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11.10.2019 09:33
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Arbeitsalltag: Zeit oder Geld wichtiger?

Prioritäten: Arbeitsalltag: Zeit oder Geld wichtiger? | Nachricht | finanzen.net
Prioritäten
Worauf legen Arbeitnehmer bei der Jobsuche wert? Würden sie für Geld auf ihre Freizeit verzichten oder lieber mehr Freizeit und dafür weniger Gehalt bekommen? Das fand nun eine Studie heraus.
Viele Arbeitnehmer arbeiten hart, um sich genug Geld für das erste eigene Zuhause zurückzulegen oder für die Rente vorzusorgen. Doch macht Geld wirklich glücklich? Wäre es nicht besser, etwas von seiner Arbeitszeit zurückzutreten und die Freizeit mehr zu genießen? Eine Frage, die sich nicht nur Privatpersonen, sondern auch einige Wissenschaftler stellen. So auch die zwei Wissenschaftlerinnen der Harvard Business School, Ashley Whillans und Elizabeth Dunn, die diesbezüglich eine Studie mit mehr als 1.000 Studenten durchgeführt haben.

Eindeutiges Ergebnis

Hierfür wurden den Probanden zwei Szenarien präsentiert, von denen im ersten die Zeit und im zweiten Geld mehr geschätzt wird. Sie konnten auswählen, mit welcher Situation sie sich eher identifizieren. Zwei Jahre nach ihrem Abschluss sollten sie die Studienfragen erneut beantworten und auf ihre aktuelle Situation eingehen. Die meisten Studienteilnehmer gaben an, dass sie Zeit mehr schätzen und sie dafür einen Teil ihres Gehalts aufopfern würden. Auch in den ersten Jahren nach dem Studienabschluss ist dies laut Studienergebnisse der Fall.

Ob dies allerdings als allgemein gültige Schlussfolgerung gelten kann, ist ungewiss. Denn es macht einen Unterschied, ob ein Absolvent aus einer reichen Familie kommt und somit keine finanziellen Schwierigkeiten hat oder ob man nach seinem Studium erst einmal einen großen Schuldenberg abbezahlen muss. Im letzteren Fall ist es klar, dass der Absolvent viel Freizeit aufopfern muss, um genug Geld zu verdienen und damit keine große Auswahl hat.

8-Stunden-Arbeitstag ungesund?

Es haben sich auch andere Wissenschaftler mit diesem Thema auseinandergesetzt und sogar die Annahme erhoben, dass eine 40- bzw. 60-Stunden-Arbeitswoche ungesund ist, da der Mensch sich nur vier bis fünf Stunden am Tag effektiv konzentrieren könne. Daher fordert man kürzere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn. Ein entsprechendes Pilotprojekt wurde in Schweden in 2016 durchgeführt, wo man einen Sechs-Stunden-Arbeitstag getestet hat. Das Ergebnis des Pilotprojekts zeigte, dass die Arbeitnehmer produktiver und weniger krank waren. Eines der teilnehmenden Unternehmen produzierte zudem mindestens genauso viel wie seine Konkurrenten.

In Deutschland ist man von einem solchen Arbeitszeitmodell noch weit entfernt. Noch müssen Arbeitnehmer sich hierzulande zwischen Geld und Freizeit entscheiden. In einigen Berufen wie zum Beispiel solchen, in denen man nach Tarifvertrag vergütet wird, ist es tatsächlich möglich, dass man für weniger bzw. gleicher Arbeit mehr Gehalt bekommt. Doch nicht alle Arbeitnehmer genießen diesen Luxus, da nicht alle Unternehmen ihre Mitarbeiter nach Tarif vergüten. Diese könnten dann auf das Teilzeitmodell umsteigen, ob es aber finanziell machbar ist, muss jeder für sich entscheiden.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: nd3000 / Shutterstock.com, Tyler Olson / Shutterstock.com

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