25.03.2021 15:42

Commerzbank-Aktie unter Druck: Commerzbank verschiebt Hauptversammlung - Insider: Aufsichtsrat geht wegen Cum-Ex-Affäre

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Bei der Commerzbank droht ein längeres Vakuum an der Spitze des Aufsichtsrates.
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Der ehemalige Deutschland-Chef der britischen Bank HSBC, Andreas Schmitz, der als Nachfolger für den zurückgetretenen Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter gehandelt worden war, warf am Donnerstag das Handtuch und erklärte ebenfalls seinen sofortigen Rückzug aus dem Gremium. Er habe sein Mandat auf Druck des Commerzbank-Großaktionärs Bund aufgegeben, sagten mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Gegen Schmitz wird bereits seit 2016 in der "Cum-Ex-Affäre" um Aktiengeschäfte rund um den Dividenden-Stichtag ermittelt, wie Insider sagten. Die Commerzbank verschob wegen der offenen Führungsfrage ihre für den 5. Mai geplante Hauptversammlung, die Schmitz hätte leiten sollen. Der 61-Jährige wollte sich nicht zu den Informationen äußern.

Auch der scheidende KfW-Chef Günther Bräunig steht nicht für Vetters Nachfolge zur Verfügung. "Ich habe das schon vor einem Jahr abgelehnt, und das habe ich auch dann noch mal abgelehnt", sagte er auf der Bilanz-Pressekonferenz der Staatsbank. Der Bund ist seit der Finanzkrise größter Aktionär der Commerzbank und hält 15 Prozent der Anteile. Der ehemalige LBBW-Chef Vetter hatte vor gut einer Woche aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt - nach gut einem halben Jahr im Amt. Als dritte Kandidatin für den Chefposten im Aufsichtsrat der zweitgrößten deutschen Bank wird Bräunigs Vorstandskollegin bei der KfW, Ingrid Hengster, gehandelt. Die Österreicherin ist dort für die inländische Förderung zuständig und hatte bis 1995 für die Commerzbank gearbeitet.

Schmitz' Rolle in der Cum-Ex-Affäre war bisher öffentlich nicht bekannt. Gegen die Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus, die er von 2006 bis 2015 führte, wird aber - wie gegen andere Banken - seit 2016 im Zusammenhang mit den Transaktionen ermittelt, bei denen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragssteuer auf Dividenden doppelt vom Finanzamt erstatten ließen. Schmitz war 2020 als Aufsichtsratschef von HSBC Trinkaus zurückgetreten. Die Bank arbeite voll mit den Behörden zusammen, sagte ein Sprecher. Zum Stand der Ermittlungen äußere sie sich nicht. Bei den fraglichen Steuergutschriften aus den Jahren 2005 bis 2011 gehe es um einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

Die Cum-Ex-Ermittlungen gegen die Geldhäuser sind bei der Staatsanwaltschaft Köln gebündelt. Ein Sprecher der Behörde wollte sich nicht zu einzelnen Instituten äußern.

Die Vertreter des Bundes im Commerzbank-Aufsichtsrat hätten Vorbehalte gegen Schmitz geäußert, sagten mehrere Insider. Eine Mehrheit der Kapitalseite habe sich gegen ihn ausgesprochen. Das Bundesfinanzministerium wollte sich nicht zu den Vorgängen äußern. Auch die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme ab. Ihr Aufsichtsrat wird derzeit von Betriebsratschef Uwe Tschäge geführt, der für die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat sitzt. Der Chef des Gremiums kommt aber in aller Regel von den Aktionärsvertretern.

Die Commerzbank erklärte, die Nachbesetzung der vakanten Posten im Aufsichtsrat solle vor der Hauptversammlung geklärt sein. Die Aktionäre wählen dort die Aufsichtsratsmitglieder, diese können aber ersatzweise auch gerichtlich bestellt werden. Die Hauptversammlung solle "zeitnah" nachgeholt werden, teilte die Bank mit. Der Aufsichtsrat treibe die Nachbesetzung "zügig" voran.

Der Vorstand arbeite weiter an der Umsetzung der Strategie. Am Zeitplan für die Verhandlungen zum Stellenabbau ändere sich nichts. Vorstandschef Manfred Knof hatte sie bis zur - bisher für den 5. Mai geplanten - Hauptversammlung abschließen wollen. Commerzbank-Aufsichtsrat und Verdi-Vertreter Stefan Wittmann hatte den Zeitplan aber kürzlich als "total unrealistisch" bezeichnet.

Die Commerzbank-Aktie verliert via XETRA zeitweise 3,43 Prozent auf 5,18 Euro.

Frankfurt/Düsseldorf (Reuters)

Bildquellen: Frank Gaertner / Shutterstock.com

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