Sicherheit

Winter im Wohnmobil: Darauf dürfen Fahrer nicht verzichten

21.01.26 03:37 Uhr

Sicher unterwegs im Winter: Das unverzichtbare Hilfsmittel für Wohnmobil-Reisende | finanzen.net

Verschneite Bergstraßen, vereiste Passagen und unerwarteter Schneefall - für Wohnmobil-Reisende im Winter können solche Situationen schnell zum Problem werden. Während Winterreifen zur Grundausstattung gehören, gibt es ein weiteres unverzichtbares Hilfsmittel, das über Weiterkommen oder Stehenbleiben entscheiden kann.

Wenn der Verfügungsrahmen zur Verlockung wird

Auch wenn moderne Winterreifen und Allradantriebe eine gewisse Sicherheit bieten, stoßen sie unter extremen Bedingungen schnell an ihre Grenzen. Schneeketten sind dann die einzige Lösung, um auf vereisten Straßen oder bei starkem Schneefall die nötige Traktion zu gewährleisten. Wie aus einem Beitrag von promobil hervorgeht, können gerade in kalten, schneereichen Wintermonaten selbst die besten Reifen nicht ausreichen, wenn die Straßenverhältnisse extrem werden.

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Besonders für Wohnmobile sind Schneeketten eine wichtige Sicherheitsausrüstung. Das höhere Gewicht und der höhere Schwerpunkt dieser Fahrzeuge machen sie auf glatten Straßen anfälliger als normale PKW. Dazu kommt: In vielen europäischen Winterurlaubsregionen herrscht auf bestimmten Strecken sogar Schneekettenpflicht. In Österreich müssen Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen vom 1. November bis 15. April jeden Jahres Schneeketten für mindestens zwei Antriebsräder mitführen. Wer diese Regelung missachtet, dem können im Falle eines Unfalls bis zu 5.000 Euro Strafe drohen. Auch in der Schweiz und in Italien gelten strenge Vorschriften - wer ohne Ketten erwischt wird, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.

Die richtige Wahl: Welche Schneeketten passen zum Wohnmobil?

Nicht jede Schneekette eignet sich für jedes Wohnmobil. Es gibt verschiedene Typen, die sich in Material, Montage und Leistung unterscheiden. Seil-Ringketten bestehen aus einem Drahtseil mit kleinen Metallringen und bieten gute Leistung bei mäßigen Schneeverhältnissen. Robuster sind dagegen Federstahl-Ringketten - sie sind widerstandsfähiger und besonders für schwerere Fahrzeuge geeignet. Einige moderne Modelle verfügen über automatische Nachspannsysteme, die sich während der Fahrt selbst nachspannen und so die Montage erheblich erleichtern.

Entscheidend ist vor allem die richtige Größe. Die Schneeketten müssen exakt zu den Reifen passen, sonst können sie während der Fahrt verrutschen oder sogar Schäden an Bremsleitungen und Kotflügeln verursachen. Die benötigten Reifendaten finden sich auf der Seitenwand jedes Reifens - beispielsweise "215/70 R15". Die Zahl vor dem Schrägstrich gibt die Breite in Millimetern an, die Zahl danach beschreibt das Verhältnis von Höhe zu Breite, "R" steht für Radialbauweise und die letzte Zahl für den Durchmesser in Zoll. Bei Unsicherheiten sollte man unbedingt einen Fachhändler oder den Fahrzeughersteller konsultieren.

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Besonders wichtig: Wohnmobile über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht benötigen oft spezielle LKW-Ketten mit einer Stärke von 16 Millimetern, während für leichtere Fahrzeuge 12 Millimeter ausreichen. Wer hier auf die falsche Variante setzt, riskiert, dass die Ketten unter dem Gewicht brechen.

Montage und Vorbereitung: Übung macht den Meister

Das Anlegen von Schneeketten kann besonders bei großen Wohnmobilreifen zur Herausforderung werden - vor allem, wenn man es zum ersten Mal bei Minusgraden und Schneefall versuchen muss. Wie t-online in seinem Ratgeber betont, sollte die Montage daher unbedingt vorher in Ruhe geübt werden, am besten im Sommer bei angenehmen Temperaturen. Nach dem ersten Aufziehen müssen die Ketten regelmäßig geprüft und nachgespannt werden, damit sie sicher sitzen und nicht verrutschen.

Bei herkömmlichen Seil- oder Ringschneeketten muss man mehrfach vorfahren, wieder aussteigen und nachjustieren. Schnellmontage-Ketten sind hier deutlich komfortabler - sie spannen sich meist schon bei der ersten Raddrehung automatisch. Allerdings sind diese Komfort-Varianten oft nur bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht geeignet.

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Ein weiterer wichtiger Punkt: Schneeketten sollten nur auf schneebedeckten Straßen verwendet werden. Auf normalem Asphalt haben sie deutlich weniger Traktion als Reifen und können zudem die Straße beschädigen. Deshalb gilt beim Fahren mit Schneeketten auch eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Sobald die Schneekettenpflicht endet oder die Straßen wieder frei sind, sollten die Ketten zügig abgenommen werden.

Zusätzliche Winterausrüstung nicht vergessen

Schneeketten sind zwar das wichtigste Hilfsmittel für winterliche Straßenverhältnisse, doch sie sollten nicht die einzige Vorsichtsmaßnahme sein. Zur Grundausstattung gehören auch Abschleppseile oder -stangen, gefütterte Arbeitshandschuhe, ein Besen mit Teleskopstange zum Schneeräumen vom Dach, Enteisungsspray und eine Schaufel. Auch Traktionshilfen zum Unterlegen können im Ernstfall hilfreich sein, wenn das Wohnmobil trotz Schneeketten im Schnee feststeckt.

Wer mit dem Wohnmobil in winterliche Regionen fährt, sollte außerdem darauf achten, dass alle Achsen mit vollwertigen Winterreifen ausgestattet sind. Ganzjahresreifen sind zwar erlaubt, bieten aber deutlich weniger Sicherheit. Die Profiltiefe sollte mindestens vier Millimeter betragen. Auch das Frostschutzmittel im Kühlwasser und in der Scheibenwaschanlage muss überprüft werden, und die Fahrzeugbatterie sollte vollgeladen sein - denn Kälte beansprucht sie besonders stark.

D. Maier / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Zsolt Biczo / Shutterstock.com

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