10.03.2016 13:12

NABU: Lehren aus Fukushima ziehen, Atomkraft weltweit abschalten

Folgen
Werbung
Berlin (ots) - Anlässlich des fünften Jahrestags der Atomkatastrophe von Fukushima und vor dem Hintergrund der jüngsten Pannen im belgischen Atomkraftwerk Tihange und im französischen Atomkraftwerk Fessenheim hat der NABU eine engere Zusammenarbeit der Regierungen und mehr Druck von der Bundesregierung auf die Nachbarländer Belgien und Frankreich gefordert.

Ein schwerer atomarer Unfall im AKW Tihange würde alleine im Umkreis von 75 Kilometern mehrere Millionen Menschen betreffen.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: "Fukushima hat in aller Drastik verdeutlicht, dass Atomkraft keine Alternative ist und trotzdem umschifft auch heute noch der grenznahe Risikoreaktor Tihange in Belgien nur knapp den nächsten Super-GAU. Die Bundesregierung muss endlich ein Atomsicherheitsabkommen mit Belgien vereinbaren und sich für die schnelle Abschaltung von Tihange einsetzen." In Frankreich hat der Druck der Bundesregierung immerhin dazu geführt, dass Frankreich Ende des Jahres die Prozedur zur vorzeitigen Schließung des an der Grenze zu Deutschland gelegenen Atomkraftwerks Fessenheim einleiten will.

"Der Super-GAU kennt keine Grenzen, deshalb brauchen wir auch mindestens auf EU-Ebene eine Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten beim Thema Atomkraft. Der Euratom-Vertrag, den noch Adenauer unterschrieben hat, muss deshalb dringend überarbeitet werden - dafür muss sich die Bundesregierung endlich einsetzen", so Tschimpke weiter.

Nach dem noch immer gültigen Euratom-Vertrag von 1957, darf jeder EU-Staat alleine über Bau und Betrieb von Atomkraftwerken entscheiden. Seit Tschernobyl (April 1986) und insbesondere nach Fukushima (März 2011) haben aber etliche EU-Staaten Ausstiegsbeschlüsse gefasst, sodass inzwischen die Chancen gut stehen, den Vertrag endlich zu überarbeiten.

Neben den akuten und aktuellen Gefahren, die von der Atomkraft ausgehen, bereiten auch die Hinterlassenschaften Sorgen. "Die Altlasten der Atomkonzerne drohen zu einem Fass ohne Boden zu werden und es zeigt sich einmal mehr, der Staat und die Allgemeinheit sind die Dummen: Gewinne wurden privatisiert und die Gefahren und Altlasten werden verstaatlicht. Denn bei der wirtschaftlichen Lage der Energiekonzerne kann kaum damit gerechnet werden, dass sie tatsächlich nach dem Verursacherprinzip auch die Kosten schultern", so NABU-Energieexperte Sebastian Scholz. "Dabei ist die Krise hausgemacht, die Energiekonzerne haben es schlichtweg verschlafen, auf naturverträgliche erneuerbare Energien zu setzen."

Nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl wurde in Deutschland ein neues Bundesministerium mit der Zuständigkeit für die Atomenergie gegründet, das BMU (seit 2013 BMUB), das in diesem Frühjahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Italien beschloss als erster EU-Mitgliedstaat den Ausstieg aus der Atomenergie. Fukushima bewirkte unter anderem, dass Deutschland und andere Staaten in und außerhalb der EU (etwa die Schweiz) Ausstiegsbeschlüsse fassten. Aus NABU-Sicht kann das Abschalten des AKW Tihange ebenfalls den Anstoß zu rechtzeitigen Maßnahmen zum Atomausstieg auf der EU-Ebene einleiten, ohne dass wieder erst ein schwerer Atomunfall passieren muss.

Mehr Infos

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/

https://nrw.nabu.de/news/2016/20206.html

OTS: NABU newsroom: http://www.presseportal.de/nr/6347 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_6347.rss2

Pressekontakt: Sebastian Scholz, NABU-Energieexperte, Tel. +49 (0)30.28 49 84-1617, Mobil +49 (0)172-4179727, E-Mail: Sebastian.Scholz@NABU.de

NABU-Pressestelle

Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper

Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX tiefer -- Asiatische Börsen gehen in Rot ins Wochenende -- Telekom im 4. Quartal besser als erwartet -- BASF hält Dividende trotz Milliardenverlust stabil -- GRENKE, Slack, Airbnb im Fokus

Salesforce schaut überraschend zuversichtlich in die Zukunft. AT&T findet Lösung für DirecTV - Gemeinschaftsunternehmen mit Finanzinvestor. Im Gegensatz zu Japan: EZB will keine konkreten Renditeziele für Staatsanleihen vorgeben. LafargeHolcim verdient wegen Corona-Krise deutlich weniger. Flugverkehr-Einbruch brockt Amadeus IT Jahresverlust ein. ABB-Verwaltungsrat wird personell kleiner.

Umfrage

Die Diskussion über Corona-Impfungen ist in vollem Gang. Haben Sie vor, sich impfen zu lassen, wenn Sie die Gelegenheit dazu erhalten?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln