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20.03.2019 06:14
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Chartanalyse für Jedermann - Diese Konstellationen der Technischen Analyse sollte jeder Anleger kennen

Charttechnik: Chartanalyse für Jedermann - Diese Konstellationen der Technischen Analyse sollte jeder Anleger kennen | Nachricht | finanzen.net
Charttechnik
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Die Technische Analyse kann bei kurzfristigen und bei mittel- bis langfristigen Anlageentscheidungen als wertvolles Hilfsmittel dienen. Die Grundlagen und die wichtigsten Formationen sollte jeder Investor kennen.
Die Technische Analyse oder auch Chartanalyse untersucht die Kursverläufe und Verlaufsformationen von Charts, also den historischen Kursentwicklungen von Wertpapieren. Ziel ist es dabei, eine konkrete Aussage über die zukünftige Kursentwicklung des Basiswertes zu machen. Bei der Analyse einzelner Unternehmen werden hierbei die fundamentalen Daten gänzlich ignoriert. Der Chartanalyst interessiert sich für typische Kursformationen, Unterstützungen und Widerstände im Kursverlauf. Endabsicht ist es, den optimalen Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf ausfindig zu machen. Die theoretische Relevanz der Technischen Analyse ist zwar bislang nicht eindeutig nachgewiesen, aber ein Großteil der Investoren spricht ihr eine sehr hohe Bedeutsamkeit zu. Aus diesem Grund ist es auch für Privatanleger sinnvoll einige grundlegenden Chartformationen zu kennen.

Der Trend

Viele Menschen nehmen an, dass sich der Markt immer in einem Aufwärts- oder in einem Abwärtstrend befindet. In der Wirklichkeit kann sich der Kurs des Marktes aber in drei Richtungen bewegen - abwärts, aufwärts und seitwärts. Ein richtungsloser Markt wird als Seitwärtstrend bezeichnet. Die drei Richtungen des Trends lassen sich noch in drei weitere Kategorien klassifizieren. Diese Kategorien bestehen aus langfristigen, mittelfristigen und kurzfristigen Trends. In der Realität gibt es also eine unendliche Anzahl von Trends, die vielleicht nur über ein paar Minuten oder Stunden andauern oder sogar über ganze Tage, Wochen und Monate. In der Chartanalyse ist es von großer Bedeutung den Trend richtig zu erkennen, denn nur so kann man eine Umkehrformation (Trendwechsel) oder Fortsetzungsformation (der Trend bleibt bestehen) identifizieren.

Umkehrformationen

Diese Formationen zeigen an, dass sich ein Trend wahrscheinlich umkehren wird. Der vorherrschende Trend verändert sich und es bildet sich eine Umkehrformation aus. In diesem Zusammenhang wird oft auch von Widerständen und Unterstützungen gesprochen. Eine Unterstützung ist ein Kursbereich unter dem aktuellen Preis, hierbei wird eine höhere Nachfrage das Angebot langsam übersteigen. So wird ein weiterer Kursrückgang aufgehalten. Ein Widerstand stellt den direkten Gegensatz zu einer Unterstützung dar. Ein Widerstand ist eine Kursbarriere und kann den Kursanstieg anhalten. In diesem Bereich übersteigt das Angebot langsam die Nachfrage und der Preis steigt nicht weiter an.

Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation

Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation ist eine der bekanntesten Umkehrformationen in der Chartanalyse. In einem langfristigen Aufwärtstrend kommt es zu einer Aufeinanderfolge von steigenden Gipfeln und Tälern, diese verlieren aber allmählich an Kraft und Tempo. Hierbei flacht sich der vorherige Aufwärtstrend für eine bestimmte Zeit ab. In diesem Augenblick befinden sich Angebot und Nachfrage in einem relativen Gleichgewicht. Sobald dieses Gleichgewicht kippt, wird die untere Widerstandslinie durchbrochen und ein neuer Abwärtstrend ist etabliert. Der Bruch des Aufwärtstrends gilt als erstes Warnsignal für den Anleger, darauf folgend erreicht der Kurs nur noch ein tieferes Hoch. Diese Bewegung bildet die rechte Schulter der Formation, welche ungefähr auf dem Kursniveau der linken Schulter liegt. Der Höchstkurs zwischen den beiden Schultern wird als der Kopf angesehen. Die Verbindung der Tiefstände vor und nach dem Höchstkurs werden als Nackenlinie angesehen. Wird diese Nackenlinie unterschritten, entsteht ein Verkaufssignal. Die Auflösung einer Schulter-Kopf-Schulter ist der signifikante Durchbruch dieser Nackenlinie.



