31.05.2022 23:02

NEL ASA-Aktie, Plug Power-Aktie & Co.: Warum bald der Durchbruch der Wasserstoff-Technologie gelingen könnte

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Seit Februar 2021 geht es konstant abwärts für Wasserstoff-Aktien. Die zuvor extrem hoch bewerteten Titel kosten nur noch einen Bruchteil ihres einstigen Rekordniveaus. Doch BlackRock ist weiterhin zuversichtlich und investiert in den Wasserstoffbereich. Tatsächlich könnte die Wasserstoff-Technologie in der schwierigen wirtschaftlichen Gemengelange zur Marktreife gedeihen.
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• BlackRock greift bei Wasserstoff-Aktien zu
• Wasserstoff könnte von globaler Energiekrise wegen Ukraine-Krieg profitieren
• Abgestrafte Wasserstoff-Papiere versuchen sich in Bodenbildung

Die Wasserstoff-Branche kündigte bereits in den 1970er-Jahren revolutionäre Veränderungen in der Energieerzeugung an. Seitdem ist wenig passiert, die Rolle von Wasserstoff als Energieträger ist weiterhin marginal, temporäre Spekulationsblasen an der Börse platzten immer wieder. Doch einige Investoren sind weiterhin von den rosigen Zukunftsaussichten des H-Elementes überzeugt - so auch BlackRock.

BlackRock investiert in Wasserstoff

BlackRock verwaltete nach eigenen Angaben im Januar 2022 ein Vermögen von 10 Milliarden US-Dollar. Wegen der enormen Größe sind die Entscheidungen des US-Vermögensverwalters, der neben Banken, Staatsfonds, Pensionsfonds auch Privatpersonen zu seinen Kunden zählt, von marktbewegender Macht. So sorgte das jüngste Engagement von BlackRock im Wasserstoff-Bereich für einige Aufmerksamkeit. Wie 13G-Einreichungen bei der US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) zeigten, kaufte BlackRock Aktien von vielversprechenden Wasserstoffunternehmen im Wert von mehreren Hundert Millionen US-Dollar. Unter anderem stockte BlackRock seine Beteiligung an Plug Power um weitere 10,1 Millionen Aktien auf. Ebenfalls leistete BlackRock mit dem iShares Global Clean Energy ETF Pionierarbeit bei ESG-ETFs. Einige Experten interpretieren BlackRocks Engagement als Beweis dafür, dass der größte Vermögensverwalter der Welt die Wasserstoff-Branche noch längst nicht abgeschrieben hat.

Anwendungsbereiche von Wasserstoff

Schon seit mehr als 50 Jahren werden die vermeintlichen Vorteile des Elements von Wasserstoff-Enthusiasten gelobt - doch in der Realität haben sich solche Hoffnungen bislang nicht materialisieren können. Immerhin sprechen aber einige Punkte für Wasserstoff, das leichteste Element der Welt. Tech-Experte Luke Lango von "Investorplace" hebt besonders die Multifunktionalität von H2 hervor. Durch Wasserstoff angetriebene Fahrzeuge, wie vor allem LKWs und Flugzeuge, könnten "weiter fahren, schneller laden und länger funktionieren als Elektroautos". Auch im stationären Energiebereich sei Wasserstoff ein konsistenter und robuster Energieträger, dessen Speicherung sich einfacher gestalte als bei Elektrobatterien. Auch Häuser könnten mithilfe der Wasserstoff-Technologie besser geheizt werden. Deshalb, so Lungo, habe "Wasserstoff einen enormen Mehrwert im Bereich der sauberen Energie".

Warum dieses Mal der Wasserstoff-Durchbruch gelingen könnte

Angesichts der vielfältigen Anwendungsbereiche ist auch Lango zuversichtlich: Wasserstoff könnte - wie andere Technologien davor - nun vor "seinem Moment" stehen. Doch ein solch optimistisches Zukunftsszenario wurde schon häufig ausgerufen. Wie begründet Lango seine Ansicht, die 2020er-Jahre werden die Zeit des Wasserstoff-Durchbruchs? Er nennt drei Gründe. Erstens sei die Technologie effektiver und somit kostengünstiger denn je. Zweitens seien viele politische Entscheidungsträger inzwischen für den Klimawandel sensibilisiert worden und förderten erneuerbare Energien. Als dritte Begründung hebt Lungo die "globale Energiekrise" hervor, die durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundenen westlichen Sanktionen gegen den großen Rohstoffexporteuer Russland entstanden sei.

Wasserstoff biete deshalb eine gute Alternative für fossile Brennstoffe. Dank schrittweiser Verbesserungen bei der Effizienz der Technologie könnten die Unternehmen zukünftig ökonomisch rentabel wirtschaften, enorme Investmentchancen böten sich deshalb an.

Wie sich die Wasserstoff-Aktien aktuell entwickeln

Die Wasserstoff-Unternehmen könnten einen solchen Aufschwung gut gebrauchen. Zwischen Mitte 2020 und Anfang Februar kannten die bekanntesten Wasserstoff-Aktien nur eine Richtung: steil nach oben. Papiere von Unternehmen wie Plug Power, Ballard Power oder NEL ASA vervielfachten sich innerhalb weniger Monate. Doch seit Februar 2022 wurden diese Titel massiv abverkauft. Die Inflation und Leitzinserhöhungen in verschiedenen Ländern machen unprofitable Tech-Highflyer unattraktiver, die Kontraktion der Geldmenge hemmt die Spekulationslust der Börsianer. Andere Geldanlageinstrumente wie Anleihen oder dividendenstarke Value-Aktien werden aufgewertet. Zudem haben sich kühne Zukunftsvisionen über die Verwendung von Wasserstoff bis jetzt abermals nicht bewahrheitet.

Immerhin scheinen die meisten Wasserstoff-Aktien inzwischen einen Boden gefunden zu haben, seit einigen Tagen tendieren einige Titel wieder leicht aufwärts. Weiterhin ist es vorstellbar, dass Wasserstoff tatsächlich einen höheren Anteil am globalen Energiemix einnehmen wird. So zeigt denn auch BlackRocks Investition, dass die inzwischen günstigere Bewertung einiger Wasserstoffunternehmen wieder vermehrt chancenbewusste Anleger anlocken könnte.

Redaktion finanzen.net

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