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07.10.2019 19:42
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Nach Forever 21-Insolvenz: Schwächelt jetzt auch Fashion-Riese Primark?

Krise in der Modebranche?: Nach Forever 21-Insolvenz: Schwächelt jetzt auch Fashion-Riese Primark? | Nachricht | finanzen.net
Krise in der Modebranche?
Das Marktumfeld wird für Modeketten wie H&M und Forever 21 derzeit täglich schwieriger. Die Unternehmen haben mit sinkenden Wachstumszahlen zu kämpfen. In Deutschland betrifft dies besonders die Billigkette Primark.

Primarks Wachstum fast ausschließlich durch Neueröffnungen ermöglicht

Die irische Billigmodekette Primark schwächelt. Das Unternehmen betreibt zurzeit 373 Filialen weltweit. In Deutschland gibt es derzeit 30 Primark-Shops, der 31. wird voraussichtlich am 6. November in Kiel eröffnet. Die Aussicht auf preiswerte It-Pieces euphorisiert auch die Kieler Jugend, Primark hofft deshalb auf einen erfolgreichen Start.
Die Eröffnung einer weiteren Filiale in Deutschland ist aus der Perspektive des Managements jedoch alles andere als positiv zu werten. Wie der Mutterkonzern Associated British Foods berichtet, sind die Shops in Deutschland verantwortlich für eine stark getrübte Bilanz des Konzerns. Trotzdem zeigt sich der europäische Markt mit einem Plus von 5 Prozent weiterhin stabil.

Der einzige Lichtblick für das Wachstum liegt in Neueröffnungen weiterer Verkaufsflächen. Die derzeitige Wachstumsrate vermindert sich um drei Prozent, verglichen zum Vorjahr. Obwohl Primark Erlöse von 8,5 Milliarden im Geschäftsjahr anvisiert, was einem Wachstum von vier Prozent gleichkommt, zeigen die flächenbereinigten Daten deutlich geringere Zahlen. Im europäischen Raum stellt sich Großbritannien als derzeitiger Erfolgsmarkt heraus, weitere Marktanteile konnten hinzugewonnen werden. Trotzdem war eine Minderung des Wachstums um ein Prozent zu verzeichnen. In den USA hingegen resultiert der Hype um Primark in weitaus besseren Zahlen. Die operative Marge für das Jahr liegt in einem positiven Bereich, zudem erweiterte sich die Geschäftsfläche von 88.000 auf 1,45 Milliarden Quadratmeter im Vergleich zum Vorjahr. Die Verkaufsflächen in Deutschland sollen außerdem verringert werden, um die Flächenproduktivität zu erhöhen.

Geminderter Umsatz betrifft ganze Fast-Fashion-Industrie

Die geringen Wachstumszahlen sind aber nicht nur ein Phänomen der irischen Modekette, auch andere Modeunternehmen des unteren Preissegments wie H&M oder Zara verzeichnen weniger gute Wachstumsraten. Der H&M-Konkurrent Forever 21 musste am 30.09.19 Insolvenz anmelden, Gläubigerschutz des in LA ansässigen Unternehmens wurde beantragt. Auf dem US-amerikanischen Markt werden bis zu 178 von 500 Shops geschlossen, auch die Standpunkte in Europa und Asien werden fast komplett verschwinden. Insgesamt handelt es sich laut Insolvenzdokumenten um 800 Geschäfte mit Standpunkten in 57 Ländern.

Mode wird politisch

Fast-Fashion Ketten wie H&M, Zara, Primark und Forever 21 erhalten nach den erfolgreichen Jahren und dem Hype in den 2000ern seit dem letzten Jahr starken Gegenwind. Die Unternehmen merken derzeit, wie die Politik auch die Modebranche erreicht. Die Forderung nach klimafreundlicherer und nachhaltiger Produktion ist auf dem Fast-Fashion-Markt angekommen. Umweltfreundlich produzierte Mode und Second-Hand erlebt in diesem Jahr ein Revival. Fast-Fashion wird ein Symbol der Wegwerfgesellschaft.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums Primarks hat die Christliche Initiative Romeo (CIR) eine Studie durchgeführt. Im Jahr 2000 wurden Kleidungstücke noch 200 mal im Jahr getragen, 2015 nur noch 150 mal. Zudem liegt der Mindestlohn für Primarkmitarbeiter in den Textilfabriken unter dem Existenzminimum.

Außerdem setzt der Onlinehandel der Einzelhandelsbranche zu. Der Onlinehandel trägt mit 8,8 Prozent zum gesamten Wachstum des Marktes von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bei, Geschäfte mit Textilien und Schuhen punkten hingegen nur mit einem Anteil von 0,4 Prozent. Das Marktforschungsinstitut Coresight Research bestätigt dies, immer mehr börsennotierte Einzelhändler schließen ihre Läden, bis Jahresende geht Coresight von 120.000 Schließungen aus. Was Unternehmen wie H&M rettet, sind ihre hohen Investitionen in den Onlinehandel. Primark hat hingegen keinen Online-Shop.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Angelina Dimitrova / Shutterstock.com

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