KONJUNKTUR IM BLICK/Deutschland vermeidet drittes Rezessionsjahr

09.01.26 15:25 Uhr

Von Hans Bentzien

DOW JONES--In einer Zeit beispielloser Vorgänge und wankender Gewissheiten wäre es ja eigentlich nicht mehr drauf angekommen, aber: Ein dritter jährlicher Rückgang deutschen BIP in Folge, wie er bis vor kurzem für 2025 noch zu drohen schien, wäre schon ein Ereignis gewesen. Die von Dow Jones Newswire befragten Volkswirte glauben, dass wir nochmal drumherum gekommen sind. Am Mittwoch wissen wir mehr. Andere wichtige Termine der Woche betreffen US-Konjunkturdaten, vor allem die zu den Verbraucherpreisen am Dienstag.

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Deutsches BIP wächst 2025 leicht

Die deutsche Wirtschaft dürfte 2025 nach Rückgängen in den beiden Vorjahren leicht gewachsen sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent gestiegen ist, nachdem es 2023 und 2024 um 0,9 und 0,5 Prozent gesunken war. Das Statistische Bundesamt (Destatis) wird wie immer das Gesamtjahresergebnis bekannt geben, ohne schon alle Daten für das vierte Quartal verfügbar zu haben. Für gewöhnlich teilt es aber mit, auf welcher Prognose für das vierte Quartal die Schätzung für das Gesamtjahr beruht.

Die Zahlen für die ersten beiden Monate des Schlussquartals haben - was die Industrie angeht - überwiegend positiv überrascht. Destatis veröffentlicht die Daten am Donnerstag (9.55 Uhr). Um 10.00 Uhr beginnt eine Pressekonferenz.

US-Inflationsdruck nimmt im Dezember leicht ab

Der Inflationsdruck in den USA dürfte im Dezember leicht abgenommen haben. Analysten rechnen laut Factset-Konsens damit, dass die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen sind und nur noch um 2,6 (November: 2,7) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen haben. Für die Kernverbraucherpreise werden Raten von ebenfalls 0,3 und 2,6 (2,6) Prozent prognostiziert. Daneben kommen am Mittwoch (14.30 Uhr) Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze für November. Die ursprünglich für Freitag terminierte Veröffentlichung der Umsatzdaten für Dezember ist verschoben worden.

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Am Donnerstag (14.30 Uhr) kommen die Importpreise (November) sowie die Aktivitätsindikatoren der Fed-Filialen von Philadelphia und New York für Januar. Am Freitag (15.15 Uhr) sind Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung (Dezember) dran. Erwartet wird ein Produktionsanstieg um 0,1 (0,2) Prozent und ein Rückgang der Auslastung auf 75,9 (76,0) Prozent.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/sha/cbr

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January 09, 2026 09:26 ET (14:26 GMT)