25.03.2020 11:04

ifo-Geschäftsklimaindex trübt sich deutlicher ein als bisher angenommen

Einbruch: ifo-Geschäftsklimaindex trübt sich deutlicher ein als bisher angenommen | Nachricht | finanzen.net
Einbruch
Folgen
Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im März noch etwas deutlicher als bisher angenommen eingetrübt.
Werbung
Der ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 86,1 (Februar: 96,0) Punkte, wie das ifo-Institut in zweiter Veröffentlichung mitteilte. Das war der tiefste Stand seit Juli 2009. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Stand von 87,4 Punkten prognostiziert. Vorläufig hatten die Münchener Konjunkturforscher am 19. März 87,7 Punkte gemeldet.

"Die deutsche Wirtschaft steht unter Schock", kommentierte das ifo-Institut die Entwicklung. Es hatte die vorläufige Veröffentlichung in der vergangenen Woche mit den außergewöhnlichen Rahmenbedingungen und der ebenfalls anstehenden ifo-Konjunkturprognose begründet, die teilweise auf dem Geschäftsklimaindex beruhte.

Der Index der Lagebeurteilung lag in zweiter Veröffentlichung nur noch bei 93,0 (99,0) Punkten. Volkswirte hatten 93,6 Punkte prognostiziert, vorläufig waren 93,8 genannt worden. Der Index der Geschäftserwartungen sank auf 79,7 (93,2) Punkte. Prognostiziert waren 81,9, vorläufig gemeldet 82,0 Punkte.

Im verarbeitenden Gewerbe sank der Index auf den niedrigsten Stand seit August 2009. ifo noch nie. Der Rückgang der Erwartungen sei mit Blick auf 70 Jahre Umfragen in der Industrie historisch einmalig. Der Indikator der aktuellen Lage sank weniger stark. In allen Industriezweigen ging der Index zurück, teilweise recht deutlich. "Viele Unternehmen haben Produktionskürzungen angekündigt", teilte das ifo-Institut mit.

Im Dienstleistungssektor fiel der Geschäftsklimaindikator so stark wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005. Dies galt sowohl für die Einschätzung der Geschäftslage als auch für die Erwartungen.

Im Handel brach der Geschäftsklimaindikator ein. Die Erwartungen stürzten auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Auch die aktuelle Lage schätzten die Unternehmen merklich weniger gut ein. Groß- und Einzelhandel waren gleichermaßen stark negativ getroffen. Positive Ausnahmen waren Lebensmittel- und Drogeriemärkte.

Im Bauhauptgewerbe sank der Index vergleichsweise moderat. Die Bauunternehmen sind gegenwärtig mit ihrer aktuellen Lage noch sehr zufrieden. Der Ausblick hat sich jedoch deutlich verschlechtert.

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: BEST-BACKGROUNDS / Shutterstock.com, ifo
Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Starke US-Arbeitsmarktdaten belasten: US-Börsen schließen kaum verändert -- DAX geht höher ins Wochenende -- Audi bereitet sich auf Formel1-Einstieg vor -- Lufthansa, CEWE, Twitter, BlackRock im Fokus

EZB-Chefvolkswirt: Zinserhöhung braucht einige Zeit bis Wirkung. CropEnergies produziert in Großbritannien zunächst weiter. Funkdienste sollen E.ON-Stromnetze sichern. Metzler stuft Shop Apotheke hoch. EMA prüft Zulassungsantrag für Bilharziose-Mittel von Merck. JPMorgan hebt Kursziel für Delivery Hero an. Ölverbrauch in Deutschland steigt wieder. Stabilus will Dividende deutlich erhöhen.

Umfrage

Wie hat sich Ihr Wertpapierdepot seit Jahresbeginn entwickelt?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln