MORNING BRIEFING - USA/Asien

02.02.26 07:53 Uhr

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ TAGESTHEMA +++++

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Bei der Stimmung in der chinesischen Industrie zeigt sich im Januar kein einheitliches Bild. Die Stimmung hat sich nach den offiziellen Daten zum Jahresanfang stärker eingetrübt als erwartet, während der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex von Ratingdog für das verarbeitende Gewerbe ein Wachstum anzeigt. Die Unterschiede in der Erhebungsmethode sowie bei den befragten Unternehmen könnte zu den unterschiedlichen Ergebnissen beigetragen haben. Der Index von Ratingdog beruht auf einer Umfrage unter rund 400 Unternehmen, wobei auch kleinere, in Privatbesitz befindliche Firmen stärker berücksichtigt sind. Der auf Daten der staatlichen Statistikbehörde basierende offizielle Einkaufsmanagerindex ist unterdessen stärker auf in Staatsbesitz befindliche Großunternehmen ausgerichtet. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den verarbeitenden Sektor verringerte sich auf 49,3 (Januar: 50,1), wie aus Daten der nationalen Statistikbehörde und der China Federation of Logistics & Purchasing (CFLP) vom Samstag hervorgeht. Vom Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten einen Stand von 50,1 Punkten prognostiziert. Ein PMI-Stand über 50 deutet auf eine Expansion des Sektors hin, Werte darunter auf eine Schrumpfung. Laut Ratingdog hat sich die Aktivität in der chinesischen Industrie im Januar belebt und der von dem Institut und dem Researchhaus S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex (PMI) für den verarbeitenden Sektor erhöhte sich auf 50,3 (Januar: 50,1) Punkte.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN ++++++

13:40 US/Walt Disney Co, Ergebnis 1Q

22:05 US/Palantir Technologies, Inc., Ergebnis 4Q

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US

15:45 Einkaufsmanagerindex/PMI verarbeitendes Gewerbe

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(2. Veröffentlichung) Januar

PROGNOSE: k.A.

1. Veröff.: 51,9

zuvor: 51,8

16:00 ISM-Index verarbeitendes Gewerbe Januar

PROGNOSE: 48,4 Punkte

zuvor: 47,9 Punkte

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX zuletzt +/- %

E-Mini-Future S&P-500 6.844,00 -1,4%

E-Mini-Future Nasdaq-100 25.083,10 -1,9%

S&P/ASX 200 (Sydney) 8.778,60 -1,0%

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Nikkei-225 (Tokio) 52.655,18 -1,3%

Hang-Seng (Hongk.) 26.590,53 -2,9%

Shanghai-Comp. 4.032,45 -2,1%

Kospi (Seoul) 4.949,67 -5,3%

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Angeführt von den Technologiewerten geing es zu Wochenbeginn an den asiatischen Aktienmärkten kräftig nach unten. Neue Zweifel an der KI-Branche lösten den Kursrutsch aus. Nvidias Plan, bis zu 100 Milliarden Dollar in OpenAI zu investieren ist ins Stocken geraten, nachdem einige Personen innerhalb des Chipherstellers Zweifel an dem Geschäft geäußert haben, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Daneben steht Ausblick für den Sektor diese Woche weiter im Fokus, mit den Ergebnissen von Amazon und Alphabet, die als Wegweiser für Cloud-Computing und KI-bezogene Nachfrage gelten. Mit der starken Entwicklung der Börsen seit Jahresbeginn sei es vor diesem Hintergrund zu verstärkten Gewinnmitnahmen gekommen, hieß es. Dazu kamen schwache Vorgaben von der Wall Street sowie ein weiter allgemein anhaltend unsicheres Umfeld. Einen regelrechten Kursrutsch gab es in Südkorea: Der Handel war wegen der starken Verluste des Kospi kurzzeitig sogar unterbrochen. Der Index schloss mit einem Minus von 5,3 Prozent. Hier standen vor allem die zuletzt gut gelaufenen Technologie-Werte unter Abgabedruck. In Japan sorgte Ministerpräsidentin Sanae Takaichi mit Aussagen zur Wechselkursentwicklung offenbar für - zumindest kurzzeitige - Unsicherheit. Takaichi stellte in sozialen Medien eigene Äußerungen während einer Wahlkampfrede klar, die einige Marktteilnehmer als Signal für eine Toleranz gegenüber einem schwächeren Yen interpretierten. Am Wochenende hatte Takaichi gesagt, ein schwacher Yen stütze die Gewinne der Exporteure im Ausland. Anschließend schrieb sie in einem X-Post, dass ihre Absichten von einigen Medien missverstanden worden seien. Sie werde weder einen stärkeren noch einen schwächeren Yen befürworten, sondern stattdessen eine starke Wirtschaft aufbauen, die "widerstandsfähig gegenüber Wechselkursschwankungen" sei. Mit der schnellen Klarstellung dürfte sie versuchen, die Märkte vor der vorgezogenen Wahl am 8. Februar zu beruhigen. Der Nikkei-225 verlor 1,3 Prozent.

