D-Day für Air Berlin

Bieterverfahren » Bis zum 25. September soll eine Entscheidung über die Zukunft der Airline fallen. Die Lufthansa-Aktie ist auf Höhenflug.
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von W. Ehrensberger, €uro am Sonntag
Der Verkauf der insolventen Fluglinie Air Berlin rückt näher: "Die nächste Gläubigerausschusssitzung ist am 21. September", so Air-Berlin-Sprecher Ralf Kunkel gegenüber €uro am Sonntag. "Mit einem endgültigen Beschluss ist dann bis zum 25. September zu rechnen."
Unterdessen haben die kurzfristigen Krankmeldungen von rund 200 Air-Berlin-Piloten in den vergangenen Tagen vor allem die Kundschaft weiter verunsichert - und damit dem Hauptkonkurrenten Lufthansa in die Hände gespielt, glaubt DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp. "Das schlägt sich positiv auf die Buchungszahlen bei Lufthansa nieder. Und die Kranich-Airline ist im Rennen um Air Berlin weiterhin in einer hervorragenden Position", sagt er.
Bis Freitag (nach Redaktionsschluss) waren rund ein halbes Dutzend Angebote für Air Berlin eingegangen. So will der Unternehmer Niki Lauda nach eigenen Angaben zusammen mit dem Reisekonzern Thomas Cook und dessen Tochter Condor 100 Millionen Euro für Teile der Airline bieten.
Neben der Lufthansa hat auch der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl ein gestaffeltes Angebot von bis zu 500 Millionen Euro eingereicht. Als weitere Interessenten gelten die britische Billiglinie Easyjet sowie die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Link Global Logistics. Air Berlin hatte Mitte August Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb wird derzeit mithilfe eines staatlichen Überbrückungskredits von 150 Millionen Euro am Laufen gehalten.
Größter Gewinner im DAX
Unterdessen hat die Lufthansa-Aktie in der vergangenen Woche ihren Höhenflug weiter fortgesetzt, bevor die Aufwärtsbewegung am Donnerstag vorerst zum Stillstand kam. Mit einem Plus von rund 86 Prozent ist das Papier bisher der größte Gewinner des Jahres im DAX. Die Kurserholung ist Analysten zufolge eine Wette auf eine erfolgreiche Restrukturierung der Airline durch Konzernchef Carsten Spohr. Der Konzern ist berüchtigt für komplexe Strukturen, streikfreudiges Personal und viel Bürokratie. Doch selbst Risikofaktoren wie zum Beispiel die hohen Pensionsverpflichtungen halten etwa die Analysten der UBS inzwischen für beherrschbar. Und langfristige Tarifabschlüsse mit Flugbegleitern und Piloten haben zuletzt auch an dieser Front für Ruhe gesorgt.
Für 2017 hat der Konzern die Ergebnisprognose jüngst nach oben korrigiert. Im ersten Halbjahr hat der bereinigte operative Gewinn kräftig zugelegt. Für weitere Kursanstiege sind allerdings auch deutliche operative Fortschritte nötig. Die mittelfristigen Perspektiven für die Branche bleiben positiv, auch wenn der irische Wettbewerber Ryanair immer stärker auf das deutsche Stammterritorium der Lufthansa vordringt.
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Bildquellen: Adam Berry/Getty Images, PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images