Diese Formation kann sich auch als Bodenformation ausbilden. Die inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation ist ein Spiegelbild der Gipfelformation.

Die Dreifach-Spitzen

Diese Formation wird auch als triple top oder triple bottom bezeichnet. Sie unterscheidet sich nur geringfügig von der Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Bei der Dreifach-Spitzen-Formation liegen alle drei Höchstkurse auf dem gleichen Niveau. Dieses Niveau fungiert als starke Widerstandslinie und wird vom Kurs nicht durchbrochen. Es kommt zu einem Verkaufssignal, wenn die Unterstützungslinie der vorherigen Tiefstkurse unterschritten wird.


Eine solche Formation kann auch als Dreifach-Boden ausgebildet werden. Hierbei liegen die drei aufeinanderfolgenden Tiefstände auf der gleichen Ebene. Diese Tiefstände gelten als starke Unterstützungslinie und werden vom Kurs nicht unterschritten.


Die Doppel-Spitzen

Einer der häufigsten Umkehrformationen in der Chartanalyse ist die Doppel-Spitze oder auch double top genannt. Diese Formation kann vom Anleger am einfachsten identifiziert werden. Die Konstellation ist identisch mit der Dreifach-Spitzen-Formation, nur werden hier lediglich zwei Spitzen an der Widerstandslinie ausgebildet, bevor das Verkaufssignal generiert wird.

Es gibt auch zu dieser Konstellation eine Boden-Formation. Bei einer Doppel-Boden-Formation stößt der Kurs zweimal auf eine starke Widerstandslinie und bildet danach ein neues Kaufsignal.

Fortsetzungsformation

Diese Chartformationen werden auch als Trendbestätigungsformationen bezeichnet. Die Fortsetzungsformationen deuten an, dass sich die nachfolgenden Kursbewegungen in die gleiche Richtung bewegen wie der vorherige Trend auch.

Wimpel und Flaggen

Die Wimpel und Flaggen sind sehr häufig auftretende Formationen. In ihrer Anordnung sind sie sehr ähnlich und werden aus diesem Grund auch gemeinsam behandelt. In der Regel stellen Wimpel und Flaggen kurze Pausen während eines dynamischen Handels dar. Den Formationen geht eine fast senkrechte Kursbewegung voraus, welche von Analysten als Fahnenstange bezeichnet wird. Nach dem rasanten Anstieg, folgt eine kurze Konsolidierung. Diese bildet dann die Form eines Wimpels oder einer Flagge aus. Ist die Konsolidierungsphase abgeschlossen, wird die Flagge oder der Wimpel nach obenhin durchbrochen. Nun folgt ein weiterer Kursanstieg der ungefähr die gleiche Länge besitzt, wie der Anstieg vor der Formation. Die Ausformung der Flagge sollte dabei immer entgegen der Trendrichtung erfolgen. Nach der Vollendung der Formation sollte die Flagge auf Halbmast wehen, dies bedeutet, dass dem steilen Kursanstieg nach der Konsolidierung ein weiterer steiler Kursanstieg folgt. Dadurch befindet sich der Wimpel oder die Flagge andauernd in der Mitte der Formation.

Wimpel und Flaggen können sich ebenso bei fallenden Kursen entwickeln. Hierbei kommt es zu einem extremen Kurseinbruch, worauf nach einer kurzen Konsolidierung ein weiterer Kursrutsch folgt. Hierbei hat der zweite Kurseinbruch ungefähr die gleiche Länge, wie der Kursrutsch vor der Formation.

