Nahostkonflikt im Blick

Kein Iran-Deal: Trump fordert 'bedingungslose Kapitulation' - Russland liefert laut Medien Iran Infos über US-Militär

06.03.26 21:01 Uhr

"Bedingungslose Kapitulation": Trump verschärft Ton im Iran-Konflikt | finanzen.net

Im Krieg mit dem Iran will US-Präsident Donald Trump nach eigener Darstellung kein Abkommen mit dem Land mehr abschließen.

Stattdessen müsse es auf eine "bedingungslose Kapitulation" hinauslaufen, forderte er auf seiner Plattform Truth Social.

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Nach dem Kriegsende sowie der Wahl einer "geeigneten und akzeptablen" Führung in Teheran wollen die Vereinigten Staaten mit Verbündeten demnach beginnen, das Land wieder aufzubauen. Trump stellte dabei in Aussicht, den Iran "wirtschaftlich größer, besser und stärker zu machen als je zuvor".

US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt relativierte später die Aussagen. Wenn der Präsident feststelle, dass der Iran keine Bedrohung mehr für die USA darstelle und das Ziel des Einsatzes vollständig erreicht worden sei, dann sei dies im Wesentlichen eine bedingungslose Kapitulation.

Am Samstag vergangener Woche hatten Israel und die USA begonnen, den Iran anzugreifen. Dabei wurde auch Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seither reagiert der Iran mit Gegenangriffen.

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Trump besteht darauf, bei neuer Führung im Iran mitzureden

Am Donnerstag hatte Trump im Gespräch mit "Axios" und "Politico" gesagt, dass er bei der künftigen Führung des Irans mitbestimmen müsse. "Ich muss in die Ernennung involviert sein, wie bei Delcy (Rodriguez) in Venezuela", zitierte ihn etwa "Axios" nach einem Telefongespräch mit ihm.

Zugleich machte er klar, dass er Modschtaba Chamenei, Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei, als neues Staatsoberhaupt ablehne: "Chameneis Sohn ist für mich inakzeptabel. Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringt". Modschtaba Chamenei sei ein "Leichtgewicht".

Der Tod von Chamenei hat ein Machtvakuum im Zentrum des Iran hinterlassen. Offiziell bestimmt der Expertenrat den neuen Revolutionsführer. In der Praxis dürfte sich entscheiden, welches Lager im Machtgefüge die Oberhand gewinnt. Neben Chameneis Sohn Modschtaba werden auch der schiitische Geistliche Sadegh Laridschani, Ex-Präsident Hassan Ruhani und Hassan Chomeini, Enkel des Revolutionsgründers, als Optionen gehandelt.

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Israels Armee hat am Freitag zudem eigenen Angaben zufolge den unterirdischen Militärbunker von Ali Chamenei angegriffen und zerstört. Berichte zu möglichen Opfern gab es zunächst nicht.

Trump behauptet: Iran hat keine Luftwaffe mehr

Nach Angaben des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom) vom Donnerstag haben US-Streitkräfte in den vergangenen 72 Stunden fast 200 Ziele tief im Iran angegriffen, darunter auch in der Nähe von Teheran.

Trump gab am Donnerstag an, dass die Luftabwehr und die Raketen des Irans bereits ganz oder in großen Teilen zerstört worden sei. "Sie haben also keine Luftwaffe mehr, sie haben keine Luftabwehr mehr. Alle ihre Flugzeuge sind weg", sagte Trump in Washington. Zudem seien ihre Raketen zu 60 und ihre Abschussvorrichtungen zu 64 Prozent ausgeschaltet, sagte er.

Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Neben dem Nuklearprogramm und der Marine hatte die US-Regierung das Raketenprogramm des Irans zuvor als wichtigstes Kriegsziel genannt.

Noch vor Kriegsbeginn hatten Vertreter der USA und des Irans unter anderem über das iranische Atomprogramm verhandelt. Die USA wollten verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Irans Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigte sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug forderte Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Greifbare Fortschritte waren bis zu Kriegsbeginn nicht erkennbar.

Medien: Russland liefert Iran Infos über US-Militär

Russland liefert dem Iran Medienberichten zufolge Informationen über US-Streitkräfte und mögliche Ziele im Nahen Osten. Dabei versorge der Kreml Teheran mit Standortangaben und Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen, berichteten der US-Sender CNN und die "Washington Post" unter Berufung Personen, die mit US-Geheimdienstberichten vertraut seien.

"Es scheint sich um eine ziemlich umfassende Maßnahme zu handeln", zitierte die "Washington Post" eine der befragten Personen. CNN zufolge sind die meisten weitergegebenen Informationen Bilder, die mit modernen Satelliten Moskaus angefertigt wurden.

Leavitt: Vorgänge machen keinen Unterschied

Russland ist offiziell nicht am Krieg beteiligt. Zwar hilft Moskau Teheran mit Waffen, ein militärischer Beistand ist dagegen nicht vorgesehen. Angesichts des Angriffskriegs gegen die Ukraine sind die russischen Kapazitäten - auch bei der Waffenproduktion - ohnehin stark ausgelastet. Zugleich will sich Kremlchef Wladimir Putin die für Moskau ebenfalls wichtigen Beziehungen im Nahen Osten zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht verderben.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte in Washington, auch wenn die Russen Informationen weitergäben, mache das mit Blick auf den Krieg keinen Unterschied. Die US-Streitkräfte hätten den Iran bereits erheblich geschwächt, etwa im Bereich der Marine.

WASHINGTON (dpa-AFX)

Bildquellen: Casablanca Stock / Shutterstock.com