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30.11.2020 22:41

Vom Farbstoffhersteller zum Weltmarktführer: Der Aufstieg der Bayer AG

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Die Bayer AG agiert heute als einer der Weltmarktführer in der Pharma- und Chemieindustrie. Auf dem Weg an die Spitze erlebte das Unternehmen über 150 Jahre hinweg Höhen und Tiefen. So wurde aus einem Farbstoffhersteller ein global erfolgreiches Unternehmen.
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• Vom Farbstoffunternehmen zum Chemie-Giganten
• Von der Enteignung durch die Alliierten bis zur Weltspitze
• 43,55 Milliarden Euro Umsatz

Die ersten Jahre

Die heutige Bayer AG wurde am 1. August 1863 in Wuppertal von Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott unter dem Namen ‘Friedr. Bayer et comp.‘ als offene Handelsgesellschaft gegründet.

Bayer war Farbstoffhändler und Weskott Färbermeister, entsprechend wurde das Unternehmen als Farbstoffhersteller und -vertrieb gegründet. Die Unternehmer nutzten einen damals neuartigen chemischen Prozess zur Herstellung von synthetischen Farben, welche sie hauptsächlich an Textilkonzerne verkauften.

Zwischen 1863 und 1881 drängten immer mehr Farbfabriken auf den Markt, weshalb sich Bayer mittels Innovation und Durchhaltevermögen gegen die starke Konkurrenz durchsetzen musste. Als dies auf dem heimischen Markt gelang, plante das Unternehmen eine internationale Expansion, welche via Umstrukturierung finanziell ermöglicht werden sollte. Entsprechend wurde das Unternehmen 1881 in die Aktiengesellschaft Friedr. Bayer & Co. umgewandelt, die nun an der Börse gehandelt werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Konzern bereits mehr als 300 Mitarbeiter.

Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte sich die AG zu einem global agierenden Chemiekonzern, wobei die Farbproduktion vorerst weiterhin als hauptsächliches Standbein des Unternehmens fungierte. In der Wuppertaler Zentrale entstanden bei Laborarbeiten aber neben Farbstoffen die ersten Arzneimittel und Zwischenprodukte.

Die Gründung des Pharmasektors

1888 wurde der Pharmasektor des Unternehmens gegründet, welcher mit der Zeit immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung für Bayer gewann. 1899 entstand dann das bahnbrechende Pharmaprodukt Aspirin, welches vom Chemiker Felix Hoffmann entwickelt wurde.

Bereits 1913 erwirtschaftete der Konzern circa 80 Prozent des Gesamtumsatzes aus Exporten in die gesamte Welt. Tochtergesellschaften in den USA, Russland Frankreich, Belgien und Großbritannien beschäftigen zu dieser Zeit rund 1.000 Mitarbeiter.

Schon 1912 erwies sich die Zentrale in Wuppertal als nicht mehr ausreichend, woraufhin der Umzug nach Leverkusen vollzogen wurde.

Das Unternehmen musste in dieser Zeit aufgrund des Ersten Weltkrieges jedoch herbe wirtschaftliche Schläge hinnehmen, Exporte fielen weg und Tochtergesellschaften wurden enteignet. Erst 1924 stabilisierte sich die finanzielle Situation nach turbulenten Jahren wieder.

Von 1925 bis 1953

1925 verschwand Bayer jedoch aus dem Handelsregister. Grund dafür war eine Fusion mit der I.G. Farbindustrie AG, im Zuge derer Bayer das gesamte Unternehmensvermögen übertrug. Bis zum Zweiten Weltkrieg trieb die Farbindustrie AG weitere Innovationen voran, litt aber auch unter der Weltwirtschaftskrise. 1928 bis 1932 mussten tausende Mitarbeiter entlassen werden.

1945, also zum Ende des Zweiten Weltkriegs, übernahmen britische Besatzungsmächte das Leverkusener Werk der I.G.. Diese wurde durch die Alliierten in zwölf Unternehmen aufgespaltet, woraus am 19. Dezember 1951 die Bayer AG entstand, welche die Werke in Leverkusen, Elberfeld, Uerdingen und Dormagen erhielt. Zwei Jahre später, 1953, wurde das Unternehmen auch wieder an der Börse gehandelt.

Das zweite Leben der Bayer AG

Dieser Zeitpunkt galt als zweiter Neuanfang für die Bayer AG. In den 1950ern erwarb der Konzern wieder Anteile an ausländischen Tochtergesellschaften, um den wirtschaftlich wichtigen Exportmarkt erneut für sich gewinnen zu können. Im Zuge dessen wurde Bayer 1957 mit der Gründung der Erdölchemie GmbH zum Chemiekonzern transformiert. Hier wurde die Forschung vorangetrieben und weitere Expansionen durchgeführt, sodass Bayer im Jahr 1963 insgesamt rund 80.000 Beschäftige zählte und nach eigenen Angaben Umsätze von 4,7 Milliarden Deutsche Mark verzeichnete. Die Zeit des Wirtschaftswunders ließ Bayer bis zur Ölkrise 1974 kontinuierlich wachsen.

