22.07.2020 23:19

Einmal Million und zurück: Amateur-Händler übt scharfe Kritik an der Robinhood-App

Fintech-Unicorn im Visier: Einmal Million und zurück: Amateur-Händler übt scharfe Kritik an der Robinhood-App | Nachricht | finanzen.net
Fintech-Unicorn im Visier
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Aktienhandel leicht gemacht, damit wirbt das Fintech-Unicorn Robinhood. Insbesondere jüngere Trader bedienen sich des Tools - nicht immer mit dem erhofften Erfolg.
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• Robinhood insbesondere bei jungen Tradern beliebt
• Nutzer Richard Dobatse warnt vor zu einfachem Einstieg
• Von der Million zurück auf 7.000 US-Dollar


2013 ging das Fintech Robinhood an den Start und warb mit gebührenfreiem Aktienhandel insbesondere auf dem Heimatmarkt USA um junge Trader, die schnell und unkompliziert an der Börse handeln wollen. Allein in diesem Jahr hat das Unternehmen mehr als drei Millionen neue Accounts verzeichnet - die Corona-Pandemie, insbesondere aber die rasche Erholung nach dem Crash - hat für einen regen Zulauf gesorgt.

Doch diese Entwicklung ruft auch Kritiker auf den Plan. So hatte jüngst Milliardär und Hedgefonds-Manager Leon Cooperman Bedenken angemeldet und davor gewarnt, dass die Robinhood-Märkte "in Tränen enden" werden. Das große Interesse vorrangig junger Anleger an der App erklärte sich Cooperman durch die Lockdown-Aktivitäten infolge der Corona-Krise, die das gesellschaftliche Leben in weiten Teilen der Welt zwischenzeitlich stillgelegt hatten. Arbeitslosigkeit und der Mangel an alternativen Aktivitäten, wie etwa Casino-Besuchen, hätte für Interesse an Börseninvestments gesorgt.

Robinhood-User verliert 860.000 US-Dollar

Doch bereits vor der Corona-Krise war Robinhood ein beliebtes Tool für Anleger. Einer der App-Nutzer, ein Marine-Sanitäter namens Richard Dobatse, hat gegenüber der New York Times seine Erfahrungen mit der App geschildert - und sparte dabei nicht mit Kritik an dem Fintech.

2017 hat er das Tool erstmals ausprobiert, mit dem Ziel, an der Börse aktiv zu werden. Dabei sei es insbesondere die Aufmachung der App gewesen, die ihn angesprochen habe, der Kauf und Verkauf von Aktien und auch der Test komplexerer Investitionen haben sich "wie ein Spiel" angefühlt, so Dobatse gegenüber dem Blatt.

Anfangs habe er einen Kredit in Höhe von 15.000 US-Dollar und später zwei Eigenheimkredite in Höhe von 30.000 US-Dollar aufgenommen, um frühe Verluste auszugleichen. Zunächst sei seine Trader-Karriere von Erfolg gekrönt gewesen, er habe seinen Kontostand auf rund eine Million US-Dollar steigern können. Doch in den Folgemonaten folgte der Absturz: Er verlor fast den gesamten Betrag, heute hat er noch 6.956 US-Dollar auf seinem Trading-Konto, sagte der Robinhood-Nutzer der Zeitung.

Robinhood macht es Tradern zu leicht

Für Dobatse Grund genug, die App und insbesondere die einfache Art und Weise, auf die Anleger an der Börse investieren können, scharf zu kritisieren. "Sie machen es Menschen so leicht, die nichts über Aktien wissen. Dann gehen die dorthin und beginnen, Geld zu verlieren", so der Trader. Auch er selbst sei dem Robinhood-System verfallen und nennt insbesondere "Robinhoods One-Click-Handel, den einfachen Zugang zu komplexen Anlageprodukten und Funktionen wie Konfetti und mit Emoji gefüllten Telefonbenachrichtigungen, die das Gefühl eines Spiels erweckten", die ihn begeistert hätten.

Aufgrund seiner Erfahrungen will Dobatse nun gegen die Betreiber das Fintech vorgehen und plant, die Finanzaufsichtsbehören wegen eines Schiedsverfahrens ins Boot zu holen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Richard Drew/AP, Jirsak / Shutterstock
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