Die Rechteck-Formation

Die Rechteck-Formation stellt eine Unterbrechung des vorherrschenden Trends dar. Der Kurs stößt auf eine Widerstandslinie, diese kann er erst nach mehreren Anläufen durchbrechen. In einer kurzen Seitwärtsbewegung pendelt der Kurs zwischen zwei parallelen horizontalen Linien. Dabei bewegt sich der Kurs zwischen dem oberen Wiederstand und der unteren Unterstützung hin und her. Durchbricht der Kurs die obere Widerstandslinie wird der eigentliche Aufwärtstrend fortgesetzt. Investoren können dann auf weitere Kursgewinne setzen.

Die Rechteck-Formation kann sich auch in einem Abwärtstrend bilden. In diesem Fall stößt der Kurs mehrfach auf eine Unterstützungszone, welche nach einer kurzen Konsolidierungsphase durchbrochen wird. Bricht diese Unterstützungslinie, wird der anfängliche Abwärtstrend fortgesetzt.

Die Dreiecke

Diese Fortsetzungsformationen beherbergt die aufsteigenden, absteigenden und symmetrischen Dreiecke. Das symmetrische Dreieck zeigt eine Unterbrechung des aktuellen Trends, welcher nach der Formation fortgesetzt wird. War der Trend vor dem Dreieck aufwärtsgerichtet, so wird er diese Richtung auch nach der Formation fortsetzen. Das symmetrische Dreieck besitzt zwei konvergierende Trendlinien, dabei fällt die obere Linie und die untere steigt an. Der Punkt an dem sich die Linien treffen wird als Spitze bezeichnet. In der Konsolidierungsphase des Trends werden tiefere Hochkurse und höhere Tiefkurse gebildet. Diese Konstellation führt zu einem symmetrischen Dreieck. Der ursprüngliche Trend wird fortgesetzt, wenn die Kurse das Dreieck nach obenhin durchbrechen. Anleger können die Phase vor dem Durchbruch zum Kauf nutzen.

Bei einem symmetrischen Dreieck in einem Abwärtstrend, wird das Dreieck nach unten durchbrochen und führt den negativen Trend fort. Anleger können die Phase vor dem Durchbruch zum Verkauf ihrer Position nutzen.

Das aufsteigende Dreieck bildet sich in einem vorherrschenden Aufwärtstrend, wobei der Kurs wiederholt auf eine Widerstandslinie stößt. In einem aufsteigenden Dreieck bilden sich, während der Konsolidierung, steigende Tiefkurse. Die Hochkurse hingegen verharren auf dem Niveau der Widerstandslinie. Für den Anleger ergibt sich ein Kaufsignal, wenn die Widerstandlinie nach oben durchschnitten wird.

Das absteigende Dreieck bildet sich in einem vorherrschendenden Abwärtstrend, wobei der Kurs wiederholt auf eine Unterstützungslinie stößt. In einem absteigenden Dreieck bilden sich, während der Konsolidierung, fallende Hochkurse. Die Tiefkurse hingegen bleiben auf dem Niveau der Unterstützungslinie. Für Anleger ergibt sich ein Verkaufssignal, wenn der Bereich der Unterstützung nach unten durchbrochen wird.

Die Keil-Formation

Ein Keil wird wie ein symmetrisches Dreieck auch, durch zwei konvergierende Trendlinien gebildet. Diese Trendlinien treffen sich in der Spitze. Ein Keil kann eine negative oder auch positive Neigung aufweisen. Ein Keil zeigt mit seiner Spitze immer gegen den vorherrschenden Trend. So deutet ein steigender Keil auf einen Abwärtstrend und ein fallender Keil auf einen Aufwärtstrend hin. Wird die Trendlinie eines steigenden Keils durchbrochen, ergibt sich für den Anleger ein Verkaufssignal, da der Abwärtstrend fortgesetzt wird. Ein Kaufsignal entsteht hingegen, wenn die Trendlinie eines fallenden Keils durchbrochen wird, da der Aufwärtstrend weiter fortläuft.

In der Chartanalyse handelt es sich meistens nur um allgemeine Tendenzen und nicht um fixierte Regeln. Es kann also immer auch zu Ausnahmen kommen. Außerdem sollte bei einer umfassenden Chartanalyse auch der Umsatz und das Open Interest miteinbezogen werden.

Pierre Bonnet / Redaktion finanzen.net

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