Aktienrallye

Als Aktienrallye wird an der Börse ein Zeitraum bezeichnet, in dem die Aktienkurse über längere Zeit hinweg schnell und stark steigen. Synonym werden häufig auch die Begriffe Blase oder Run-up dafür verwendet.

Meist geht eine Aktienrallye mit einer Phase gesamtwirtschaftlicher Schwierigkeiten einher. Als Beispiel lässt sich das Platzen der Immobilienblase 2009 in den USA anführen. In der Folge befanden sich die Börsenkurse und vor allem die Leitindizes nicht im freien Fall, sondern legten stark zu. Die Folge davon: Trotz großer wirtschaftlicher Schwierigkeiten war das Jahr 2009 für Anleger das Beste seit 76 Jahren. Das heißt also, dass die Börse nicht immer den realen wirtschaftlichen Zustand eines Landes wiederspiegelt.

In Bezug auf die Anleger lässt sich feststellen, dass derjenige, der zu spät handelt, bei einer Aktienrallye von den Finanzmärkten bestraft wird. Und das gleich in doppelter Hinsicht: Derjenige, der den Beginn der Rallye verschläft und zu spät in Aktien investiert, verliert Geld. Vor allem private Anleger und Kleinsparer laufen Gefahr den richtigen Zeitpunkt zu verpassen. Unterdessen haben Investoren, Hedgefonds und Spekulanten die größten Gewinne bereits unter sich aufgeteilt. Aber auch derjenige, der zu spät wieder aussteigt, macht natürlich hohe Verluste. Schließlich folgt einer Aktienrallye in der Regel eine langfristige Abwärtsspirale an den Finanzmärkten. Privatpersonen, die ihr Geld dennoch halbwegs risikoarm anlegen wollen, sollten auf Firmen setzen, die ihnen eine hohe Dividende auszahlen.

Doch die kurzfristigen Auswirkungen einer Aktienrallye sind durchaus positiv. Sie stellt unter anderem die Liquidität der Banken sicher, die Zentralbanken bringen mehr Geld in Umlauf und kurbeln damit die Konjunktur an.