finanzen.net
17.09.2015 10:15
Bewerten
(10)

Fed entscheidet heute über Zinswende

Richtungsweisend: Fed entscheidet heute über Zinswende | Nachricht | finanzen.net
Richtungsweisend
Fed-Chefin Janet Yellen hat die Finanzmärkte schon seit längerer Zeit auf eine Zinswende noch in diesem Jahr eingestimmt.
Seit Wochen blicken die Anleger deshalb gebannt auf den 17. September, an dem die Fed über die Geldpolitik berät und entscheidet. Doch je näher der Termin rückt, desto mehr Unsicherheit herrscht über die Entscheidung: Zinserhöhung schon jetzt oder doch später? Sollte die Fed wegen der China-Schwäche und den jüngsten Börsenturbulenzen am Donnerstag noch stillhalten, rechnen viele Experten damit, dass die Zinswende im Dezember kommen wird.

   Vor einem Monat schien die Lage noch klar zu sein. Die Fed würde Mitte September die kurzfristigen Zinsen um 0,25 Prozentpunkte anheben, davon gaben sich 82 Prozent der vom Wall Street Journal befragten Ökonomen überzeugt. Dann kamen die Sorgen über die Konjunkturlage in China und in der Folge die Schwankungen an den internationalen Finanzmärkten. In Reaktion darauf schmolz der Konsens dahin, mittlerweile erwartet mit 46 Prozent nur noch knapp die Hälfte der befragten Volkswirte einen Zinsschritt nach dem zweitägigen Treffen in dieser Woche.

   Auch gibt es eine merkliche Diskrepanz zwischen Ökonomen und Finanzmärkten: Während fast die Hälfte der Volkswirte mit einer Zinserhöhung rechnet, beträgt die vom Fed-Futures-Markt implizierte Wahrscheinlichkeit nur 30 Prozent. Sollte also die Fed tatsächlich an der Zinsschraube drehen, könnte die Reaktion an den Märkten recht heftig ausfallen, weil viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt würden.

   Anhänger höherer Zinsen haben folgende Argumente für sich: Der Arbeitsmarkt befindet sich in guter Verfassung, die Arbeitslosenquote deutet schon seit einiger Zeit auf Vollbeschäftigung hin, und auch die Unterbeschäftigung ist deutlich zurückgegangen. Der private Konsum läuft ebenso gut wie der Häusermarkt. Ein Zinsregime, das die Notenbank einst zur Bekämpfung einer scheren Finanzkrise einführte, ist dem eigentlich nicht mehr angemessen. Das sehen im Prinzip auch die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) so.

   Aber auch Anhänger unveränderter Zinsen sind nicht ohne Argumente: Die Inflation in den USA ist nach wie vor sehr niedrig. Die Preisentwicklung bei Öl und anderen Rohstoffen spricht zumindest nicht dagegen, dass das noch eine Weile so bleibt. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ging mit einem Rückgang der Partizipationsquote einher, der nicht völlig mit Bevölkerungsalterung erklärbar ist. Zudem erhöhen die von Asien ausgegangenen Finanzmarktturbulenzen die Unsicherheit für die Wachstumsaussichten.

   Vor allem letzteres Argument hat es in sich. Manche Beobachter argumentieren, dass diese Turbulenzen direkt mit der Erwartung höherer US-Zinsen und den daraus resultierenden Risiken für Finanzmärkte und Wachstum in großen Schwellenländern zusammenhängen. Sollten die Aktienmarktabstürze das Einpreisen höherer US-Zinsen darstellen und die anschließende Erholung das Auspreisen, dann stünde die Fed vor einem Zirkelschlussphänomen.

   Einige Ökonomen meinen deshalb, dass die Fed auf diese unschöne Perspektive - manche sehen darin den derzeit bedeutendsten Unsicherheitsfaktor für die Finanzmärkte - wie Alexander der Große reagieren und den Gordischen Knoten einfach durchhauen sollte. Wichtig wäre aus ihrer Sicht, dass die FOMC-Mitglieder in diesem Fall zugleich einen schön flachen Zinspfad prognostizieren.

   Welcher Denkrichtung die FOMC-Mitglieder derzeit mehrheitlich zuneigen, ist schwer auszumachen. Fed-Chefin Yellen hat seit Juli gar nichts mehr gesagt. Von den neun übrigen Stimmberechtigten haben sich nach den Finanzmarktturbulenzen fünf geäußert, davon drei in einer Weise, die als Votum für höhere Zinsen - irgendwann in diesem Jahr - interpretiert werden könnte. Nur einer, Jeffrey Lacker, forderte eine sofortige Zinserhöhung.

   FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Mesut Dogan / Shutterstock.com, Sascha Burkard / Shutterstock.com
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht im Plus ins Wochenende -- Wall Street behauptet -- USA und China offiziell mit Teileinigung -- Billionenwert: Apple- und Microsoft setzen Rekordjagd fort -- Volkswagen, Henkel im Fokus

Trump will China-Zölle zum Großteil als Hebel für Gespräche erhalten. Oracle enttäuscht beim Umsatz. Nach Ergebniseinbruch: Broadcom erwartet im neuen Geschäftsjahr wieder höhere Gewinne. Siemens-Tochter Healthineers winkt bei QIAGEN ab. Milliardendeal: Delivery Hero kauft Essenslieferanten Woowa. Moody's senkt Daimler-Rating.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Die Änderungen unter den Top-Positionen
Hohe Ausgaben
Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke 2019
Das Schwarzbuch 2019
Wo 2019 sinnlos Steuern verbrannt wurden
Die wertvollsten Marken der Welt 2019
Diese Unternehmen sind vorne mit dabei
Die beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland
Hier arbeiten die Deutschen am liebsten
mehr Top Rankings

Umfrage

Was wünschen Sie sich von der Großen Koalition?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Microsoft Corp.870747
Deutsche Bank AG514000
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
Allianz840400
Amazon906866
TeslaA1CX3T
E.ON SEENAG99
BMW AG519000
Aramco (Saudi-Aramco)A2PVHD
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
NEL ASAA0B733