06.05.2021 21:36

Bidens Steuerplan und seine Lücken - Die "Buffett-Regel" sollte mehr Beachtung finden

Steuerpläne: Bidens Steuerplan und seine Lücken - Die "Buffett-Regel" sollte mehr Beachtung finden | Nachricht | finanzen.net
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Die Steuerlast für US-Bürger mit einem Einkommen von über einer Million US-Dollar könnte sich durch Bidens neuen Steuerpläne fast verdoppeln. Der US-Präsident will Kapitalerträge deutlich höher besteuern. Warren Buffett hatte schon vor über 10 Jahren einfache und gezielte Ansätze für eine Steueranpassung zu Gunsten der breiten Masse.
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• Geplante Steuererhöhung von Biden-Regierung soll Reiche besonders treffen
• Die "Buffett Regel" hat einfache und gezielte Ansätze für die Steuerpolitk
• Auswirkungen auf Aktienkurse wenn nur kurzweilig

Die neuen Steuerpläne von Joe Biden

Nach Jahrzehnten niedriger Steuern will der neue US-Präsident Joe Biden insbesondere die Reichen Amerikaner zur Kasse bitten. "Es ist Zeit, dass Amerikas Unternehmen und das reichste Prozent der Bevölkerung anfangen, ihren gerechten Anteil zu bezahlen", so Joe Biden in seiner ersten großen Rede vor dem Kongress. Den Steuerplänen der US-Regierung zufolge soll der Spitzensteuersatz von 37 Prozent auf 39,6 Prozent angehoben werden, was jedoch nur 1 Prozent aller US-Haushalte betrifft, da der Spitzensteuersatz erst ab einem Jahreseinkommen über 400.000 US-Dollar greift. Zuvor wurde der höchste Steuersatz erst ab einem Einkommen von knapp über 500.000 US-Dollar fällig. Des Weiteren soll die Kapitalertragssteuer von 20 auf den normalen Einkommensteuersatz angehoben werden, das bedeutet bei absoluten Spitzenverdienern fast eine Verdopplung der Abgaben. Mit diesen zusätzlichen Einnahmen solle ein Plan für Familienhilfen finanziert werden, das Geld soll in Bereiche wie Bildung und Kinderversorgung fließen. Diese Pläne Bidens müssen jedoch erst vom Kongress akzeptiert werden. Hierbei ist es auch denkbar, dass am Ende ein weniger starker Kompromiss geschlossen wird.

Warren Buffetts Lösung

Börsen-Legende Warren Buffett kritisierte schon im Jahr 2007, dass sein eigener Grenzsteuersatz unter 20 Prozent liege, wohingegen der durchschnittliche Steuersatz seiner Mitarbeiter bei über 30 Prozent stehe, so Lawrence A. Cunningham von MarketWatch. So kam es im Jahr 2012 unter der Obama-Regierung zur "Buffett-Regel", die besagt das diejenigen, die Millionen verdienen, keine niedrigeren Steuern zahlen sollten, als diejenigen, die ein deutlich geringeres Einkommen haben. Buffett schlug hierfür eine jährliche Einkommensteuer - ohne Schlupflöcher - von 30 Prozent auf Einkommen zwischen 1 und 10 Millionen US-Dollar vor und eine Einkommensteuer von 35 Prozent für alle, die noch mehr verdienen. Außerdem habe sich Buffett für die Abschaffung von "Carried Interests" ausgesprochen, die als Schlupfloch für Einnahmen von Fonds-Managern gelten, so Cunningham. Somit sollen nur sehr reiche Menschen wie auch Buffett selbst zur Kasse gebeten werden. In der Steuerreform unter Obama scheiterte die "Buffet-Regel" vor dem Kongress.

Die Unterschiede

Durch die Steuerpläne Bidens und die Erhöhung der Kapitalertragssteuer werden zwar auch die reichsten des Landes verstärkt zur Kasse gebeten, jedoch würde sich eine Erhöhung der Kapitalertragssteuer auch auf die breite Masse der amerikanischen Mittelschicht auswirken. Fast jeder, der etwas von seinem Einkommen in Aktien oder ähnliche Assetklassen investiert, wäre von dieser Änderung betroffen. Auch der Spitzensteuersatz setzt in Bidens Vorhaben niedriger an als nach der "Buffett-Regel". Außerdem schreckt die Biden-Regierung vor einer Abschaffung der "Carried Interests" zurück, obwohl diese wirklich nur absolute Top-Verdiener treffen würde. Buffetts Vorschläge zielen also noch stärker darauf ab, tatsächlich nur die wohlhabendsten Amerikaner stärker zu besteuern. Ob die Vorschläge Buffetts eines Tages wirklich in der Steuerpolitik der USA angewendet werden, und ob Joe Bidens Steuerpläne ohne Kompromisse durch den Kongress kommen, bleibt jedoch vorerst abzuwarten.

Auswirkungen auf die Börse

Nach der ersten Ankündigung der Steuerpläne reagierten die Anleger mit Gewinnmitnahmen, was bei einer möglichen Steuererhöhung nicht untypisch ist. Insgesamt müssten sich Börsianer jedoch keine Sorgen machen, so Andreas Deutsch von Der Aktionär. Aktienkurse geben sechs Monate vor einer Erhöhung der Kapitalertragssteuer im Schnitt zwar 3 Prozent nach, in der Zeit nach der Erhöhung stiegen sie in der Vergangenheit jedoch um knapp 15 Prozent wieder an. Somit sollten mögliche Änderungen für langfristig orientierte Anleger keine Gefahr darstellen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Ron Adar / Shutterstock.com, Daniel Zuchnik/WireImage
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