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18.03.2019 16:10

Wirecard-Aktie bleibt unter Druck - Der größte Konkurrent wird unterdessen zum Anlegerliebling

Rivale aus dem Nachbarland: Wirecard-Aktie bleibt unter Druck - Der größte Konkurrent wird unterdessen zum Anlegerliebling | Nachricht | finanzen.net
Rivale aus dem Nachbarland
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Der Zahlungsdienstleister Wirecard erlebt schwierige Zeiten. Presseberichte über Bilanzunregelmäßigkeiten, Shortsellerattacken, Ermittlungen der Behörden - viele Anleger schauen sich das lieber von der Seitenlinie aus an.
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Die Vorwürfe gegen Wirecard reißen nicht ab. Nachdem die "Financial Times" in den vergangenen Wochen insbesondere das Singapur-Geschäft ins Visier genommen hatte und über angeblichen Betrug sowie Bilanz-Tricks in dem asiatischen Land berichtet hatte, hat die Aktie des DAX-Konzerns bereits massiv gelitten. Zwar wehrte sich die Führungsebene stets gegen die Unterstellungen des Blattes und verwies auf interne plus externe Untersuchungen, die den Beschuldigten Wirecard-Mitarbeiter entlasten haben sollen, doch die Aktie kommt, trotz steter Beruhigungspillen von Seiten des Managements, nicht zur Ruhe.

Weiterer Gegenwind für Wirecard

Wie unsicher die Anleger angesichts der aktuell undurchsichtigen Lage agieren, wurde auch in der vergangenen Woche deutlich: Als bekannt wurde, dass Wirecard nach dem Vorwurf finanzieller Unregelmäßigkeiten in Singapur den betreffenden Manager beurlaubt hat - laut Unternehmen ein "völlig normaler Prozess" - brach die Aktie ein weiteres Mal ein. Und die nächste Hiobsbotschaft für Anleger folgte auf dem Fuße: Als das "Handelsblatt" bekannt machte, dass Strafverfolger nun auch das Indien-Geschäft von Wirecard ins Visier nehmen und Untersuchungen eingeleitet haben, rauschte die Aktie weiter in den Keller.

Das Fazit: Rund 40 Prozent hat die Wirecard-Aktie seit dem ersten Artikel in der "Financial Times" verloren. Zwischenzeitlich ging es sogar noch deutlich tiefer nach unten, doch immer neue Beteuerungen des Managements, aber auch die Unterstützung von der Finanzaufsicht BaFin, die Leerverkäufe auf Aktien des Zahlungsabwicklers verboten hat, konnten die Abwärtsfahrt der Aktie ein wenig abbremsen.

Konkurrent Adyen überzeugt unterdessen

Während sich Aktionäre von Wirecard zunehmend verunsichert zeigen und lieber zunächst von der Seitenlinie aus zuschauen, welche Auswirkungen die neuesten Entwicklungen auf die Geschäftslage des DAX-Konzerns haben werden, zieht im Windschatten der niederländische Konkurrent Adyen an Wirecard vorbei.

Statt die Aktie in Sippenhaft zu nehmen, kaufen sich Anleger verstärkt bei den Niederländern ein. Im bisherigen Jahresverlauf legte die Adyen-Aktie bereits mehr als 40 Prozent zu - Wirecard hat seit Jahresbeginn unterdessen mehr als 20 Prozent verloren. Dass in der Adyen-Aktie Potenzial steckt, haben zwischenzeitlich auch Analysten erkannt: Goldman Sachs hat seine Kaufempfehlung für den Anteilsschein bestätigt und das Kursziel deutlich von 775 auf 800 Euro angehoben. Die Aussichten des Zahlungsdienstleisters seien noch besser als bislang von Experten erwartet worden sei, begründete Analyst Mohammed Moawalla die positive Einschätzung der Aktie.

Tatsächlich hatte das Unternehmen mit seiner Bilanz für 2018 durchaus überzeugt: Der Umsatz zog kräftig um 60 Prozent auf 349 Millionen Euro an, vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verdiente Adyen mit 182 Millionen Euro 83 Prozent mehr als im Vorjahr.

Und auch die Analystenschätzungen für die weitere Geschäftsentwicklung sehen gut aus: Für 2019 rechnen Experten mit Umsätzen von 485 Millionen Euro.

Wirecard wird seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr erst am 4. April vorlegen. 2017 hat das deutsche Unternehmen bei Erlösen von knapp 1,5 Milliarden Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 412,2 Millionen Euro verdient. Experten erwarten bei den Erlösen im Jahr 2018 einen Sprung über die 2-Milliarden-Euro-Marke bei einem Ebitda von 563,92 Millionen Euro.

Beim Börsenwert schon überholt

Das Geschäft von Wirecard ist also ungleich größer als das des niederländischen Konkurrenten. Doch an der Börse macht sich dieser Unterschied nicht bemerkbar - im Gegenteil. Während Wirecard eine Marktkapitalisierung von knapp 14 Milliarden Euro hat, kommt der Rivale aus Amsterdam auf eine Börsenbewertung von satten 20 Milliarden Euro.

Und das, obwohl Adyen noch ein Neuling am Börsenparkett ist - im Frühsommer 2018 hat der Zahlungsdienstleister sich an die Börse gewagt und seitdem eine fulminante Kursentwicklung hingelegt. Bereits der erste Kurs der Aktie lag bei 500 Euro - und damit 65 Prozent über den Emissionspreis. Seitdem hat sich der Wert des Anteilsscheins nahezu verdoppelt.

Zumindest in Sachen Börsenwert hat Adyen Wirecard bereits den Rang angelaufen und auch die Performance der Aktie lässt für Anleger nicht zu wünschen übrig. Dank des anhaltenden Digitalisierungstrends und guten Wachstumsaussichten im Bereich bargeldloses Bezahlen sind die Prognosen für Bezahldienstleister im Allgemeinen durchaus gut. Sollte Wirecard die anhaltenden Vorwürfe aber nicht dauerhaft und glaubhaft ad acta legen können, könnte der kleine Rivale aus den Niederlanden auch in Sachen Geschäftsentwicklung bald zu dem DAX-Konzern aufschließen.

Redaktion finanzen.net

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