Jenoptik: Comeback mit Substanz

25.03.26 12:16 Uhr

SmartCaps ist ein Angebot des redaktionellen Partners StockXperts.
finanzen.net GmbH ist für die Inhalte dieses Artikels nicht verantwortlich.


Jenoptik: Comeback mit Substanz | finanzen.net

Der Technologiekonzern Jenoptik meldete Jahreszahlen, erhöht die Dividende und kündigte einen neuen Chef an. An der Börse kommen all diese Signale gut an, doch ist das nachhaltig?

Werte in diesem Artikel
Aktien

28,94 EUR -0,06 EUR -0,21%

Manchmal verdichtet sich alles zu einem einzigen Moment. Für Jenoptik war das der Mittwoch dieser Woche: Jahreszahlen, Jahresausblick, eine überraschend höhere Dividende und die Bekanntgabe eines neuen Vorstandsvorsitzenden, alles auf einmal. Die Reaktion an der Börse fiel entsprechend deutlich aus. Die Aktie legte zeitweise um fast 9 Prozent zu. Seit Jahresbeginn summieren sich die Gewinne damit auf rund 40 Prozent. Das ist bemerkenswert, zumal das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 alles andere als ein Glanzstück war.

Ein schwieriges Jahr, aber kein Absturz

Die Zahlen für 2025 lassen sich nicht schönreden: Der Umsatz schrumpfte um gut 6 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) sank um gut 13 Prozent auf 192,5 Mio. Euro und der Nachsteuergewinn brach um 21,2 Prozent auf 74,2 Mio. Euro ein. Der Auftragseingang rutschte um mehr als 3 Prozent auf knapp 993 Mio. Euro ab. Verantwortlich dafür waren vor allem die schwächelnde Chipindustrie und die anhaltende Flaute bei den Automobilzulieferern, zwei Segmente, die zum Kerngeschäft zählen.

Und dennoch: Gemessen an dem, was in diesen beiden Industrien 2025 insgesamt los war, hat sich das Jenaer Unternehmen respektabel geschlagen. Die EBITDA-Marge von 18,4 Prozent hielt sich im soliden Bereich, und im zweiten Halbjahr zeichnete sich bereits eine Stabilisierung ab, ein wichtiges Signal für den weiteren Verlauf.

Dividendenerhöhung als Bekenntnis

Besonders auffällig ist die Entscheidung des Vorstands, die Dividende trotz des Gewinnrückgangs auf 40 Cent je Aktie anzuheben, zwei Cent mehr als im Vorjahr und mehr, als der Markt erwartet hatte. Das ist ein starkes Statement: Das Management signalisiert damit Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens und will die Aktionärsbasis nicht verprellen, während das Unternehmen durch eine konjunkturelle Delle navigiert. Solche Gesten haben am Markt durchaus Gewicht.

Ausblick mit Rückenwind

Für 2026 zeigt sich der Vorstand deutlich optimistischer. Der Umsatz soll im einstelligen Prozentbereich wachsen, und die EBITDA-Marge soll auf 19 bis 21 Prozent steigen. Treiber dieser Erwartung ist vor allem das Halbleiterausrüstungsgeschäft, das vom anhaltenden Boom bei Rechenzentren und künstlicher Intelligenz profitiert. Schon zu Beginn des Jahres habe sich die Nachfrage nach Auskunft des Managements spürbar verbessert. Zusätzlich belebten neue Rüstungsaufträge das Biophotonik-Geschäft, ein Segment, das von der geopolitischen Zeitenwende unerwartet Schub bekommt.

Neuer Chef, neue Richtung?

Ein weiteres Kapitel schlägt Jenoptik mit der Berufung von Dominic Dorfner als neuem Vorstandsvorsitzenden auf. Dorfner, derzeit noch Chef des Halbleiterherstellers Semikron Danfoss, wird spätestens zum 1. Oktober seinen Posten antreten. Der Wechsel war notwendig geworden, nachdem Vorgänger Stefan Traeger das Unternehmen vorzeitig verlassen hatte und kurz darauf auch Aufsichtsratschef Matthias Wierlacher von Bord ging.

Ein Signal des Aufbruchs?

Die Kombination aus stabilisierten Fundamentaldaten, einer glaubwürdigen Wachstumsperspektive im Halbleiterbereich und einem personellen Neuanfang gibt dem Kursanstieg eine Substanz, die über ein kurzfristiges Aufbäumen hinausgehen kann. Dennoch bleibt Jenoptik ein Unternehmen, das von zyklischen Industrien abhängt und die Unsicherheiten im makroökonomischen Umfeld sind real. Die Herausforderungen werden also nicht geringer.

Eine interessente Kombination aus Bewertung, Wachstumsperspektiven und Charttechnik gibt es bei DEWB. Die Aktie der Beteiligungsgesellschaft notiert nämlich deutlich unter Buchwert, während sich die wichtigsten Beteiligungen positiv entwickeln. Zugleich zeichnet sich charttechnisch eine spannende Formation mit Potenzial für eine sehr starke Kursbewegung ab: zum Artikel

Aussicht auf hohe Dividendenrenditen und die durch den Irankrieg noch einmal verdeutlichte strategische Bedeutung von Erneuerbaren Energien dürften hingegen die Gründe sein, warum die clearvise-Aktie die jüngste Abwärtsbewegung der Märkte nicht mehr mitgemacht hat. Gibt es Potenzial für mehr, wenn sich die Märkte beruhigen?: zum Artikel

Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.143 Prozent oder 13,9 Prozent p.a. (Stand: 21.03.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.

Erstellung am 25.03.26 um 11:34 Uhr.

Bitte beachten Sie auch unsere Informationen zur SmartCaps-Redaktion, insbesondere zu Arbeitsmethoden und zu potenziellen Interessenkonflikten, sowie unseren Disclaimer/Haftungsausschluss: zum Artikel

 

SmartCaps-Newsletter – Investieren in Small & Mid Caps