Substance over Form

Substance over Form - Definition

Zentraler Bilanzierungsgrundsatz der IFRS und US-GAAP. Danach ist bei der Beurteilung eines Sachverhalts primär nicht auf seine rechtliche Gestaltung, sondern auf die wirtschaftlichen Auswirkungen abzustellen. Dies bedeutet, dass selbst dann, wenn eine bestimmte Bilanzierung zwar im Einklang mit dem Wortlaut des Gesetzes steht, Abweichungen erforderlich sind, um eine dem wirtschaftlichen Sachverhalt entsprechende Darstellung zu ermöglichen. Beispielsweise erfolgt nach IFRS (IAS 17) und US-GAAP bei Sale-and-Lease-Back-Verträgen i. d. R. keine Realisierung des vollen Buchgewinns im Zeitpunkt der Veräußerung, sondern verteilt über die Laufzeit des Mietvertrags bzw. der Nutzungsdauer. Im deutschen Recht ist - mit Ausnahme von Aspekten der Vermögenszuordnung gem. § 246 I HGB entsprechend dem Prinzip des wirtschaftlichen Eigentums in bestimmten Fällen - im Vergleich zu IFRS und US-GAAP stärker die getroffene rechtliche Gestaltung für die Bilanzierung maßgeblich als die wirtschaftliche Betrachtungsweise.

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Schneck (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 9. Auflage, München 2015
www.finanzen.net/wirtschaftslexikon/substance-over-form/9

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