Mutares: Sekt oder Selters

02.04.26 14:44 Uhr

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Mutares: Sekt oder Selters | finanzen.net

Eine überraschende und noch dazu üppige Kapitalerhöhung löst einen Kurssturz beim Sanierungsspezialisten Mutares aus. Das Management muss jetzt liefern, denn die Aktie steht am Scheideweg zwischen explosiven Kursgewinnen und weiterem Vertrauensverlust.

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Nun also doch: War im Markt bereits gemunkelt worden, dass die Beteiligungsgesellschaft Mutares womöglich eine weitere Kapitalerhöhung benötigt, um ihre ehrgeizigen Wachstumspläne zu finanzieren, so ist es jetzt spruchreif. Wie gestern vermeldet, will der Sanierungsspezialist sein ausstehendes Grundkapital gleich um bis zu 20 Prozent oder knapp 4,3 Mio. neue Aktien erweitern, um einen Bruttoemissionserlös von bis zu 105 Mio. Euro einzuwerben. Die Bezugsfrist soll vom 8. bis zum 21. April 2026 laufen, wobei vorab bereits rund 1,1 Mio. Aktien zum Bezugspreis von 24,50 Euro je Aktie bei institutionellen Investoren platziert und damit 26,4 Mio. Euro eingenommen wurden.

Hoher Kapitalbedarf

Eingesetzt werden soll der Emissionserlös zu 80 Prozent für die weitere Expansion und zu 20 Prozent zur Verbesserung der Bilanzrelationen. Letzteres verwundert insofern etwas, als Mutares erst gestern bekanntgegeben hat, dass die Anleihegläubiger der zeitweisen Aussetzung einer Anleihebedingung zum Verschuldungsgrad zugestimmt haben, so dass diese Problematik entschärft schien - offenbar aber doch nicht ganz. Dass die Börse die Aktie heute im Vormittagshandel um fast 8 Prozent auf Talfahrt schickt, dürfte aber vor allem daran liegen, dass das Management zuletzt stets den Eindruck vermittelt hatte, dass aktuell kein weiterer Kapitalbedarf bestünde, da die großen Investitionen in das Portfolio abgeschlossen seien und nun die „Erntezeit“ anstünde, also der Schwerpunkt auf Beteiligungsverkäufen läge.

Management in der Bringschuld

Das erwartete Cashflow reicht aber offenbar doch nicht aus, um die zunehmend ehrgeizigen Expansionspläne zu finanzieren, insbesondere in den USA, wo das Management derzeit Akquisitionsmöglichkeiten mit einem Umsatzvolumen von insgesamt rund 4,8 Mrd. Euro sieht. Ob es da stimmig erscheint, parallel zu einer derartig üppigen Kapitalerhöhung noch eine Dividendenausschüttung von mehr als 40 Mio. Euro zu veranschlagen, darf man hinterfragen. In jedem Fall aber steht das Management nun noch mehr in der Bringschuld, auf der Ankaufs- und vor allem auf der Exit-Seite entsprechende Resultate zu liefern - und nicht zuletzt auch nachzuweisen, dass den bilanziell ausgewiesenen Buchgewinnen entsprechende cash-wirksame Einnahmen gegenüberstehen, so dass die Portfolioexpansion künftig aus Bordmitteln finanziert werden kann.

Aktie am Scheideweg

Sofern das gelingt, hätte die Mutares-Aktie sicherlich ein explosives Aufwärtspotenzial, schließlich wird sie nominal auf Basis der Vorstandsprognose gerade mal mit einem KGV für 2026 von 3 bewertet. Bleiben indes spektakuläre Exit-Erfolge aus, dürfte sich die unerfreuliche Kursabwertung der letzten Monate fortsetzen. Die Aktie steht gewissermaßen jetzt am Scheideweg: Sekt oder Selters.

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Erstellung am 02.04.26 um 13:21 Uhr.

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