03.05.2022 18:03

Covestro-Aktie sackt ab: Covestro senkt Ergebnisprognose 2022

Ziele gekappt: Covestro-Aktie sackt ab: Covestro senkt Ergebnisprognose 2022 | Nachricht | finanzen.net
Ziele gekappt
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Der Corona-Lockdown in China, die weiter kräftig steigenden Energie- und Rohstoffkosten und eine Eintrübung des Weltwirtschaftswachstums machen Covestro einen Strich durch die Rechnung.
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Der DAX-Konzern senkte die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr trotz eines operativen Gewinnanstiegs im ersten Quartal. Der neue Ausblick liegt unter den Markterwartungen.

Covestro rechnet nun mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 2 bis 2,5 Milliarden Euro. Bisher hatte der Konzern 2,5 bis 3 Milliarden Euro angepeilt. Der aktuelle Vara-Analystenkonsens liegt bei 2,7 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal erwartet der Konzern ein EBITDA von 430 bis 530 Millionen Euro. Im ersten Quartal stieg es auf 806 Millionen Euro von 743 Millionen Euro im Vorjahr. Analysten hatten mit 774 Millionen Euro gerechnet.

Den freien Cashflow sieht Covestro 2022 nun bei 400 bis 900 Millionen Euro statt 1 bis 1,5 Milliarden Euro. Hier waren die Analysten zuletzt von 1,2 Milliarden ausgegangen. Im ersten Quartal lag er bei 17 Millionen Euro.

Den Ausblick für die Rendite auf das eingesetzte Kapital über dem gewichteten Kapitalkostensatz (ROCE) senkte der Konzern auf 1 bis 5 Prozentpunkte von zuvor 5 bis 9 Prozentpunkten.

Bei den Treibhausgasemissionen, gemessen an den CO2-Äquivalenten, werden nun zwischen 5,5 und 6,0 Millionen Tonnen erwartet. Bisher hatte Covestro 5,6 bis 6,1 Millionen in Aussicht gestellt.

Covestro senkt Prognose vornehmlich wegen China-Lockdown

Mit der Senkung seiner Ergebnisprognose hat Covestro vornehmlich auf die Lockdown-Beschränkungen der chinesischen Regierung in Schanghai reagiert, wo der Werkstoffhersteller einen großen Standort hat. Zwar sei es gelungen, die Produktion aufrecht zu erhalten, indem die Belegschaft in einer Bubble gearbeitet habe, sagte Finanzvorstand Thomas Toepfer im Interview mit Dow Jones Newswires. Doch hätten sich inzwischen auch die Logistikprobleme und die von Lieferanten so erheblich verschärft, dass "der Absatz im zweiten Quartal recht stark sinkt".

Covestro hatte am Montagabend überraschend den Zielkorridor für den operativen Gewinn um 500 Millionen Euro gesenkt. Der Hersteller von Kunststoffen und Beschichtungen rechnet nun mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 2 bis 2,5 Milliarden Euro statt wie zuvor 2,5 bis 3 Milliarden Euro. Hauptfaktor dafür sei die Situation in China, so Toepfer. Daneben geht Covestro von einer Eintrübung der weltweiten Konjunktur aus und rechnet nicht mehr mit 4 Prozent sondern 3 Prozent weltweitem BIP-Wachstum für 2022.

In den ersten drei Monaten profitierte Covestro von der anhaltend starken Nachfragedynamik. "Wir waren erneut vollständig ausverkauft", sagte Toepfer. Belastend wirkten jedoch die um 820 Millionen Euro gestiegen Preise für Rohstoffe und Energie. Zu 90 Prozent sei es gelungen, diese Kostensteigerungen an die Kunden weiterzugeben. Der Finanzchef glaubt allerdings, dass es in den nächsten Monaten nicht mehr im bisherigen Ausmaß möglich sein wird, die Kosten weiterzureichen: "Wir gehen schon davon aus, dass es zu einem Druck auf die Marge kommen wird."

Toepfer korrigierte auch die Erwartungen an die Energiekosten nach oben. War er im März noch davon ausgegangen, dass die Ausgaben für Strom und Gas in diesem Jahr um rund 500 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro steigen werden, sieht er die Energierechnung jetzt eher zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro.

Weiter vorantreiben wird Covestro sein 500 Millionen Euro schweres Aktienrückkaufprogramm, wie Toepfer sagte. Nachdem die erste Tranche über 75 Millionen Euro am 6. April abgeschlossen worden sei, könnte die nächste Tranche in Kürze folgen. Das Kursniveau sei aktuell attraktiv. Die Covestro-Aktie wurde im frühen Handel in Frankfurt mit einem Abschlag von 4,2 Prozent bei 39,69 Euro gehandelt.

Pessimistischer Ausblick drückt Covestro auf Tief seit 2020

Ein gesenktes Ergebnisziel für das laufende Jahr hat den Aktien von Covestro am Dienstag schwer zugesetzt. Anleger sorgen sich um die Wachstumsperspektiven. Ungeachtet besser als erwartet ausgefallener Zahlen im ersten Quartal ging der Kurs des Kunststoffherstellers auf Talfahrt. Er sackte auf den tiefsten Stand seit Mitte August 2020.

Bis zum Handelsende gaben die Anteilsscheine im moderat steigenden DAX 4,85 Prozent auf 39,40 Euro nach. Angesichts der jüngsten Kursentwicklung im Vergleich zum Gesamtmarkt und der Branche dürfte laut Baader-Bank-Analyst Markus Mayer zwar ein Teil der reduzierten Prognose bereits im Kurs enthalten gewesen sein, dennoch war auch er nicht überrascht über die deutlich negative Aktienreaktion nach den Aussagen am Vorabend.

Mehrere Analysten, neben Mayer die von JPMorgan und Jefferies, lobten zwar das starke Auftaktviertel, und dabei insbesondere das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 806 Millionen Euro. Das gekappte Gesamtjahresziel für diese Kennziffer sei aber eine "negative Überraschung", schrieb Mayer. Das zweite Quartal werde nun deutlich schwächer als bislang vom Konsens erwartet ausfallen, ergänzte JPMorgan-Experte Chetan Udeshi, denn die Mitte der Management-Prognose liege bald 30 Prozent unter der durchschnittlichen Analystenschätzung. Für 2022 rechnet Udeshi zugleich damit, dass die Schätzungen am Markt um 10 bis 15 Prozent sinken dürften.

"Das Ausmaß der Prognosesenkung durch Covestro verdeutlicht die erheblichen Unsicherheiten auf den globalen Märkten für chemische Grundstoffe, resümierte Chris Counihan von Jefferies. Das bestätige seine Ansicht, dass positive Überraschungen zum ersten Quartal in der Branche nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden sollten. Er sieht zudem im ersten Quartal den Aufbau von Lagerbeständen durch Kunden, die sich so gegen höhere Preise wappnen wollten. Im weiteren Verlauf dürfte dies dann die Nachfrage dämpfen.

Trotz aller Herausforderungen verfügt Covestro laut Counihan aber über einen "komfortablen Verschuldungsgrad", sodass das Unternehmen weiter an seinen höheren Ausschüttungen in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden festhalten könne.

FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX)

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