12.05.2016 14:48

UPDATE2/Bank of England hält vor Brexit-Referendum still

Folgen
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   --Leitzins verharrt bei 0,50 Prozent

   --Rat fällt einstimmiges Votum

   --BoE warnt vor Brexit-Folgen

   (NEU: Aussagen von Gouverneur Carney)

   Von Andreas Plecko

   LONDON/FRANKFURT (Dow Jones)--Sechs Wochen vor dem Brexit-Referendum hält die Bank of England (BoE) in der Geldpolitik still. Die Währungshüter entschieden bei ihrer Sitzung am Donnerstag einstimmig, den geldpolitischen Schlüsselzins auf dem Rekordtief von 0,50 Prozent zu belassen. Der Zinsbeschluss war von Ökonomen und Börsianern so erwartet worden.

   Die Geldpolitiker mit Gouverneur Mark Carney an der Spitze warnten, dass ein Brexit, also ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU, das britische Wachstum "materiell" dämpfen würde. Damit verbunden wäre eine höhere Arbeitslosigkeit und auch eine stärkere Inflation, weil das Pfund an Wert verlieren dürfte, eventuell sogar sehr stark.

   Im Anschluss an die Sitzung sagte Carney, das Wachstum habe sich schon vor dem Referendum abgeschwächt, weil Investoren verunsichert seien. Nach dem Brexit-Votum sei sogar eine "Rezession möglich", warnte Carney. Die Geldpolitik könne nicht alle Effekte des Brexit-Votums auffangen.

   Die BoE wartet gebannt auf die Volksabstimmung am 23. Juni über die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU. Das binäre Risiko eines Ausscheidens lastet bereits jetzt auf der Wirtschaft des Landes, Firmen zögern mit Personaleinstellungen und Investitionen.

   Im Falle eines Brexit könnte Großbritannien auch vor "großen Finanzierungsschwierigkeiten" stehen, mahnten die Währungshüter, weil ausländische Investoren verschreckt würden, die bislang mit ihren Geldern die klaffende Lücke in der Außenhandelsbilanz schließen.

Notenbank macht auf Zielkonflikt aufmerksam "Unter solchen Umständen würde der geldpolitische Rat vor dem Zielkonflikt stehen, entweder die Inflation zu stabilisieren oder die Produktion und die Beschäftigung", erklärte die BoE. Die Entscheidung, ob die Zinsen erhöht oder gesenkt würden, hänge dann von der Größenordnung und von der Beständigkeit der jeweiligen ökonomischen Konsequenzen ab.

   Die Aussagen der BoE zu den Folgen eines Brexit stellen die bislang ausführlichsten Einschätzungen zu den kurzfristigen Konsequenzen für die britische Wirtschaft dar. Bislang hatten sich die Währungshüter zu Aussagen über die möglichen Folgen sehr zurückgehalten.

   Die BoE veröffentlichte zugleich neue Prognosen zu Wachstum und Inflation. Dabei wurde unterstellt, dass Großbritannien in der EU bleibt. Die Notenbank kappte ihre Wachstumsprognose für 2016 von 2,2 auf 2,0 Prozent, für 2017 von 2,4 auf 2,3 Prozent und für 2018 von 2,5 auf 2,3 Prozent. Die Inflation soll bis zum Frühjahr 2018 wieder auf den Zielwert von 2,0 Prozent steigen.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/DJN/apo/brb

   (END) Dow Jones Newswires

   May 12, 2016 08:18 ET (12:18 GMT)

   Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 18 AM EDT 05-12-16

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