Schäuble: Habe Griechenland nicht mit Euro-Ausscheiden gedroht

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will jüngste Äußerungen, nach denen Griechenland bei ausbleibenden Reformen nicht im Euro bleiben könne, nicht als Drohung verstanden wissen.
"Ich habe doch niemals gedroht", sagte Schäuble im "Bericht aus Berlin" in der ARD. Gleichzeitig blieb der Finanzminister im Kern bei seiner grundsätzlichen Aussage von vorletzter Woche. "Das sagen alle", betonte er. "Wenn Griechenland die Reformen nicht machen sollte - aber Griechenland macht die Reformen -, dann gibt es ein Problem."
Erneut verlangte Schäuble, Griechenland müsse wettbewerbsfähig werden. Er zeigte sich aber optimistisch, dass Athen die geforderten Reformen ergreife - Griechenland sei auf einem guten Weg. "Wir arbeiten daran, und ich bin ganz zuversichtlich." Deshalb erwartete er auch eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an den Hilfen nach der derzeit laufenden Überprüfung des Programms. "Davon gehe ich aus, dass das jetzt in den nächsten Wochen auch erreicht werden wird", sagte Schäuble.
Die Finanzminister der Eurozone wollen am Montag bei einem Treffen in Brüssel erneut über die Hilfen für Griechenland diskutieren. Erwartet wird ein Sachstandsbericht der Geldgeber-Institutionen, aber noch keine abschließende Entscheidung über einen erfolgreichen Abschluss der Überprüfung. Diese ist Voraussetzung für eine Beteiligung des IWF, die dieser nach deutschen Angaben erst jüngst wieder zugesagt hat. Der Währungsfonds und die europäischen Institutionen sind aber noch uneins über die zu erwartenden Wirtschaftsdaten in Griechenland.
Schäuble hatte seine Äußerungen zu einem möglichen griechischen Euro-Aus vorletzte Woche in der ARD gemacht. "Die sind nicht über den Berg, deswegen muss der Druck auf Griechenland aufrechterhalten bleiben, die Reformen zu machen und wettbewerbsfähig zu sein", hatte er in der Sendung "Maischberger" gesagt. "Sonst können sie nicht in der Währungsunion bleiben."
BERLIN (Dow Jones)
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