"Die Hiobsbotschaft hinterlässt offensichtlich einen faden Beigeschmack am Markt", kommentierte Analyst Timo Emden vom Handelshaus Captrader. Allerdings hielten sich die Kursverluste beim Bitcoin im Vergleich zu früheren Angriffen auf Kryptobörsen in vergleichsweise engen Grenzen. Dass die ganz großen Verwerfungen bisher ausgeblieben seien, spreche für eine relative Stärke der Kryptowährung, sagte Emden.
Allerdings hat der Bitcoin bereits im Verlauf der Handelswoche zeitweise unter Druck gestanden. Die Bilanzen von großen US-Techkonzernen waren teils enttäuschend ausgefallen, was für eine allgemein trübe Stimmung mit Kursverlusten an der US-Technologiebörse NASDAQ sorgte. Dies hat auch den Bitcoin mit nach unten gezogen.
In den Sommermonaten war der Bitcoin zeitweise bis auf etwa 60.000 Dollar gefallen. In den Monaten August und September zeigte sich dann eine Kurserholung. Erst vor rund ein Jahr hatte der Bitcoin ein Rekordhoch von über 120.000 Dollar erreicht.
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NEW YORK (dpa-AFX)
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