Salzgitter: Wie weit geht das Kursfeuerwerk?
SmartCaps ist ein Angebot des redaktionellen Partners StockXperts.
finanzen.net GmbH ist für die Inhalte dieses Artikels nicht verantwortlich.

Die Aktie der Salzgitter AG kennt derzeit kaum ein Halten. Trotz anhaltend schwieriger Marktbedingungen und verhaltener operativer Perspektiven treibt der Kapitalmarkt den Kurs mit bemerkenswerter Dynamik nach oben. Analysten sind sich über die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung jedoch alles andere als einig.
Werte in diesem Artikel
Die Aktie der Salzgitter AG befindet sich in einer außergewöhnlichen Rally. Allein in den vergangenen 30 Tagen legte der Kurs um fast zwanzig Prozent zu, auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Plus inzwischen auf nahezu zweihundert Prozent. Damit zählt der Titel zu den stärksten Performern auf dem Kurszettel – und das in einer Phase, in der die operativen Rahmenbedingungen weiterhin ausgesprochen anspruchsvoll bleiben.
Schwierige Realität laut Unternehmenssicht
Ein Blick auf die jüngste Investorenpräsentation des Konzerns unterstreicht den Kontrast zur Kursentwicklung. Gedämpfte Nachfrage, hoher Importdruck, volatile Energiepreise und ein insgesamt fragiles konjunkturelles Umfeld prägen weiterhin das Bild. Für 2025 stellt sich Salzgitter selbst auf ein schwaches Ergebnis ein, eine schnelle Rückkehr zu früheren Ertragsniveaus ist nicht absehbar. Operativ bleibt das Umfeld herausfordernd, eine spürbare Erholung wird frühestens für die kommenden Jahre in Aussicht gestellt.
Markt setzt auf politische und strukturelle Wende
An der Börse dominiert jedoch längst ein anderer Blickwinkel. Investoren setzen zunehmend auf eine strukturelle Entspannung im europäischen Stahlmarkt. Verschärfte Importquoten, eine stärker protektionistische Industriepolitik der EU und die Hoffnung auf steigende Stahlpreise ab Ende 2025 haben die Erwartungen deutlich verschoben. Hinzu kommen Perspektiven auf zusätzliche Nachfrageimpulse durch Infrastrukturprogramme, Verteidigungsinvestitionen und den Umbau der Energieversorgung. Für viele Marktteilnehmer steht weniger die aktuelle Ertragslage im Fokus als das Potenzial ab 2026.
Analysten uneins über Bewertung und Perspektiven
Die Analystenlandschaft spiegelt diese Unsicherheit wider. Besonders auffällig ist der Kurswechsel einzelner Häuser. Während UBS ihr Kursziel Anfang Dezember noch mehr als verdoppelt und auf rund fünfzig Euro angehoben hatte, folgte nach der kräftigen Rally eine Rückstufung auf neutral. Begründet wurde dies vor allem mit dem inzwischen erreichten Bewertungsniveau. Ganz anders Oddo BHF: Das Haus wandelte sich vom Skeptiker zum Optimisten, stufte die Aktie von Underperform auf Outperform hoch und hob das Kursziel auf 64 Euro an.
Insgesamt ergibt sich ein stark gespaltenes Bild. Laut Angaben des Unternehmens stehen derzeit fünf Kaufempfehlungen vier Verkaufsvoten gegenüber, weitere vier Analysten positionieren sich neutral. Die große Bandbreite der Einschätzungen verdeutlicht, wie stark die Bewertung inzwischen von Annahmen über eine zukünftige Branchenwende abhängt.
Fazit: Hoffnung trägt den Kurs
Die Salzgitter-Aktie bleibt damit ein Paradebeispiel für einen Markt, der nicht die Gegenwart, sondern Erwartungen an eine Trendwende handelt. Ob diese Hoffnungen durch eine tatsächliche Verbesserung der Rahmenbedingungen bestätigt werden, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.
Hand in Hand gehen hingegen die operative und die kurstechnische Entwicklung bei Daldrup & Söhne. Das Unternehmen profitiert operativ unter anderem von den deutlich verbesserten Rahmenbedingungen für Geothermie und verzeichnet ein starkes Wachstum. Die Aktie hat sich dadurch in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt und zuletzt neue Höchstmarken erreicht: zum Artikel
Ähnlich überzeugend ist derzeit das Bild beim Raumfahrtkonzern OHB, der einer der Profiteure der Zeitenwende in den Bereichen Raumfahrt und Rüstung ist. Der Umsatz soll dementsprechend in den kommenden Jahren massiv steigen, weshalb die Aktie nach dem starken Anstieg im Jahr 2025 auch im laufenden Jahr weiter zulegt: zum Artikel
Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Erstellung am 22.01.26 um 11:39 Uhr. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.176 Prozent oder 14,0 Prozent p.a. (Stand: 17.01.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.
Bitte beachten Sie auch unsere Informationen zur SmartCaps-Redaktion, insbesondere zu Arbeitsmethoden und zu potenziellen Interessenkonflikten, sowie unseren Disclaimer/Haftungsausschluss: zum Artikel