Implenia: Infrastrukturboom füllt die Auftragsbücher

06.03.26 10:17 Uhr

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Der Schweizer Baukonzern Implenia hat 2025 trotz leicht sinkender Umsätze im operativen Ergebnis zugelegt und einen Rekord-Auftragsbestand erreicht. Große Infrastrukturprojekte, Datacenter und neue Aufträge im Bereich Verteidigungsinfrastruktur sorgen für Fantasie im Hinblick auf die kommenden Jahre.

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Der Schweizer Bau- und Immobiliendienstleister Implenia AG gehört zu den führenden Baukonzernen Europas im Bereich komplexer Bau- und Infrastrukturprojekte. Das Unternehmen ist in drei zentralen Bereichen tätig: Hochbau, Tiefbau sowie Engineering- und Immobiliendienstleistungen. Besonders stark ist Implenia bei technisch anspruchsvollen Projekten wie Tunnelbau, großen Infrastrukturvorhaben oder komplexen Immobilienprojekten in Bereichen wie Gesundheit, Forschung oder Datacenter. Diese Spezialisierung zählt zu den wichtigsten Wettbewerbsvorteilen des Unternehmens und ermöglicht die Konzentration auf tendenziell margenstarke Projekte mit hohen Eintrittsbarrieren. Gleichzeitig baut der Konzern seine Aktivitäten in wachstumsstarken Segmenten wie Life Sciences, Datacentern und Verteidigungsinfrastruktur aus.

Profitabilität steigt trotz rückläufigem Umsatz

Für das Geschäftsjahr 2025 konnte Implenia nun solide Zahlen vorlegen. Der Umsatz, der sich wegen der widrigen Rahmenbedingungen schon in den Vorjahren im Trend rückläufig entwickelt hatte, ging auch im letzten Jahr geringfügig auf 3,5 Mrd. Schweizer Franken zurück. Doch gleichzeitig verbesserte sich die Profitabilität erneut spürbar. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg auf 140,5 Mio. Schweizer Franken nach 130,5 Mio. im Vorjahr. Die EBIT-Marge erhöhte sich auf 4,0 Prozent (Vorjahr: 3,7 Prozent). Besonders stark entwickelte sich der Free Cashflow, der auf 125,3 Mio. Schweizer Franken zulegte und damit deutlich über dem Vorjahresniveau lag. Auch die Bilanz wurde weiter gestärkt: Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 23,5 Prozent.

Rekord-Auftragsbestand durch große Infrastrukturprojekte

Für Aufsehen sorgte aber vor allem der starke Auftragseingang, der auf eine Rückkehr auf den Wachstumspfad hoffen lässt. Denn der Auftragsbestand erhöhte sich um 25 Prozent und erreichte mit 8,5 Mrd. Schweizer Franken einen neuen Rekordwert. Zu den wichtigsten neuen Projekten gehören unter anderem Infrastrukturprojekte wie der Tunnel Ostbahnhof der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München, der Ausbau der Nordmainischen S-Bahn in Frankfurt sowie mehrere große Brückenprojekte in Deutschland und Norwegen. Zudem gewinnt der Konzern zunehmend Aufträge im Bau von Datacentern sowie im Bereich Verteidigungsinfrastruktur – ein Markt, der angesichts steigender Rüstungsausgaben in Europa deutlich an Bedeutung gewinnt.

Wachstumsschub ab 2027 erwartet

Ein Teil dieser neuen Projekte wird allerdings erst ab 2027 in größerem Umfang umsatzwirksam. Entsprechend fällt der Ausblick für 2026 noch vergleichsweise moderat aus. Implenia erwartet für das laufende Jahr ein EBIT von rund 150 Mio. Schweizer Franken. Allerdings plant das Unternehmen zusätzliche Investitionen von 10 bis 20 Mio. Schweizer Franken, etwa für den Aufbau neuer Teams in Bereichen wie Datacenter oder Verteidigungsinfrastruktur sowie für organisatorische Anpassungen und mögliche Übernahmen – und diese Investitionen sind in der EBIT-Prognose nicht enthalten. Auch wenn dadurch das EBIT in Summe unter den Vorjahreswert rutschen dürfte, sollen diese Maßnahmen langfristig die Basis für eine deutlich stärkere Wachstumsphase schaffen. Bereits heute ist die Visibilität der Umsätze für die nächsten drei Jahre deutlich gestiegen.

Aktie bleibt trotz Kurssprung moderat bewertet

An der Börse hat die Aktie bereits stark auf die Belebung des Auftragseingangs reagiert und sich in den vergangenen zwölf Monaten in etwa verdoppelt. Auch zuletzt zeigte sich das Papier trotz geopolitischer Turbulenzen robust, von dem Markteinbruch blieb sie weitestgehend verschont. Dazu beigetragen haben dürfte die trotz des starken Kursanstiegs weiterhin moderate Bewertung. Beim aktuellen Kurs von rund 84 Euro liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Jahr laut Analystenkonsens unter 14. Angesichts der starken Marktstellung, des stabilen Geschäftsmodells und der guten Wachstumsperspektiven durch Infrastrukturprogramme in Europa erscheint dies nicht zu hoch und lässt Spielraum für weitere Kursgewinne, mindestens im Gleichschritt mit dem Gewinnwachstum.

Fazit

Implenia bietet aus unserer Sicht ein attraktives Profil und eignet sich als langfristiges Basisinvestment im europäischen Bausektor. Insbesondere an schwächeren Markttagen ist die Aktie einen Blick wert.

Eine starke Performance zeigt zuletzt auch Deutz. Angesichts des spannenden Newsflows scheint das Potenzial aber noch nicht ausgereizt zu sein.: zum Artikel

Zuversichtlich hinsichtlich der diesjährigen Entwicklung scheinen auch die Anleger bei Gesco zu sein, was der Aktie zu einer ausgesprochenen Stabilität bei den jüngsten Marktturbulenzen verholfen hat. Ein gutes Signal für die weiteren Aussichten: zum Artikel

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Erstellung am 06.03.26 um 10:20 Uhr.

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