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14.08.2019 18:32
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Lebenserwartung von Erwerbstätigen wird durch hohe Belastung im Beruf verringert

Harte Arbeit, kürzere Rente: Lebenserwartung von Erwerbstätigen wird durch hohe Belastung im Beruf verringert | Nachricht | finanzen.net
Harte Arbeit, kürzere Rente
Harte Arbeit während des Berufslebens wirkt sich laut einer Studie der IAQ vor allem für Männer negativ auf die Lebenserwartungen aus. Hierdurch entstehen erneut Diskussionen bezüglich der Erhöhung des Renteneinstiegsalters und mögliche Modifizierungen, um soziale Ungleichheiten während der Rente auszugleichen.

Frauen verkraften harte Arbeit besser als Männer

Für Männer, die im Beruf täglich unter harter körperlicher Belastung stehen, prognostiziert das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg Essen eine kürzere Lebenserwartung, ermittelt wurde dies durch eine repräsentative Studie.
Demnach verringern schlechtbezahlte, körperliche Tätigkeiten die Lebenserwartung um über 6 Prozent, so werden heute 65-jährige Männer im Durchschnitt 75 Jahre alt, wohingegen Männer im Rentenalter, die in gut bezahlten Berufen mit geringerer Belastung arbeiteten, im Schnitt fünf Jahre älter werden. Die Studie definiert Belastung als körperlich anstrengende oder gefährliche Berufe. Zusätzlich werden Faktoren wie Überlastung, Herausforderungen und der damit verbundene Stress ebenfalls berücksichtigt.
Wohingegen die Studie nur geringe Unterschiede bei den Lebenserwartungen der Frauen erörtern konnte. Demzufolge profitieren hart und weniger hart arbeitende Frauen zwischen 15 und 19 Jahre von Rentenansprüchen, da viele Frauen ab dem Jahrgang 1960 mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Alter von 90 Jahren erreichen können.
Es wird davon ausgegangen, dass weniger physisch und mental belastende Berufe in der Regel von Besserverdienern mit höherer Bildung besetzt werden, wodurch sich soziale Ungerechtigkeit im Rentenalter zusätzlich verschärft. Zusätzliche Erhöhungen des Rentenalters würden demnach vor allem sozial Schwächere zukünftig belasten.

Die Studie bringt Diskussionen über flexibles Rentenalter ins Rollen

Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ist es unter anderem aufgrund dieser Studie nicht vertretbar, das Rentenalter für die gesamte Bevölkerung zu erhöhen. Denn neue Ungerechtigkeiten würden entstehen, da Schlechtverdienende so von der Rente noch kürzer profitieren würden, erklärte Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Gewerkschaftsbunds, gegenüber der Presseagentur dpa, und das sei nicht zu vertreten. Buntenbach ergänzt, somit sei "ein höheres Rentenalter nichts anderes als ein Rentenkürzungsprogramm", während "die auf der Sonnenseite des Lebens" Stehenden keine größeren negativen Auswirkungen erfahren würden.
Eine mögliche Lösung stellt ein flexibler Übergang vom Erwerbsleben in die Rente dar. Sollte ein Berufstätiger seiner Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen können und dementsprechend vorzeitig Rente beziehen, muss dies ohne Rentenabschläge möglich sein, kommentiert der DGB. Ein "sozialdifferenziertes Rentenalter" wird als Lösung von der Gewerkschaft hingegen abgelehnt.
Das gesetzlich unterstützte Rentenniveau steht bis 2025 konstant bei 48 Prozent, wobei der Deutsche Gewerkschaftsbund diese Frist bis 2030 verlängern und das Niveau langfristig auf 50 Prozent anheben möchte. Dem steigenden Renteneinstiegsalter soll dies entgegenwirken, um die Jahrgänge 1964 und jünger im Rentenalter zu entlasten. Diese werden ab 2031 das 67. Lebensjahr überschreiten und dementsprechend die neue Regelaltersgrenze für Rentenansprüche erreichen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Rafael Ben-Ari/Chameleons Eye/Fotolia, Marijus Auruskevicius / Shutterstock.com

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