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10.04.2020 18:05

Chefs von 25hours Hotels: "Wir wollen wieder Gas geben"

Euro am Sonntag-Interview: Chefs von 25hours Hotels: "Wir wollen wieder Gas geben" | Nachricht | finanzen.net
Steffen Fox, Michael End und Christoph Hoffmann (v.l.n.r.)
Euro am Sonntag-Interview
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25hours Hotels: Christoph Hoffmann, Michael End und Steffen Fox, Chefs der aufstrebenden Hotelkette, über den Umgang mit Corona und die Partnerschaft mit dem Branchenriesen Accor.
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€uro am Sonntag

von Michael Hannwacker, €uro am Sonntag

Die 25hours Hotel Company hat 15 Jahre lang gute Nachrichten produziert: stetiges, maßvolles Wachstum, hohe Aufmerksamkeit für ihre hippen Häuser, traumhafte Auslastung. Vor drei Jahren ist Branchenriese Accor eingestiegen mit dem Ziel, die internationale Expansion der "Hotel-Produkte für urbane Nomaden, Tagträumer und Nachtschwärmer" (Eigensprech) anzuschieben und in drei Jahren komplett zu übernehmen.

Just jetzt erlebt die Marke ihren ersten Albtraum: Beim Treffen mit CEO und Mitgründer Christoph Hoffmann (54) als primus inter pares sowie seinen beiden Managing Directors Michael End (38) und Steffen Fox (35) in der "Schmökerstube" des 25hours Hotel Hamburg Altes Hafenamt ist die Corona-Krise das beherrschende Thema.

€uro am Sonntag: Haben Sie schon Staatshilfe beantragt?
Steffen Fox: Nein. Wir können auch nicht erkennen, dass es Zuschüsse gibt. Wir sehen jedoch Unterstützung per Darlehen. Das würden wir, je nachdem wie lange diese Krise andauert, auch in Anspruch nehmen. Aber wir wollen versuchen, die Balance zu halten. Denn in unserer Branche bringt es relativ wenig, wenn wir uns Darlehen holen, die wir später zurückzahlen müssen.

Wie also begegnen Sie der aktuellen Situation?
Michael End: Zunächst mal haben wir entschieden, so lange wie irgend möglich zu unseren Mitarbeitern zu halten. Das ist der eine große Kostenblock. Der zweite ist das Thema Mieten. Wir haben ja, bis auf unser Haus in Paris, ausschließlich Pachtverträge mit den Besitzern der Immobilien, in denen wir unsere Hotels betreiben. Deshalb sind wir gerade intensiv mit unseren Vermietern im Austausch.

Da stoßen Sie sicherlich auf ganz viel Verständnis.
Christoph Hoffmann: Wir haben Vermieter, die ganz unbürokratisch sagen, zahlt erst mal nicht, und wir schauen wie es weitergeht. Und es gibt andere, bei denen es etwas komplizierter ist.

Wie lange wird es ohne Kündigungen gehen?
Fox: Wenn alle bei unseren jetzt initiierten Maßnahmen mitziehen, sollten wir es ohne weitere tiefgreifende Einschnitte bis in den Herbst schaffen.

Von welchen konkreten Möglichkeiten reden wir?
Fox: Schwierig zu sagen. Zumal wir der festen Auffassung sind, dass, wenn die Krise länger andauern sollte, auch andere Formen der Hilfe zur Verfügung gestellt werden müssten. Momentan sind Löhne und Mieten unsere größten Probleme. Im ersten Fall hilft uns der Staat über das Kurzarbeitergeld. Wobei er uns bislang nicht hilft, sind die Mietzahlungen. Die Frage ist also, wie lange die Vermieter, die ja auch auf unsere Mieten angewiesen sein könnten, darauf verzichten.

Und wenn nicht?
Fox: Irgendwann kommen dann wohl staatlich besicherte Darlehen ins Spiel, die uns in der Zukunft auf die Füße fallen können. Wir gehen aber lieber davon aus, dass es irgendwann in diesem Jahr wieder anfängt.
End: Wir sind die vergangenen Jahre ja sehr erfolgreich unterwegs gewesen. Dass auch mal schlechte Zeiten kommen, damit muss jeder rechnen. Die entsprechenden Vorkehrungen haben wir getroffen.

Welche denn?
Hoffmann: Wir haben entsprechende Rücklagen gebildet …
End: … sowohl für die regelmäßigen Renovierungsmaßnahmen als auch für außerordentliche Situationen wie jetzt.

