18.02.2017 08:00

Ökonomen-Barometer: Schelte für Zombie-Rettung

Euro am Sonntag-Exklusiv: Ökonomen-Barometer: Schelte für Zombie-Rettung | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Exklusiv
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Führende Volkswirte bewerten die wirtschaftliche Lage und den Ausblick wieder etwas vorsichtiger. Die Mehrheit ist der Meinung, dass die EZB die Bankenaufsicht abgeben sollte.
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€uro am Sonntag
von Wolfgang Ehrensberger, €uro am Sonntag

Nach dem Sechsjahreshoch im Januar heißt es im Februar erst einmal durchatmen: Das Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv konnte die hohen Vormonatswerte nicht ganz halten. Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Deutschland ging um zwei Prozent auf 65,2 Punkte zurück. Die Prognose für die kommenden zwölf Monate lag mit 65,9 Punkten um fünf Prozent unter dem Vormonatswert. Der aktuelle Stand ist trotzdem weiterhin höher als während der vergangenen sechs Jahre.


Mit der Kapitalisierung europäischer Großbanken, den geplanten Hilfen für italienische Institute wie Monte dei Paschi, aber auch den Strukturen der europäischen Bankenaufsicht gehen die führenden Volkswirte diesmal hart ins Gericht. So halten 77 Prozent der Befragten die Kapitalausstattung der führenden Institute für unzureichend. Die europäischen Banken ächzen acht Jahre nach Beginn der Finanzkrise noch immer unter faulen Krediten von einer Billion Euro. Derzeit diskutieren EU und Bankenaufseher darüber, diese Risiken über die Auslagerung in eine Abwicklungsbank zu entschärfen.


Ein großer Teil der faulen Kredite entfällt auf italienische Geldhäuser wie Monte dei Paschi. Die geplanten staatlichen Hilfen für dieses Traditionshaus, vor allem aber die Entschädigungen für Kleinanleger beschäftigen die Ökonomen. Zwei Drittel der ­Befragten halten die Rettungs­maßnahmen grundsätzlich für falsch, vor allem weil dadurch neue EU-Regeln schon wieder ausgehöhlt würden, nach denen zunächst Eigen- und Fremd­kapitalgeber herangezogen werden sollten.

"Zombie-Banken am Tropf der Politik haben keine Daseinsberechtigung", sagt beispielsweise der Leiter der finanzwissenschaftlichen Fakultät der Uni Wien, Thomas Gehrig. Experten wie Günter Franke (Uni Konstanz) oder Thomas Gries (Uni Paderborn) sprechen sich jedoch für die Unterstützung betroffener Kleinanleger aus, etwa über Steuernachlässe.

Für falsch halten es außerdem drei Viertel der Befragten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) neben ihren eigentlichen geldpolitischen Aufgaben derzeit auch noch Teile der Bankenaufsicht ausübt (siehe Grafik). So wirken sich EZB-Niedrigzinspolitik und Anleihekauf­programme auf den Erfolg der Banken aus, die die EZB gleichzeitig reguliert.

Im Überblick: Die Stimmen der Volkswirte können Sie hier nachlesen! (PDF)
Bildquellen: GIUSEPPE CACACE/AFP/Getty Images

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