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14.12.2019 15:00
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Steinhoff / Wirecard: Parallelen unverkennbar

Euro am Sonntag: Steinhoff / Wirecard: Parallelen unverkennbar | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag
Bilanzskandale: Der Steinhoff-Prozessauftakt ist ausgesetzt. Anwälte suchen einen Vergleich - und prüfen auch rechtliche Schritte bei Wirecard.
€uro am Sonntag
von W. Ehrensberger, Euro am Sonntag

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat den für 18. Dezember angesetzten Prozessauftakt im Kapitalanleger-Musterverfahren gegen den Möbelkonzern Steinhoff überraschend auf Eis gelegt. Als Begründung gab das Gericht an, die Musterparteien strebten zunächst einen Vergleich an.

Der Möbelkonzern war Ende 2017 nach Bilanzmanipulationen in eine extreme Schieflage geraten, der Börsenwert wurde fast völlig vernichtet. In dem Musterverfahren soll insbesondere geklärt werden, ob Steinhoff den Kapitalmarkt falsch oder nicht rechtzeitig über dokumentierte Bilanzmanipulationen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro informiert hat.

Vonseiten der Kläger wird das Verfahren von der Tübinger ­Anwaltskanzlei Tilp geführt, die nach eigenen Angaben gegen Steinhoff Forderungen von institutionellen Investoren und Privatanlegern in Milliardenhöhe vertritt.

Tilp-Anwalt Maximilian Weiss begrüßte gegenüber €uro am Sonntag die Suche nach einer Vergleichslösung. "Für mich ist zwar entschieden, dass Steinhoff gegenüber den Anlegern haftet", mit einem Vergleich könne aber möglicherweise früher ein für alle Seiten besseres Ergebnis erzielt werden als in einem Prozess, vor allem mit Blick auf die schwere Krise, in der sich das Unternehmen befinde. "Der Spatz in der Hand ist da womöglich besser als die Taube auf dem Dach", sagte Weiss.

Trotz der komplexen Prozesslandschaft mit mehreren Verfahren in Südafrika und den Niederlanden sei er "sehr zuversichtlich, dass man einen Teil des bereits verlorenen Geldes zurückholen kann", so Weiss.

Signale vor dem großen Knall


Bei Steinhoff hatte es schon vor dem großen Knall im Dezember 2017 deutliche Anzeichen für falsche Bilanzen gegeben. Entsprechende Medienberichte wurden vom Unter­nehmen per Ad-hoc-Mitteilung dementiert. Später haben sich die Vorwürfe bestätigt, und der Kurs brach ein.

Anwalt Weiss zieht Parallelen zu den Manipulationsvorwürfen gegen den Zahlungsabwickler Wirecard. Die "FT" hatte seit Jahresbeginn mehrfach über Bilanzmanipulationen berichtet. Wirecard hatte dies stets zurückgewiesen und zuletzt einer unabhängigen Prüfung durch die Wirtschaftsprüfer KPMG ­zugestimmt. "Die Parallele ist, dass hier massive Vorwürfe im Raum stehen - und Wirecard dies ebenso massiv dementiert."

Die Kanzlei Tilp prüft derzeit rechtliche Schritte, ist aber laut Weiss noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen. Aber: "Uns liegt eine Bilanz­experten-Analyse vor, auf deren Basis wir davon ausgehen, dass die Wirecard-Finanzberichte tatsächlich fehlerhaft sein könnten." Der Anwalt hat zudem wenig Hoffnung, dass KPMG die Vorwürfe aufklärt. "KPMG wird nur prüfen, was es von Wirecard bekommt. Genau das ist das ­Problem."


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