04.05.2020 06:29

In Corona-Krise falsch gehandelt: Ray Dalio räumt bei weltgrößtem Hedgefonds Fehler ein

Unsicherheit bei Bridgewater: In Corona-Krise falsch gehandelt: Ray Dalio räumt bei weltgrößtem Hedgefonds Fehler ein | Nachricht | finanzen.net
Unsicherheit bei Bridgewater
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Der weltgrößte Hedgefonds, Bridgewater, wurde von den Entwicklungen an den Märkten infolge der Corona-Unsicherheit offenbar kalt erwischt: Hedgefonds-Gründer Ray Dalio räumt ein, dass er und sein Team falsche Entscheidungen getroffen haben.
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• Den weltgrößten Hedgefonds, Bridgewater, hat die Corona-Krise kalt erwischt
• Ray Dalio räumt Fehleinschätzungen ein
• Kombination mit Nullzins gefährlich


Auch ein legendärer Investor wie Ray Dalio kann Fehler machen: Dass ihm dies ausgerechnet zu einem Zeitpunkt passiert, an dem die Finanzmärkte weltweit vor einer historischen Herausforderung stehen, ist ganz schlechtes Timing und könnte seinen Hedgefonds Milliarden kosten.

Krise nicht adäquat eingeschätzt

13 Prozent soll der Pure Alpha Fund II, das wichtigste Produkt von Bridgewater, von Monatsanfang bis Mitte März verloren haben. Noch nie hat der Fonds schlechter abgeschnitten: Zuletzt war der Pure Alpha 2008 im Rahmen der Finanzkrise zweistellig eingebrochen.

Dabei ist die aktuelle Krise eigentlich wie gemacht für Unternehmen wie Bridgewater, immerhin haben viele Hedgefonds Wetten auf sinkende Kurse an den Aktienmärkten laufen.

So hielt es 2008 auch Ray Dalio, der das Jahr mit einem Plus abschließen konnte, weil sein Unternehmen von der Krise an den Märkten profitierte und Gewinne einfuhr. Doch die Erfolgsgeschichte wiederholt sich 2020 offenbar nicht, denn die Verwerfungen an den Finanzmärkten infolge der Corona-Krise hat der Investor wohl nicht kommen sehen.

Im Interview mit der "Financial Times" räumte Dalio ein, nicht adäquat auf die Marktentwicklungen reagiert zu haben, stattdessen habe er die Lage falsch eingeschätzt. Er und seine Kollegen von Bridgewater hätten nicht gewusst, "wie wir auf das Virus reagieren sollten", so der Investor. Statt das Risiko herauszunehmen, habe man "sich entschieden, in den bestehenden Positionen zu bleiben". Das sei insofern unbefriedigend, als dass der Fonds - wie 2008 - eigentlich in solch einer Marktlage Gewinne erwirtschaften sollte, so Dalio weiter.

Dalio zeigt sich beunruhigt

Inzwischen hat Dalio, der noch vor einigen Wochen betont hatte, er halte die Auswirkungen des Virus auf die Finanzmärkte für übertrieben, den Ernst der Lage offenbar erkannt. In einer Mitteilung zeigte er sich zum Wochenstart besorgt, was die Kombination aus Nullzinspolitik und einer sich ausbreitenden Pandemie angehe. "Die Kombination von Zinssätzen bei 0 Prozent und der Unsicherheit des COVID-19-Ausbruchs ist besorgniserregend", so der Investor. "Obwohl es sich um eine äußerst schwere Infektionskrankheit handelt, die viele schädliche wirtschaftliche Auswirkungen haben wird, machen mir diese Dinge allein keine Angst. In Kombination mit den langfristigen Zinssätzen, die die harte Untergrenze von 0% erreichen, macht mir das wirklich Sorgen", erklärte Dalio weiter.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Michel Euler/AP, CNBC/Getty Images
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