Gefährdet die Krise auch die Eröffnung Ihrer nächsten Häuser etwa in Florenz oder Dubai?
Hoffmann: In Florenz wurde die Baustelle vorübergehend stillgelegt. Aber wir entwickeln dieses Haus gemeinsam mit einem sehr starken deutschen Unternehmen. In Dubai dagegen droht uns das Szenario, dass die Expo 2020 nicht stattfindet - unser Hotel soll vier Wochen vorher aufmachen. Dann gibt es dort deutlich zu viele Hotels.

Dubai wird, mit über 400 Zimmern, das erste gemeinschaftlich entwickelte Hotel von 25hours und Accor. Wie sichern Sie dort die Identität der Marke?
End: Dubai soll der Blueprint für ein gemeinsames langfristiges internationales Wachstum sein. Accor ist der offizielle Manager des 25hours Hotel One Cen­tral; wir entwickeln die Marke, hegen und pflegen sie. Dabei wurde schnell klar, dass es keinen 25hours-Baukasten gibt, aus dem man sich einfach bedienen könnte. Und Accor hat gemerkt, wie positiv es ist, wenn wir uns mehr einbringen.

Über 700.000 Zimmer und 280.000 Mitarbeiter in 4800 Hotels in über 100 Ländern - was genau beherrscht Accor nicht, was Sie können?
Hoffmann: Unsere Art des Wachstums und der Individualität. Wir wollen jedes Haus anders. Das aber ist schwer skalierbar und entspricht nicht dem Modell von Accor, das bisher eher durch Wachstum mit standardisierten Produkten ­getrieben war.

Wovon hängt es eigentlich ab, ob Accor tatsächlich 2023 die Option der kompletten Übernahme zieht?
End: Dass vergangenes Jahr die Option, auf 50 Prozent zu gehen, gezogen wurde, war das Signal, dass Accor auch den letzten Schritt gehen würde. Die Dauer und Auswirkungen der derzeitigen Krise werden Accors Entscheidung aber sicher auch beeinflussen.

Lässt der Vertrag überhaupt noch einen Ausstieg Ihrerseits zu?
Hoffmann: Accor hat eine Call-Option. Insofern kann Accor, muss aber nicht. Wir dagegen müssen, wenn Accor die Entscheidung trifft.

Wie laufen in diesen Tagen die ­Gespräche mit Accor?
Hoffmann: Konstruktiv. Wir daten uns regelmäßig up, wie geht Accor mit der Situation um, wie können wir davon ­lernen, was kann Accor möglicherweise von uns lernen. Accor ist natürlich sehr viel globaler aufgestellt als wir. Es geht auch um die Bereitschaft, sich als Gesellschafter von 25hours zu engagieren. Das ist aber im Augenblick nicht nötig.

Sie sprechen hier von zusätzlichen Geldern?
End: Das könnte zum Thema werden, wenn im Herbst immer noch keine Menschen reisen oder übernachten können.
Fox: Man muss aber auch realistisch sein. Es kursiert ja derzeit die Falsch­annahme, dass der Staat Unternehmen wie uns mit Geld hilft, das wir nicht zurückzahlen müssen. Deshalb fragt uns jeder Vermieter, den wir um Stundung gebeten haben: Wieso? Ihr bekommt doch Mittel vom Staat. Aber das stimmt eben nicht. Es gibt momentan lediglich Kredite und Bürgschaften …
Hoffmann: … und selbst damit sollten wir vorsichtig umgehen, weil wir nicht mit einem Haufen Schulden aus dieser Krise kommen wollen. Unsere Umsätze werden ja nächstes und übernächstes Jahr nicht doppelt so hoch sein. Im Gegenteil. Es wird sicher schwieriger als die Jahre zuvor. Je länger wir also ohne Kredite durchhalten, umso besser. Wir wollen ja dann wieder Gas geben.

5hours

Kreative Kette
Die aufregendste deutsche Hotelgruppe seit Kempinski, 2005 als 25hours Hotel Company gegründet, setzt in aktuell 13 Häusern in vier Ländern auf ortsspezi­fische, augen­zwinkernde Design­konzepte und ­unverwechselbare Gastronomie. Accor, seit 2016 zunächst mit 30 Prozent beteiligt, könnte 2023 vollständig übernehmen. Für den Herbst waren Neueröffnungen in Florenz und, als erster internationaler Aufschlag, in Dubai angekündigt.

Accor

Reise-Riese
Mit fast 5000 Hotels - von Budget (Ibis) über Midrange (Novotel) bis zu Luxus (Sofitel) - gehören die Franzosen dank aggressiver Zukäufe neben Marriott oder Hilton zu den großen Playern der Branche. In der Corona-Krise hat der Aktienkurs (ISIN: FR0000120404) um 40 Prozent nachgegeben, sich zuletzt aber leicht erholt.









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Bildquellen: Michael Hannwacker/Finanzen Verlag

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