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08.04.2018 12:07

IPO und Direktplatzierung: Was ist der Unterschied?

BUX-Kolumne: IPO und Direktplatzierung: Was ist der Unterschied? | Nachricht | finanzen.net
BUX-Kolumne
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Am 3. April ist Spotify in New York an die Börse gegangen. Bei der Notierung von Spotify handelte es sich jedoch nicht um einen IPO (Initial Public Offering), an den wir bei großen Technologieunternehmen wie Dropbox und Snap gewöhnt sind.
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Spotify hat sich für eine Direktplatzierung entschieden, die viel seltener zum Einsatz kommt und den Preis der Aktie sehr beeinflussen kann. Deshalb lohnt es sich, die Unterschiede zwischen einem Börsengang und einer Direktplatzierung zu erklären.

Der Zweck

Der grundlegende Unterschied zwischen den beiden ist der Zweck. In der Regel bringt ein Unternehmen eine Aktie an die Börse, wenn es Geld braucht. Durch die Ausgabe und den Verkauf von Aktien erhält das Unternehmen Geld von Investoren, die im Gegensatz zu Banken keine Zinsen verlangen, sondern nur, dass das Unternehmen Dividenden generiert und ausschüttet - und natürlich Gewinn macht. Das ist in der Regel der Hauptgrund, warum sich ein Unternehmen für einen Börsengang entscheidet, der zudem lange dauert und Geld kostet.

Bei einer Direktplatzierung wie der von Spotify gibt das Unternehmen dagegen keine neuen Aktien aus: Es eröffnet seinen derzeitigen Anlegern nur die Möglichkeit, ihre Aktien auf einem geregelten Markt mit transparenten Preisen viel einfacher zu verkaufen.

Kurz gesagt, der Zweck einer Direktplatzierung für das Unternehmen besteht nicht darin, sich selbst zu finanzieren, sondern seinen Aktionären einen sicheren Ausweg aus ihrer Investition zu bieten.

Der Wertverlust

Während eines Börsengangs gibt das Unternehmen neue Aktien aus, sodass das Kapital "verwässert" wird und die vorhandene Aktien weniger wert werden. Das verdeutlichen wir am besten mit einem Kuchen. Du hast 10 Gäste, jeder bekommt ein Stück Kuchen. Die Kuchenstücke stehen für die Aktien. Jetzt kommen noch 10 Gäste dazu, also musst du die vorhandenen 10 Aktien teilen. Das bedeutet weniger Kuchen für jeden. Deshalb sind nach einem Börsengang die alten Aktien weniger wert. Bei einer Direktplatzierung jedoch werden keine neuen Aktien ausgegeben, die Anteile der Alt-Investoren werden also nicht beeinflusst.

Die Rolle der Banken

Bei einem Börsengang müssen die Chefs des Unternehmens vor der Börsennotierung eine Tour durch die größten Investmentbanken des Landes machen (sie machen eine "Roadshow"), um einen oder mehrere Investmentbanken zu finden, die ihnen beim Börsengang helfen. Diese Banken werden als Underwriter bezeichnet und garantieren dem Unternehmen, dass es zum Zeitpunkt der Börsennotierung tatsächlich einen Markt für seine Aktien geben wird. So wird verhindert, dass der Börsengang zu einem Desaster wird.

Wie machen die Banken das?

Sie rufen zuerst alle ihre Freunde in den verschiedenen Investmentgesellschaften an und fragen sie, ob sie an den Aktien interessiert sind und wie viel sie dafür bezahlen würden. Auf diese Weise schaffen sie es, einen anfänglichen Angebotspreis festzulegen, der nicht alle möglichen Käufer verschreckt. Sobald der Preis festgelegt ist, verpflichten sich die Banken sicherzustellen, dass eine bestimmte Anzahl von Aktien zu diesem Preis verkauft wird, und zwar zur Not auf eigene Rechnung, wenn es nicht genug Käufer dafür gibt. Kurz gesagt, die Underwriter stellen sicher, dass es von der ersten Minute an einen liquiden Markt für die Aktien gibt, aber für diesen Service verlangen sie eine hohe Gebühr. In einer Direktplatzierung gibt es dagegen keine Banken, die als Underwriter fungieren. Dies hat unterschiedliche Auswirkungen sowohl auf das Unternehmen als auch auf den Markt. Für das Unternehmen bedeutet das wesentlich weniger Kosten als bei einem normalen Börsengang: keine Roadshow - und keine Provisionen an die Banken. Aber das Fehlen eines Underwriters kann auch Probleme verursachen: Erstens kann niemand einen Eröffnungskurs für die Aktie zum Zeitpunkt der Notierung bestimmen. Die Gesellschaft kann dem Markt die Preisspanne angeben, zu der ihre Aktien in der Vergangenheit in privaten Geschäften verkauft wurden, aber die mögliche Spanne kann groß sein. Bei einer Direktplatzierung besteht das Risiko, dass sich viele Aktionäre dazu entschließen, auf den Verkauf zu warten, was zunächst zu einer Angebotsverknappung führen könnte.

Zweitens, wenn auf der einen Seite ein Mangel an Angebot besteht, kann auf der anderen Seite die Nachfrage fehlen. Dann kann der Preis schnell fallen. Dies kann bei einem normalen Börsengang nicht passieren, da der Underwriter verpflichtet ist, die Nachfrage zum vorher festgelegten Eröffnungskurs zu unterstützen und gegebenenfalls Aktien zu kaufen. Desweiteren könnte die Ungewissheit über den Preis des Eröffnungskurses zunächst zu einer starken Volatilität führen, also zu einem sehr starken Preisverfall und zu einer großen Gefahr für die Anleger.

Die Sache mit dem "Lock-up"

Unternehmen, die an die Börse gehen, vereinbaren mit ihren Großaktionären normalerweise, dass sie die Aktien, die sie halten, mindestens 90 bis 180 Tage nach dem Börsengang nicht verkaufen dürfen. Das wird als "Lock-up" -Vereinbarung bezeichnet und soll verhindern, dass die meisten Aktionäre ihre Aktien unmittelbar nach dem Börsengang verkaufen, wodurch der Aktienkurs stark fallen kann. Bei einer Direktplatzierung gibt es diese Vereinbarung fast nicht.

Wie du siehst, sind IPO und Direktplatzierung zwei verschiedene Arten, an die Börse zu gehen. Die Methoden haben unterschiedliche Zwecke, unterschiedliche Auswirkungen auf den Wert der Anteile, unterschiedliche Verfahren und unterschiedliche Kosten. Diese Unterschiede bedeuten, dass die Direktplatzierung die Aktien weniger liquide machen kann und der Preis volatiler ist als bei einem Börsengang.

Das Fintech BUX demokratisiert mit seiner App die Finanzmärkte. Das Ziel: einfaches, aufregendes und günstiges Traden für alle. 2013 gegründet, hat BUX bereits 1 Million User in 8 europäischen Ländern. In der App und auf dem Blog versorgt die Redaktion User mit News und Analysen zum Börsenhandel.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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