Bollinger Bänder

Die Bollinger Bänder sind ein in den 1980er Jahren entwickeltes Verfahren zur Kursanalyse. Die Methode stammt vom Amerikaner John A. Bollinger und ermöglicht eine zuverlässige Visualisierung von Preisvolatilitäten. Für eine Kauf- oder Verkaufsentscheidung sollten allerdings noch weitere Parameter herangezogen werden.

John Bollinger war zu einer Zeit unabhängiger Börsentrader, als die Fortschritte der Computertechnologie die Möglichkeiten der modernen Chartanalyse revolutionierten. Bollinger war immer darauf bedacht, eine Vereinigung zwischen der fundamentalen und technischen Analyse zu finden, nicht deren Differenz. Für seine eigenen Optionsgeschäfte entwickelte er Bänder, welche die Standardabweichung der Volatilität anzeigten. Als er das erste Mal in einem Interview darüber befragt wurde, entschied er sich spontan, sie Bollinger Bänder zu nennen. Später wurde John Bollinger Chefanalyst einer Investmentbank und hatte im Besonderen die Aufgabe, seine technische Analyse der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Bollinger Bänder bestehen aus drei Linien (simple moving average, entry band, exit band). Das mittlere Band wird aus dem arithmetischen gleitenden Durchschnitt von vergangenen „n-Tagen“ errechnet. Das obere Band wird errechnet, indem die Standardabweichung mit dem Faktor k multipliziert und das Resultat zum Mittelwert addiert wird. Das untere Band errechnet sich auf die gleiche Art, nur dass das Resultat vom Mittelwert subtrahiert wird. Die Größe von k steuert den Abstand zwischen den beiden Begrenzungsbändern.

Bollinger Bänder

Die praktische Deutung der Bollinger Bänder geschieht meist wie folgt:

1. Bewegt sich ein Kurs in die Nähe des oberen oder unteren Bandes, dann ist mit einem kurzfristigen Rebound in Richtung des anderen Bandes zu rechnen. Denn grundsätzlich hat der Kursverlauf die Tendenz, sich innerhalt der Bollinger Bänder zu bewegen.

2. Bricht der Kurs aus den Bollinger Bändern aus, ist von einer Fortsetzung der Bewegung in die gleiche Richtung auszugehen.

3. Eine Verengung des oberen und unteren Bandes deutet auf eine bevorstehende große Kursbewegung hin, in eine nicht voraussagbare Richtung.

John Bollinger hat mehrfach darauf hingewiesen, dass die Bänder nur Entscheidungshilfen darstellen und nicht als alleiniges Handelssignal verwendet werden dürfen. Im Frühjahr 2010 hat er an verschiedenen Konferenzen rund um den Globus drei neue Indikatoren (BB Impulse, BandWidth Percent, BandWidth Delta) vorgestellt, welche die Aussagekraft der Bollinger Bänder ergänzen sollen.

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