02.09.2015 03:00

Bert Flossbach: "Es gibt keine Alternative zu guten Aktien"

Interview: Bert Flossbach: "Es gibt keine Alternative zu guten Aktien" | Nachricht | finanzen.net
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Wie sich Deutschlands größter unabhängiger Vermögensverwalter die Marktturbulenzen erklärt und wie er jetzt in seinem Fonds reagiert.
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€uro am Sonntag
von Lucas Vogel, Euro am Sonntag

Mit gerade einmal 120 Mitarbeitern verwaltet Flossbach von Storch in Köln über 20 Milliarden Euro Anlegergelder. Bert Flossbach, Gründer der Vermögensverwaltung und verantwortlich für den sieben Milliarden Euro schweren Mischfonds FvS Multiple Opportunities, bleibt trotz der heftigen Verluste am Aktienmarkt optimistisch und glaubt nicht an eine neue Weltwirtschaftskrise.



€uro am Sonntag: Herr Flossbach, einige Börsianer und englischsprachige Medien nannten den vergangenen Montag bereits "Black Monday" - in Anlehnung an den 19. Oktober 1987, als der Dow-Jones-Index über 22 Prozent verlor. Wie erklären Sie sich die enormen Kursverluste?
Bert Flossbach:
Die Kurse in den USA waren zuvor lange ohne Korrektur gestiegen, die Stimmung wegen der schlechten Zahlen aus China angeschlagen. Der Markt war anfällig. Aber der Grund für den Tagescrash am Montag liegt woanders, und die Situation ist durchaus vergleichbar mit 1987.

Inwiefern?
Wie damals haben am Montag vor allem Fonds den Kursrutsch ausgelöst, die nach festen Regeln verkaufen. Damals verkauften Anleger mit sogenannten dynamischen Portfolioabsicherungen. Heute gibt es eine Vielzahl von regelgebundenen Anlagesystemen, die meist auf Verlustvermeidung in Abwärtsphasen abzielen. Wenn aber viel Geld gleichzeitig nach dem Ausgang sucht, wird es eng. Genau das ist am Montag passiert.

Wie genau funktionieren diese systematischen Fonds?
Wenn die Märkte bestimmte Risikogrenzen überschreiten - gemessen an Volatilität oder anderen gängigen Risikomaßen -, verkaufen sie. Am Freitag vor dem "Black Monday" scheinen viele Fonds ein Signal bekommen zu haben. Am Montag gab es dann die Verkaufsflut am Futures-Markt. Den nutzen vor allem die großen Investoren.

Also alles nur eine Überreaktion von Roboter-Fonds?
Keine Überreaktion. Die Systeme haben genau so reagiert, wie sie programmiert wurden. Nur wenn alle das Gleiche machen, funktioniert das nicht reibungslos. Sie müssen wissen: Allein die regelgebundenen Fonds, die nach der Risk-Parity-Methode anlegen, verfügen mit Kredithebel über ein geschätztes Volumen von über einer Billion Euro.

War es das schon oder erwarten Sie weitere Schockwellen?
Ein paar Fonds haben vielleicht trägere Systeme und verkaufen noch in den nächsten Tagen. Aber ich erwarte keinen großen Crash.

Gründe gäbe es: die erwartete Zinserhöhung in den USA, weniger Wachstum in China.
Diese Dinge sind meines Erachtens bereits weitestgehend eingepreist. Es ist ja nichts Neues, dass die Fed über die erste Zinserhöhung nachdenkt. Aber jeder weiß auch, dass die Zinsen nicht schnell steigen werden. Das Geld wird billig bleiben.

Und was ist mit China?
Auch hier hat der Markt bereits langsameres Wachstum als die vorgegebenen sieben Prozent eingepreist. Schauen Sie sich zum Beispiel die deutschen Autobauer mit viel Umsatz und Gewinn in China an. Die Aktien von BMW sind bereits vor dem Flash-Crash am Montag vom Top um 30 Prozent gefallen. An eine größere Krise mit Rezession glaube ich momentan nicht. Die Regierung hat noch genügend Mittel dagegenzuhalten.

Ist es jetzt also Zeit zu kaufen?
Wir haben antizyklisch gekauft. Sowohl einige zyklische Werte, die stark gefallen waren, aber auch defensive Aktien, den Kern unseres Portfolios. Wir haben die Aktienquote erhöht. Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich einfach verbessert.

Warum so optimistisch?
Es gibt keine Alternative zu guten Aktien. Staatsanleihen bieten keine Rendite und viel Kursrisiko, Unternehmensanleihen viel zu geringe Liquidität für institutionelle Investoren. Wenn die aber momentan Liquidität halten, zahlen sie Strafzinsen. Der Druck groß: Wer jetzt ausgestiegen ist, muss zurückkommen.

Bildquellen: Thomas Rabsch für Finanzen Verlag

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