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27.11.2017 09:24
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Der DAX im Höhenrausch

Vermögensverwalter-Kolumne: Der DAX im Höhenrausch | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Der Deutsche Leitindex DAX hat seit Jahresanfang rund 1.500 Punkte oder anders ausgedrückt 13 Prozent zugelegt. Mit einem solchen Kursfeuerwerk hatte im Januar wohl keiner gerechnet.
Die Zauderer und Zinssparer reiben sich verwundert die Augen und mancher wird sich fragen, ob er noch auf den Zug aufspringen soll. Die Mitgereisten werden sich über den üppigen Wertzuwachs freuen, aber gleichwohl überlegen, ob und wie das weitergehen soll und ob man nicht besser jetzt, als zu spät aussteigt.

Zur Entscheidungsfindung könnte man folgende Fragen stellen:

1. Was sind die Alternativen im aktuellen und wohl andauernden Niedrigzinsumfeld?

2. Sind Aktien zu teuer und was sagt das Aktienbarometer DAX über die Wirtschaft und die Bewertung der Aktien aus?

Die EZB hat deutlich gemacht, dass sie mindestens bis Oktober des nächsten Jahres an ihrem Anleihekaufprogramm festhalten wird. Auf der Zinsseite wird es bis dahin also keine Entspannung geben und Anleihen guter Bonität oder Festgeld weiterhin keinen befriedigenden Beitrag für Wertzuwächse leisten. Eine Entscheidung für oder gegen die Alternative Aktien machen viele Anleger am Stand des DAX fest und den halten viele bei 13.000 Punkten für zu teuer.

Verglichen mit dem Punktestand seiner Geburtsstunde vor 30 Jahren, als der Index am 31. Dezember 1987 erstmals mit 1.000 Punkten normiert wurde, könnte man dies annehmen. Unerwähnt bleibt bei dieser Betrachtung regelmäßig, dass der täglich in der Börsenberichterstattung genannte Dax ein sogenannter Performance Index ist. Anders als bei seinem großen Bruder Dow Jones in den USA, fließen bei ihm alljährlich die ausgeschütteten Dividenden in die Kursentwicklung ein.

Zwar wurde 1987 zeitgleich und ebenfalls mit 1.000 Punkt ein Dax- Kurs- Index aufgelegt, doch der ist den meisten Anlegern überhaupt nicht bekannt. Ohne den Dividendenfaktor notiert dieser aktuell bei rund 6.100 Punkten und zeichnet damit ein ganz anderes Bild der Preisentwicklung. Aber egal ob Performance- oder Kursindex, das sogenannte Aktienbarometer ist und bleibt ein Abbild von Durchschnittswerten 30 ausgewählter deutscher Aktien.

Selektiert man diesen Durchschnittswert, ergibt sich ein spannendes Bild: Während die Aktie der Deutschen Lufthansa den Markt in diesem Jahr mit einem Kursplus von 140 Prozent beglückt hat, beklagen Anleger von Prosieben Sat 1 per dato einen Jahresverlust von 20 Prozent. Bei den Amerikanern sieht es ähnlich aus. Boeing führt die Gewinnerliste mit 89 Prozent Wertzuwachs an, während der General Electric mit minus 29 Prozent den Index nach unten zieht.

Grundsätzlich soll ein Index den Zweck erfüllen, die Entwicklung eines Teilmarktes repräsentativ zu dokumentieren. Letztendlich bleiben es Durchschnittswerte mit Ausreißern noch oben und unten. Innerhalb ihrer Märkte erzeugen sie damit ein verzerrtes Bild und taugen somit als Preisindikator nur bedingt.

Auch das viel beschriebene Kurs-Gewinn-Verhältnis - KGV- sagt wenig über die einzelnen Werte im Index aus. Das aktuelle Durchschnitts-KGV im Dax liegt mit 13,5 unter dem langjährigen Durchschnitt von 14,6. Aber auch hier reicht die Spannweite von 9,6 (Lufthansa) bis 28,5 (Infineon).

Die Kapitalflut der Notenbanken und der damit verbundene Anlagenotstand der Investoren hat sicherlich ein gewisses Herdenverhalten ausgelöst und die Aktienmärkte als Ganzes in die Höhe getrieben. Korrekturen sind daher nicht auszuschließen, denn nicht jedes Unternehmen hat diese Aufwertung verdient.

Doch die Konjunkturforscher sind sich selten einig und setzen auf eine weitere Erholung der Weltwirtschaft. Themen wie Digitalisierung oder E-Mobilität stellen die Unternehmen vor neue Herausforderungen. Einige werden massiv davon profitieren, andere eher darunter leiden.

Mit einem Indexinvestment wird der Anleger von allem ein bisschen im Portfolio haben. Ein aktiv gemanagtes Aktienportfolio, bei dem die Bewertung von Unternehmen höhere Priorität hat als der Punktestand von Indizes ist zwar aufwendiger zu managen, erhöht jedoch im aktuellen Marktumfeld die Chancen, sich vom Durchschnitt abzusetzen.

Von Ralph Rickassel, PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf, eine Niederlassung der Donner & Reuschel Lux S.A.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: KenDrysdale / Shutterstock.com

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