Mediaset kauft 9,6 Prozent an ProSiebenSat.1 - ProSieben-Aktie beflügelt

Der Medienkonzern Mediaset hat sich Anteile an ProSiebenSat.1 gesichert.
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Mediaset habe 9,6 Prozent der Anteile an dem deutschen Unternehmen mit Sitz in Unterföhring bei München übernommen, teilte Unternehmenschef Pier Silvio Berlusconi am Mittwoch mit. Er ist der Sohn des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, der sich 1994 aus der Konzernführung zurückgezogen hatte.
"Der freundliche Anteilserwerb an ProSiebenSat.1 ist eine langfristige Entscheidung, die darauf abzielt, Wertschöpfung mit einer zunehmend internationalen Ausrichtung zu schaffen", sagte er. Mediaset sei stolz darauf, in die Zukunft des frei empfangbaren europäischen Fernsehens zu investieren.
Mediaset ist nach eigenen Angaben der größte Anbieter für kommerzielles Fernsehen in Italien und Spanien.
ProSiebenSat.1 arbeitet seit Längerem mit den Italienern in der Europäischen Medien-Allianz (European Media Alliance) zusammen. Immer wieder war über einen Einstieg der Italiener spekuliert worden. Dies hatten die Unterföhringer aber stets zurückgewiesen.
So reagieren die Aktien
Die Meldung über den Einstieg des italienischen Mediaset-Konzerns bei ProSiebenSat.1 hat den Aktien der Münchener TV-Senderkette am Mittwoch einen Sprung nach oben beschert. Allerdings büßten die Papiere im Verlauf große Teile ihres anfänglich fast 9-prozentigen Anstiegs ein und notierten zum Handelsende noch 1,43 Prozent höher bei 14,86 Euro. Die Aktie des Käufers verlor in Italien rund 0,5 Prozent. Mediaset beteiligt sich mit knapp 10 Prozent an dem Münchner MDAX-Konzern.
ProSieben-Anleger hatten zuletzt nichts zu lachen. Vor einem Jahr waren die Aktien des einstigen DAX 30-Mitglieds noch etwa doppelt so viel wert. Der Medienwandel setzt dem Konzern zu. Schwache Werbeumsätze hatten zwischenzeitlich belastet. Zudem hatte der Konzern mit einer Dividendenkürzung und einer gesenkten Jahresprognose Ende 2018 geschockt.
Die Angebote von Streaming-Anbietern wie Netflix überzeugen immer mehr Verbraucher. Dem will ProSiebenSat.1 mit einem neuen Streaming-Dienst Joyn, der im Juni starten soll, etwas entgegensetzen.
Berenberg-Analystin Sarah Simon vermutet, Mediaset wolle mit ProSieben zusammenarbeiten, um letztlich Kosten zu sparen etwa beim Aufbau von Streaming-Technologie. Eine echte Fusion sieht sie zumindest in naher Zukunft nicht, wird sie von der Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert.
Gerüchte um eine Beteiligung von Mediaset an ProSiebenSat.1 hatte es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Mit dem aktuellen Kurssprung nehmen die ProSieben-Aktien immerhin ihr jüngstes Zwischenhoch von Mitte Mai bei knapp unter 16 Euro wieder ins Visier.
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COLOGNO MONZESE/FRANKFURT/UNTERFÖHRING (dpa-AFX)
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Bildquellen: Holger Rauner © ProSiebenSat.1 Media AG