Trotz der wirtschaftshemmenden Ölkrise übernahm Bayer in den Jahren 1974 und 1978 die US-amerikanischen Firmen Cutter Laboratories Inc. und Miles Laboratories Inc. und sicherte sich hierdurch strategisch wertvolle Marktpositionen. Zu Beginn der 80er litt Bayer nichtsdestotrotz unter den Folgen der globalen Rezession. In dieser Zeit wurde bis 1988 dennoch der Pflanzen- und Pharmasektor weiter ausgebaut, Investitionen in Höhe von 800 Millionen Deutsche Mark wendete der Konzern in diesem Zeitraum auf. Hieraus entstanden bekannte Medikamente wie Adalat und Ciprobay, welche 1988 zu einem Jahresumsatz von 40 Milliarden Deutsche Mark bei 165.000 Mitarbeitern beitrugen. Im selben Jahr wurde die Bayer AG in Tokio an der Börse gelistet - und zwar als erste deutsche Firma.

Die 1990er und 2000er Jahre

In den 1990ern expandierte Bayer immer weiter, Konkurrenten wurden weltweit geschluckt und somit Marktpositionen gesichert. 1994 kaufte Bayer die Namensrechte in den USA zurück und konnte nun auch dort wieder mit dem eigenen Namen auftreten und Geschäfte abwickeln. Bis zum Anfang der 2000er kauft Bayer in den USA und weltweit weitere Unternehmen auf.

Bis 2010 schloss Bayer demnach unzählige Übernahmen und Neustrukturierungen ab. Diverse Medikamente wurden entwickelt, für welche das Unternehmen mit Forschungspreisen geehrt wurde. 2001 kaufte der Konzern schließlich das Pflanzenschutzunternehmen Aventis CropScience für 7,25 Milliarden Euro auf, wodurch sich Bayer quasi über Nacht in diesem Sektor zum globalen Marktführer beförderte. 2004 ging der Konzern eine Partnerschaft mit den Vereinten Nationen ein und unterstützte nun diverse Umweltprogramme. Die Übernahme der Consumer-Health-Abteilung von Roche folgte nur ein Jahr später. 2008 schloss Bayer eine auf zwei Jahre begrenzte Partnerschaft mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum ab.

2010 bis heute

Im Jahr 2013 wurde der Bayer-Konzern 150 Jahre alt und feierte dies im Folgejahr gleich mit diversen Übernahmen und Partnerschaften. So wurde etwa das norwegische Unternehmen Algeta übernommen sowie das Consumer-Care-Geschäft des US-amerikanischen Konzerns Merck & Co. .

Die Division CropScience erwarb 2014 zudem Vermögenswerte von DuPont Crop Protection, wodurch Bayer im Landwirtschaftssegment in Kanada, Mexiko, Australien, Neuseeland und den USA einen weiteren Markt führend einnahm.

2016 wurde die medial rege diskutierte Übernahme von Monsanto schriftlich vereinbart, welche 2018 letztendlich durchgeführt wurde. Diese Übernahme erwies sich allerdings als Desaster. Bayer sieht sich bis heute zahlreichen Klagen von Verbrauchern gegenüber, da Medikamente von Monsanto laut Klägern Krebs verursacht haben sollen. Neben den entstandenen Schäden hinsichtlich des öffentlichen Rufs, werden sich die Strafkosten voraussichtlich im Milliardenbereich bewegen.

Die Gegenwart

Heute wird der Konzern von Werner Baumann geleitet und ist ein divisional gegliedertes Unternehmen, welches im Jahr 2019 einen Umsatz von 43,55 Milliarden Euro verzeichnete, wobei Nordamerika mit 15,08 Milliarden Euro der für Bayer umsatzstärkste Markt war. Insgesamt konnte ein Gewinn in Höhe von 4,09 Milliarden Euro generiert werden.

Mit 19,83 Milliarden Euro Umsatz war das CropScience-Segment im vergangenen Jahr der größte Sektor der Bayer AG, gefolgt vom Pharma-Sektor mit 17,96 Milliarden Euro.

Zu der Bayer AG zählen stand 2020 insgesamt 420 Gesellschaften, an welchen der Konzern mindestens 50 Prozent der Anteile hält. Knapp 104.000 Beschäftigte sind bei dem Pharma-Giganten aktuell angestellt.

Henry Ely / Redaktion finanzen.net

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