Gerresheimer: Gar keine Hoffnung mehr?

27.02.26 06:57 Uhr

SmartCaps ist ein Angebot des redaktionellen Partners StockXperts.
finanzen.net GmbH ist für die Inhalte dieses Artikels nicht verantwortlich.


Gerresheimer: Gar keine Hoffnung mehr? | finanzen.net

Wegen einer Ausweitung der Bilanzuntersuchung steigt die Unsicherheit bei der Aktie von Gerresheimer weiter, was in einer Zwölfmonatsperformance von inzwischen -80 Prozent zum Ausdruck kommt. Ist die Hoffnung auf eine baldige Trendwende damit obsolet?

Werte in diesem Artikel
Aktien

20,76 EUR 0,08 EUR 0,39%

In den ersten neun Monaten von 2025 hatte ein großer Zukauf bei Gerresheimer ein Umsatzwachstum um 14,6 Prozent und eine Verbesserung des bereinigten EBITDA um 7,2 Prozent ermöglicht, so zumindest der damalige Bericht. Ohne den Akquisitionseffekt sah es schon anders aus, denn das Unternehmen kämpft in mehreren Bereichen mit einer Nachfrageflaute, was zu einem organischen Rückgang von Umsatz und bereinigtem EBITDA um -1,8 bzw. -7,5 Prozent geführt hatte. Daraufhin hatte das Management die Prognose für das Geschäftsjahr 2025 leicht zurückgenommen. Danach wurde statt eines organischen Wachstums um 0 bis 2 Prozent ein Rückgang um -2 bis -4 Prozent erwartet, der zu einer bereinigten EBITDA-Marge von 18,5 bis 19 Prozent (zuvor: ca. 20 Prozent) führen soll.

Vorläufige Zahlen mit Fragezeichen

Am 10. Februar wurde dann auf vorläufiger Basis gemeldet, dass der Umsatzrückgang am oberen Ende der Range (bei -2 Prozent) gelegen haben oder sogar noch etwas geringer ausgefallen sein könnte, während die bereinigte EBITDA-Marge allerdings nur 16,5 bis 17,5 Prozent betragen könnte. Außerdem wurden nicht zahlungswirksame Wertminderungen von 220 bis 240 Mio. Euro angekündigt, vor allem auf Technologie- und Entwicklungsprojekten der Sensile Medical AG sowie auf Vermögenswerte der Gerresheimer Moulded Glass Chicago Inc.

Zahlenwerk wird untersucht

Soweit die Zahlenlage, die nicht erfreulich, aber auch keine Katastrophe ist. Das Problem ist, dass die Anleger derzeit nicht wissen, wie verlässlich die gemeldeten Werte sind. Denn mit der Meldung wurde zugleich bekannt gegeben, dass die Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses für 2025 verschoben werden muss. Das Unternehmen hat eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der „Erfassung von Umsatzerlösen und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 beauftragt“. Im Kern geht es vor allem um die Frage, wann Umsätze für Verkäufe verbucht wurden, die zwar fest vereinbart sind, deren Auslieferung auf Wunsch des Kunden aber noch nicht erfolgt ist. Hier haben Mitarbeiter eventuell die Richtlinien nicht sorgfältig genug beachtet, weswegen eine BaFin-Untersuchung läuft, die gemäß einer kürzlich erfolgten Meldung nun ausgeweitet wurde.

Ausmaß der Mängel schwer abschätzbar

Aufgeführt sind in der jüngsten ad-hoc zahlreiche mögliche Mängel, deren Ausmaß und Auswirkung im Moment nur schwer abschätzbar sind. Das erklärt die steigende Unsicherheit am Markt – und die deutlich negativen Kurseffekte. Aber ist die Aktie damit nun ein Schnäppchen? Das kommt auf den Blickwinkel an…

Unsere vollständige Einschätzung lesen Sie morgen in unserem kostenlosen Newsletter, hier können Sie sich dafür registrieren:

SmartCaps-Newsletter – Investieren in Small & Mid Caps