Aus Sand "Kohle" machen

Fracking: Boom im Sandkasten


Um Öl und Gas aus Schiefergestein zu lösen, wird Sand benötigt. Der Markt boomt. Aktien von Förderfirmen bieten lukrative Renditechancen.

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von Astrid Zehbe, Euro am Sonntag

Sand ist nicht gleich Sand. Das wissen nicht nur Strandurlauber, sondern auch Schiefergasproduzenten, die den Rohstoff fürs Fracking benötigen. Um mit dieser Methode das in Schiefergestein eingeschlossene Öl und Gas herauszulösen, ist nämlich spezieller, sogenannter Fracksand nötig. Dieser besteht aus rundlichen Quarzkörnern und wird beim Fracking mit einem Gemisch aus Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst. Je mehr Sand sich in das Gestein pumpen lässt, desto mehr Gas und Öl können mit der Methode freigesetzt werden.

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2013 wurden in den Vereinigten Staaten fürs Fracking mehr als 25 Millionen Tonnen Sand benötigt, das sind 25 Prozent mehr als im Jahr 2011. Analysten rechnen mit einem weiteren Anstieg um 20 Prozent in den kommenden zwei Jahren.

Das Geschäft mit dem körnigen Rohstoff ist lukrativ geworden, auch wenn die Preise ungeachtet des Nachfragebooms lediglich gemächlich gestiegen sind. In den vergangenen Jahren hat sich Quarzsand nur um fünf Prozent verteuert. Eine Tonne kostet heute knapp 55 Dollar. Der Grund für den geringen Preisanstieg ist vor allem, dass das Angebot mit der Nachfrage Schritt halten konnte. Die Produktion von Quarzsand hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt.

In Amerikas Sandkasten im Mittleren Westen der USA hat ein wahrer Quarzsandboom eingesetzt, vor allem im Bundesstaat Wisconsin. Schätzungen zufolge haben sich in den vergangenen Jahren über 100 Sandförderer in dem Bundesstaat angesiedelt. 2010 waren es nur fünf.

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Für Anleger, die vom Sandboom in Amerika profitieren wollen, empfiehlt es sich, auf einige dieser Firmen einen genaueren Blick zu werfen. Da Sand nicht an der Börse gehandelt werden kann, stellen Aktien der Unternehmen eine lukrative Investmentalternative dar.

Interessante Investmentideen
Einer der größten Profiteure des Booms ist die amerikanische Firma US Silica (ISIN: US 903 46E 103 8). Der Sandproduzent war einst auf den Verkauf von Quarzsand für Konsumgüter spezialisiert. Mittlerweile gehen zwei Drittel an Energieunternehmen. Der Aktienkurs des Börsenneulings, der seinen IPO erst 2012 hatte, hat sich in den vergangenen zwölf Monaten verdoppelt. Ein weiteres empfehlenswertes Investment ist der Quarzminenbetreiber EOG Resources (US 268 75P 101 2).

Neben den Produzenten des gefragten Sands bieten Logistikdienstleister rund um das Thema Fracking interessante Anlagemöglichkeiten. Beispielsweise die Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific Railway (CA 136 45T 100 3), deren Schienennetz auch einige Bundesstaaten in den USA miteinander verbindet. Die Aktie der Firma hat 2013 um knapp 50 Prozent zugelegt.
Die Anteilscheine der Unternehmen können auch in Deutschland gehandelt werden. Anleger sollten bei der Order ein Limit setzen.