WALL STREET

INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 48.892,47 -0,4% -179,09 +2,1%

S&P-500 6.939,03 -0,4% -29,98 +1,8%

NASDAQ Comp 23.461,82 -0,9% -223,30 +1,9%

NASDAQ 100 25.552,39 -1,3% -331,91 +2,5%

Freitag Donnerstag

Umsatz NYSE (Aktien) 1,82 Mrd 1,54 Mrd

Gewinner 1.162 1.576

Verlierer 1.584 1.159

Unverändert 90 107

Leichter - Ein überraschend deutlicher Anstieg der US-Verbraucherpreise schürte Inflationssorgen und dämpfte damit Zinssenkungshoffnungen. Im Blick stand ferner die Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger von US-Notenbankgouverneur Jerome Powell. "In jüngerer Zeit hat Warsh für die Notwendigkeit niedrigerer Zinssätze plädiert, aber früher in seiner Karriere hat er sich als Inflationsfalke einen Namen gemacht", merkte SEB-Volkswirt Johan Javeus dazu an. Für Kaufzurückhaltung am Aktienmarkt sorgten auch die steigenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Es gebe Erwartungen eines US-Angriffs auf den Iran am Wochenende, so IG-Analyst Chris Beauchamp. Dass ein neuerlicher Regierungsstillstand in letzter Sekunde vermieden wurde, stützte die Börsen nicht. Konjunkturseitig wurde neben den Erzeugerpreisen der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago veröffentlicht. Er stieg im Januar überraschend kräftig und überwand dabei auch die Wachstumsschwelle. In dieser Gemengelage geriet der Geschäftsausweis von Apple (+0,5%) ein wenig in den Hintergrund. Der Technologiegigant legte bessere Geschäftszahlen als erwartet vor, schafft es aber nicht, die aktuell etwas gedrückte Stimmung für den Technologiesektor aufzuhellen nach dem Einbruch von Microsoft am Vortag. Verizon Communications stiegen nach Vorlage starker Zahlen um 11,8 Prozent. Nach positivem Geschäftsausweis kletterten Chevron um 3,4 Prozent, Exxon Mobil gewannen 0,8 Prozent. Die Zahlen seien solide, aber manche Anleger hätten auf mehr gehofft, hieß es. American Express (-1,8%) verfehlte die Gewinnschätzungen des Marktes, auch Visa (-3%) verloren nach Geschäftsausweis. Sandisk sprangen um 6,8 Prozent nach oben, der Anbieter von Speichermedien pulverisierte die Gewinnerwartungen des Marktes.

US-ANLEIHEN

Die Renditen von US-Staatsanleihen zeigten sich zweigeteilt. Während sie am kurzen Ende des Marktes leicht nachgaben, stiegen sie am langen Ende etwas. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erhöhte sich um 2,5 Basispunkte auf 4,25 Prozent. Auf der einen Seite gaben die Inflationsdaten den Renditen Auftrieb. Auf der anderen Seite hieß es, die Nominierung Warshs könnte kurzfristig den Weg zu Zinssenkungen ebnen. Marktteilnehmer vermuteten hinter den geringen Bewegungen am Anleihemarkt auch Zweifel der Anleger daran, ob es Warsh gelingen werde, die anderen Mitglieder des Board of Governeurs der Fed auf seine Seite zu ziehen.

DEVISEN

DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Fr, 08:37 % YTD

EUR/USD 1,1852 0,0 1,1852 1,1925 +1,2%

EUR/JPY 183,26 -0,5 184,12 183,62 -0,4%

EUR/GBP 0,8669 0,1 0,8661 0,8668 -0,0%

GBP/USD 1,3671 -0,1 1,3686 1,3757 +2,2%

USD/JPY 154,62 -0,5 155,35 153,99 -1,3%

USD/KRW 1.462,85 0,8 1.450,80 1.443,14 +0,7%

USD/CNY 6,9729 -0,1 6,9783 6,9728 -0,7%

USD/CNH 6,9492 -0,2 6,9602 6,9484 -0,3%

USD/HKD 7,8091 -0,0 7,8117 7,8074 +0,3%

AUD/USD 0,6914 -0,4 0,6943 0,6993 +4,4%

NZD/USD 0,5995 -0,2 0,6008 0,6045 +4,6%

BTC/USD 76.038,70 -1,6 77.242,95 82.872,15 -12,0%

YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags

Der US-Dollar stieg mit der Fed-Personalie - der Dollar-Index legte um 0,8 Prozent zu. ING-Analyst Francesco Pesole erinnerte an die falkenhaften Ansichten Warshs in der Vergangenheit - "insbesondere was den Bilanzabbau betrifft". Die Wahl von Warsh dürfte dazu beitragen, den Dollar etwas zu stabilisieren und das asymmetrische Risiko einer tiefen, andauernden Dollarschwäche zu verringern (...)", ergänzte Analystin Krishna Guha von Evercore ISI und verwies ebenfalls auf den falkenhaften Ruf Warshs. Zudem stehe er für die Unabhängigkeit der Fed.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

ROHÖL zuletzt VT-Schluss +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 61,64 65,21 -5,5% -3,57 +14,2%

Brent/ICE 70,70 70,69 +0,0% +0,01 +14,6%

YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags

Gold und Silber stürzten nach ihrer jüngsten Rally ab, auch belastet vom festeren Dollar. Damit kam es nach der jüngsten Rekordjagd, die Gold bis knapp an die Marke von 5.600 Dollar je Feinunze geführt hat, zu kräftigen Gewinnmitnahmen. Die Feinunze verbilligte sich um 9,2 Prozent auf 4.887 Dollar. Der Silberpreis brach um 27 Prozent ein.

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

February 02, 2026 01:54 ET (06:54 GMT)