Brenntag: Korrektur oder Trendbruch?
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Der Brenntag-Aktie geht die Luft aus. Die Sonderkonjunktur steigender Chemikalienpreise durch den Krieg am Golf weicht der Realität einer schwachen Branchenkonjunktur.
Werte in diesem Artikel
Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup vom Verband der Chemischen Industrie hat heute Klartext gesprochen. Er bezeichnet die aktuelle Situation in der Chemiebranche nicht als Aufbruch, sondern vielmehr als ein geopolitisches Hamstern. Er spricht von einem „panischen Zwischenpeak“, von dem kurzfristig auch Teile der chemischen Industrie profitieren. Sein Fazit: Die Branche steht weiter unter Dauerstress!
Ende Gelände?
Dass die Sonderkonjunktur durch den Krieg am Golf, der die Preise für einzelne Chemikalien stark nach oben schießen ließ, nicht auf einem konjunkturell stabilen Fundament steht, konnten Anleger hier bereits mehrfach lesen. Für den Chemikalienhändler Brenntag scheint sich nun zu bestätigen, dass derartige Ausnahmesituationen oft nur kurze Beine haben. Nachdem die Hauptversammlung zuletzt noch der starken Dividendenausschüttung von 1,90 Euro/Aktie zustimmte, ist die Luft bei der Aktie zunächst einmal raus.
Verzerrtes Chartbild
Beim Blick auf den Chart könnte die schnelle Abwärtsbewegung durch eine Unterstützung bei 55/56 Euro im Jahreschart gebremst werden. Dabei handelt es sich um die untere Begrenzung des im November 2025 gestarteten Aufwärtskanals. Diese Formation ist nicht ganz leicht zu erkennen, da es im März einen groben Ausreißer nach unten und im April einen nach oben gab. Bei einer technischen Korrektur vom Hoch um mittlerweile über 12 Prozent könnte das Papier aber reif für eine Gegenbewegung sein. Der RSI-Indikator wiederum liegt im stark überverkauften Bereich.
Fazit
Brenntag hat von der Entwicklung am Golf profitiert. Jetzt, wo ein Friedensschluss zumindest näher rückt, erinnern sich Anleger wieder an die möglichen konjunkturellen Folgen des Krieges. Denn die stärksten Abnehmerbranchen der Chemie-Industrie schwächeln. Von einem panischen Zwischenpeak zu sprechen, ist daher nicht falsch. Technisch muss sich nun zeigen, ob die Unterkante des Aufwärtstrends hält. Ist das der Fall, wäre eine technische Gegenreaktion um rund 5 Prozent wahrscheinlich. Bei einem Bruch könnte es jedoch bis in den Bereich um 50 Euro weiter abwärts gehen.
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Erstellung am 29.5.26 um 10:05 Uhr.
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