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18.04.2020 08:00

Ökonomen-Barometer: Nach sechs Wochen Pause wird es kritisch

Euro am Sonntag-Meldung: Ökonomen-Barometer: Nach sechs Wochen Pause wird es kritisch | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Meldung
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Führende Volkswirte dringen auf Tempo bei den schrittweisen Lockerungen der Corona-Restriktionen. Das Barometer sinkt unterdessen auf einen historischen Tiefstand.
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€uro am Sonntag

von Wolfgang Ehrensberger, €uro am Sonntag

Das Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag gibt es seit Ende 2006. Nicht einmal während der Finanzkrise 2008/2009 ist der Konjunktur­indikator auf einen so niedrigen Wert abgesackt wie im April 2020: Mit nur noch 15,5 (Vormonat: 38,5) Punkten liegt der aktuelle Stand noch niedriger als im Juni 2009, als mit 15,9 Punkten das bisherige Rekordtief erreicht war. Auch für die kommenden zwölf Monate rechnen die Experten nicht mit Besserung: Die Prognose halbierte sich im April auf 14,6 Punkte (Vormonat: 28,7).

Am vergangenen Mittwoch hatten Bund und Länder eine schrittweise, vorsichtige Lockerung der Einschränkungen in der Corona-Krise eingeleitet. Unter anderem können kleinere Einzelhändler bereits ab kommender Woche wieder öffnen, Schulen ab dem 4. Mai. Während etwa Ifo-Chef Clemens ­Fuest die Lockerungen grundsätzlich begrüßt, gehen sie dem IfW-Präsidenten Gabriel Felbermayr nicht weit genug für eine durchgreifende Erholung der Wirtschaft.

Grundsätzlich hält auch eine Mehrheit von über 70 Prozent der im Ökonomen-Barometer befragten Volkswirte den Weg der schrittweisen Öffnung für den richtigen. Doch viel Zeit bleibt nicht: Der Umfrage zufolge sehen drei von vier Ökonomen (insgesamt 73 Prozent) die magische Grenze, ab der irreparable Schäden für die Wirtschaft drohen, zwischen vier und acht Wochen Dauer beim sogenannten Shutdown. 33 Prozent der Ökonomen - die größte Gruppe - halten sechs Wochen Pause gerade noch für verkraftbar. Nur eine Minderheit von 13 Prozent hält dagegen ein Quartal oder mehr für möglich.

U-förmiger Krisenverlauf

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte diese Woche seine Schätzungen für die Weltwirtschaft so stark gesenkt wie nie zuvor: 2020 bringe vermutlich die schlimmste Rezession seit der Großen Depression in den 1930er-Jahren, sagte IWF-Chefökonomin Gita Gopinath. Für das nächste Jahr erwartet der IWF jedoch eine kräftige Erholung. Die im Ökonomen-Barometer befragten Volks­wirte gehen mehrheitlich (52 Prozent) von einem U-förmigen Verlauf der Wirtschaftskrise aus, nur Minderheiten von ­jeweils 23 Prozent rechnen mit einem kurzen Einschnitt (V-Verlauf) beziehungsweise einem sehr langen Tal (L-Szenario). Etwa drei Viertel der Befragten erwarten dabei einen Einbruch der Wirtschaftsleistung in Deutschland von etwa minus fünf bis minus zehn Prozent und damit ähnlich stark wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009, als die Wirtschaftsleistung um minus sieben Prozent zurückging.

Von den staatlichen Krisenmaßnahmen erhält die staatlich bezuschusste Kurzarbeit die besten Noten von den Ökonomen. Vier von fünf Befragten (81 Prozent) halten sie für "sehr geeignet". Etwas weniger klar fällt der Zuspruch bei den staatlich geförderten KfW-Sonderkrediten aus, die 42 Prozent als "sehr geeignet" einstufen, weitere 48 Prozent aber nur als "eher geeignet".

Ähnliche Werte erzielen tilgungsfreie Liquiditätszuschüsse an kriselnde Unternehmen. Hier gibt es allerdings mit 17 Prozent auch deutlich mehr Zweifler, die das Instrument für "eher ungeeignet" halten. Staatsbeteiligungen an stark gefährdeten Unternehmen halten 29 Prozent für "sehr geeignet", immerhin 47 Prozent für "bedingt geeignet" und 23 Prozent für "(eher) ungeeignet".







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Bildquellen: Hans RW Goksoyr / Shutterstock.com
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